bunq Krypto: Kraken im Hintergrund
Die niederländische bunq B.V. hat den Krypto-Handel nicht selbst aufgebaut: Kauf, Verkauf und Verwahrung übernimmt die Payward Europe Solutions Limited, die europäische Gesellschaft der Börse Kraken, mit MiCA-Zulassung der irischen Zentralbank seit dem 25. Juni 2025. Im Krypto-Tab aktivierst du „Buy Crypto“, schließt die Verifizierung für Kraken ab und kannst danach Bitcoin, Ethereum und über 350 weitere Coins ab 1 € handeln – auch rund um die Uhr und direkt von Coin zu Coin.
Günstig nur mit Abo
Wie teuer ein Trade ist, entscheidet dein bunq-Abo: 1,99 % im kostenlosen bunq Free, 0,99 % mit Core (3,99 € im Monat), 0,49 % mit Pro (9,99 €) und 0,25 % mit Elite (18,99 €). Dazu kommt ein Spread, dessen Höhe bunq nicht veröffentlicht; vor der Bestätigung siehst du aber den Gesamtpreis inklusive Spread. Für 500 € im Monat lohnt sich rechnerisch schon Core, denn die Ersparnis von 5 € übersteigt die Abogebühr. Wer nur gelegentlich kleine Summen investiert, bleibt bei Free und zahlt entsprechend viel.
Welcher bunq Plan lohnt sich für Krypto?
Rechnest du nur mit der Krypto-Gebühr, hängt der passende bunq Plan von deinem monatlichen Handelsvolumen ab. Core kostet 3,99 € und spart gegenüber Free einen Prozentpunkt. Das lohnt sich ab rund 400 € Kauf- und Verkaufsvolumen im Monat. Pro kostet 6 € mehr als Core und spart weitere 0,5 Prozentpunkte, das rechnet sich ab etwa 1.200 € im Monat. Elite kostet 9 € mehr als Pro und senkt die Gebühr um 0,24 Prozentpunkte. Das lohnt sich erst ab etwa 3.750 € im Monat. Die Abos enthalten noch andere Bankleistungen, die hier nicht eingerechnet sind. Den Spread zahlst du in jedem Plan.
Aufrunden, Staking und ein Sicherheitspuffer
Eine Besonderheit ist das Aufrunden in Krypto: Aufgerundete Beträge sammelt bunq und überträgt sie jeden Freitag um 15:00 Uhr UTC an Kraken. Staking bringt laut bunq bis zu 8,25 % im Jahr, wöchentlich ausgezahlt, allerdings behält bunq 25 % der Erträge ein, und das Staking ist nach Angaben von bunq unreguliert. Verkaufserlöse hält der sogenannte Safety Shield standardmäßig 24 Stunden zurück; du kannst ihn abschalten, dann ist das Geld sofort verfügbar. Einen klassischen Sparplan und Auszahlungen auf eigene Wallets nennen die offiziellen Übersichten von bunq nicht.
bunq Crypto im Alltag: Delisting und Support
Nimmt Kraken einen Coin aus dem Angebot, informiert bunq dich laut Hilfe-Center mindestens zwei Bankarbeitstage vorher. Bleibt die Position liegen, wird sie bis zu drei Monate später automatisch getauscht. Bei wenig gehandelten Coins kann ein Verkauf zeitweise nicht möglich sein. Den Support erreichst du rund um die Uhr per Online-Support und Chat. Die SOS-Hotline gibt es laut Preisblatt aber erst ab dem Plan Core, im kostenlosen bunq Free nicht. In den Trustpilot-Bewertungen kritisieren viele Nutzer den KI-Support „Finn“ und umfangreiche Nachweisforderungen bis hin zu Kontosperren. Plane deshalb etwas Puffer ein, wenn du größere Beträge bewegst.
So startest du mit bunq Crypto in der bunq App
Voraussetzung ist ein verifiziertes privates bunq-Konto mit bestätigter Wohnadresse, du musst mindestens 18 Jahre alt sein und in einem der freigeschalteten Länder wohnen – Deutschland gehört dazu. Der Start dauert dann nur wenige Minuten:
- Öffne die bunq App und wechsle in den Krypto-Tab.
- Tippe auf „Buy Crypto“ und schließe die Verifizierung für Kraken ab. Alles läuft dabei im selben Tab.
- Wähle die gewünschte Kryptowährung, etwa Bitcoin oder Ethereum, und gib den Betrag ein – das Minimum liegt bei 1 €.
- Prüfe den angezeigten Preis: Er enthält Gebühr und Spread, also den Aufschlag auf den Marktpreis.
