Die britische Großbank Standard Chartered nimmt Ripple USD (RLUSD) in die Verwahrung für institutionelle Kunden auf. Der Dienst läuft seit Montag über die Niederlassung im Finanzzentrum DIFC in Dubai. Geplant, aber noch nicht in Betrieb ist der zweite Schritt: RLUSD soll beim Handelsplatzbetreiber LMAX als Sicherheit zählen, ohne dorthin überwiesen zu werden.
Das teilte die Bank am 12. Oktober in einer Pressemitteilung mit. Verwahrt werden RLUSD-Token auf dem XRP Ledger, zugänglich für “eligible clients”, also zugelassene Geschäftskunden. Die Niederlassung im Dubai International Financial Centre untersteht der dortigen Finanzaufsicht DFSA.
Waqar Chaudry, bei Standard Chartered globaler Leiter für digitale Vermögenswerte im Wertpapiergeschäft, begründet den Schritt mit dem Sicherheitsbedürfnis der Kunden: “Institutional clients want to participate in digital asset markets without compromising on how their assets are safeguarded or how risk is managed.” Institutionelle Anleger wollten demnach am Kryptomarkt teilnehmen, ohne bei der Verwahrung und beim Risikomanagement Abstriche zu machen.
RLUSD ist der Dollar-Stablecoin von Ripple, ausgegeben von der Ripple-Tochter Standard Custody & Trust Company unter einer Treuhandlizenz der New Yorker Finanzaufsicht. Nach den Daten von CoinGecko waren am Montagmittag rund 2,45 Milliarden RLUSD im Umlauf, Rang 46 nach Marktkapitalisierung. Quelle: CoinGecko
LMAX soll RLUSD als Sicherheit spiegeln
Der Teil der Mitteilung mit der größeren Tragweite steht noch unter Vorbehalt. Standard Chartered, Ripple und LMAX Group wollen RLUSD als Sicherheit für ausgewählte Produkte von LMAX zulassen. Die Token blieben dabei in der Verwahrung der Bank, LMAX bekäme nur deren Wert gespiegelt. Ein Handelsplatz, der Kundengelder gar nicht erst hält, kann sie auch nicht verlieren; nach dem Zusammenbruch von FTX ist das für institutionelle Anleger eine Kernforderung.
Einen Termin nennt die Bank nicht, die Pläne hängen nach ihren Angaben noch an der endgültigen Dokumentation, an erfolgreichen Tests, internen Freigaben und den Vorgaben der beteiligten Rechtsordnungen.
Für LMAX ist Standard Chartered kein neuer Partner. Am 16. September hatte die Bank mitgeteilt, für LMAX digitale Vermögenswerte in Luxemburg und im DIFC zu verwahren; LMAX war der erste Kunde der luxemburgischen Verwahrplattform nach deren MiCA-Zulassung im Juni. Am 8. Oktober kündigte sie zudem an, die Kryptoverwahrung auf Singapur auszuweiten. Erst am 6. Oktober waren Circle, Ripple und Standard Chartered gemeinsam bei OKX eingestiegen.
Privatanleger erreicht der Dienst nicht direkt
Das Angebot richtet sich an Banken, Fonds und Handelshäuser, nicht an Privatkunden. Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz RLUSD oder XRP hält, verwahrt sie weiter bei seiner Börse oder in einer eigenen Wallet. Was sich ändert, ist das Umfeld: Je mehr Großbanken einen Stablecoin verwahren und als Sicherheit akzeptieren, desto eher fließt institutionelles Geld in ihn, und mit ihm Umsatz auf den XRP Ledger, auf dem RLUSD neben Ethereum ausgegeben wird.
Wie Stablecoins ihre Bindung an den Dollar halten und worin sie sich unterscheiden, erklärt unser Ratgeber zu Stablecoins. Den XRP Ledger selbst stellt der Beitrag Was ist Ripple (XRP)? vor.
XRP, die Kryptowährung des Ledgers, auf dem Standard Chartered nun RLUSD verwahrt, lässt sich unter anderem bei eToro handeln; wie der Kauf dort abläuft, zeigt unsere Anleitung XRP bei eToro kaufen.


























