Samsung baut den Stablecoin USDC direkt in seine Wallet-App ein. Ab der letzten Oktoberwoche sollen berechtigte Galaxy-Nutzer in den USA damit Geld ins Ausland schicken können, an Krypto-Wallets ohne Samsung-Gebühr oder auf Bankkonten in mehr als 60 Ländern. Für Europa nennt der Konzern weder Termin noch Zusage.
Die Funktion soll zum Start auf 82 Millionen Galaxy-Geräten in den USA verfügbar sein, teilte Samsung am Mittwoch in einer Mitteilung mit. Nutzen können sie volljährige Einwohner der USA mit Samsung-Konto und einem Gerät ab Android 13, nach Identitätsprüfung und mit biometrischer Freigabe.
Woncheol Chai, der bei Samsung Electronics das Digital-Wallet-Team der Mobilsparte leitet, sagte: “We’re bringing USDC transfers into Samsung Wallet so eligible Galaxy users can get started without installing another app or managing private keys themselves.” Gemeint ist: keine zusätzliche Krypto-App und keine Schlüssel, die der Nutzer selbst sichern muss.
Coinbase verwahrt die Dollar-Token, Solana und Sui tragen die Überweisungen
Hinter der Funktion stehen mehrere Partner. Bastion, ein in den USA beaufsichtigter Stablecoin-Verwahrer, betreibt das Zahlungssystem; Coinbase ist Unterverwahrer und hält sämtliche USDC aus der Samsung Wallet in seinem institutionellen Tresor Coinbase Prime Vault. Die Blockchains liefern nach Samsungs Angaben “separate partners”, darunter Solana und Sui.
Coinbase meldete die Zusammenarbeit am Donnerstag im eigenen Blog. Danach erscheint USDC beim Aufladen automatisch als voreingestellter Dollar-Stablecoin.
Für Coinbase ist es die dritte Stufe mit Samsung. Zuerst kam Samsung Pay als Zahlungsweg in die Coinbase-App, danach Vorteile des Abos Coinbase One direkt in der Samsung Wallet. Den Umlauf von USDC beziffert Coinbase für Ende 2025 auf mehr als 75 Milliarden Dollar, ein Plus von 72 Prozent im Jahr; die Zahl der Wallets mit USDC sei um 59 Prozent auf fast 7 Millionen gestiegen.
Bankauszahlungen kosten Gebühren, Wallet-Transfers nicht
Kostenlos ist nur der Versand an andere Krypto-Wallets, und auch dort können nach Samsungs Angaben die Empfänger-Wallet oder die Börse Gebühren verlangen; für Überweisungen auf Bankkonten fallen Gebühren an, die je nach Land und Betrag schwanken und vor der Bestätigung in der App angezeigt werden. Wie hoch sie sind und zu welchem Kurs USDC in die Landeswährung getauscht wird, nennt die Mitteilung nicht.
Für Leser in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich vorerst nichts.
Samsung stellt als nächste Schritte das Bezahlen mit Stablecoins im Netz und an der Ladenkasse in Aussicht und danach eine “potential expansion into additional markets in line with regulatory developments in each country”. Wer USDC hierzulande nutzen will, bleibt auf Börsen und Wallets angewiesen; was hinter den Dollar-Token steckt, erklärt unser Ratgeber Was sind Stablecoins. Einen ähnlichen Schritt in Richtung Alltagszahlung hatte Coinbase zuletzt mit der Citigroup gemacht, als beide Bankkonten mit Stablecoin-Zahlungen verbanden.
Ob US-Nutzer die Funktion tatsächlich in der letzten Oktoberwoche auf ihren Geräten finden, zeigt sich in knapp drei Wochen.
USDC lässt sich unter anderem bei Bitpanda kaufen und in eine eigene Wallet übertragen. Welche Plattformen Stablecoins zu welchen Kosten führen, zeigt der Krypto-Börsen Vergleich.


