- Bestätige den Kauf. Die Coins liegen danach im Krypto-Bestand des Tabs, verwahrt bei Kraken. Willst du das Portfolio breiter aufstellen, wiederholst du den Kauf mit weiteren Coins.
Gerade bei der ersten Investition lohnt es sich, mit kleinem Betrag zu beginnen und den Ablauf einmal komplett durchzuspielen – inklusive Verkauf, denn der Erlös wird standardmäßig erst nach 24 Stunden gutgeschrieben.
Neobank mit Krypto: wie bunq im Modell-Vergleich abschneidet
bunq bezeichnet sich selbst als zweitgrößte Neobank Europas, die Banklizenz der niederländischen Zentralbank hat das Haus seit September 2014. Gegründet hat es Ali Niknam im März 2012, die App startete 2015. Krypto-Dienstleistungen erbringt bunq aber nicht selbst – dafür sitzt mit Kraken als Exchange ein Partner im Hintergrund. Das ist bei Neobanken üblich: Auch andere Banking-Apps lassen Handel und Custody, also die Verwahrung der Coins, von einem lizenzierten Partner erledigen. Der Unterschied liegt im Preismodell. Trade Republic nimmt 1 € pro Order, Revolut 1,49 % im Standard-Tarif, bei bunq hängt der Satz vom Abo ab. Für kleine Investitionen ist ein fester Euro-Betrag oft teurer, für größere Summen gewinnt ein niedriger Prozentsatz – bunq lohnt sich deshalb vor allem, wenn du ohnehin für Core, Pro oder Elite zahlst. In den App-Stores kommt die bunq App auf 4,5 von 5 Sternen bei über 15.000 Bewertungen (Apple) und 4,3 bei über 40.000 Bewertungen (Google Play), Stand 06.10.2026.
bunq Krypto und Sicherheit: Risiken, die bunq selbst nennt
bunq weist in seinem Ratgeber zur Krypto-Sicherheit auf mehrere Punkte hin, die für jede Investition in Kryptowährungen gelten. Erstens schwanken die Preise extrem – der Markt kann sich innerhalb von Minuten deutlich bewegen. Zweitens sind Betrugsmaschen wie Phishing in der Branche verbreitet: Gib Codes, Passwörter oder Zugangsdaten nie an angebliche Mitarbeiter weiter und starte Käufe nur direkt bei bunq. Drittens ändern sich die Regeln für Kryptowerte weltweit laufend, was Angebot und Bedingungen beeinflussen kann. Und viertens schützt die staatliche Einlagensicherung nur das Euro-Guthaben, nicht die Coins. Als zusätzliche Security-Funktion gibt bunq Verkaufserlöse standardmäßig erst nach 24 Stunden frei; abschalten lässt sich diese Sperre in den Einstellungen des Krypto-Tabs.
bunq Crypto in Europa: seit 2025 auch in Deutschland
Deutschland kam erst später dazu: Im September 2025 brachte bunq Crypto nach Deutschland, nachdem die Neobank den Handel zuvor in den Niederlanden, Frankreich, Spanien, Irland, Italien und Belgien gestartet hatte. Inzwischen nennt das Hilfe-Center 30 Länder, darunter auch Österreich. Für Investitionen aus Deutschland gelten dieselben Regeln wie überall: ab 1 €, über 350 Kryptowährungen und je nach Modell Gebühren zwischen 1,99 % und 0,25 %. Ein Fachmedium warnte zum Start, dass Normalkunden ohne Abo leicht in die Gebührenfalle geraten – ein Hinweis, den unser Rechenbeispiel zu den Plänen bestätigt.
Swap, Kursalarm und Marktpreis: Funktionen im Crypto-Tab
Neben Kauf und Verkauf bietet bunq Crypto zwei Werkzeuge, die im Alltag helfen. Mit dem Swap tauschst du einen Coin direkt gegen einen anderen – du findest ihn unter „More“, wählst beide Coins und den Betrag. Mit einem Kursalarm legst du fest, bei welchem Preis dich bunq benachrichtigt: Coin öffnen, oben rechts auf die Glocke tippen, Schwelle wählen, fertig. Bearbeiten oder löschen kannst du die Alarme später in den Einstellungen unter „Alerts“. Der angezeigte Marktpreis ist laut bunq die Mitte zwischen Kauf- und Verkaufspreis; der Abstand dazwischen ist der Spread. Über das Info-Symbol auf der Kauf- oder Verkaufsseite siehst du, wie viel Krypto du nach Abzug der Servicegebühr tatsächlich erhältst.
bunq selbst empfiehlt Einsteigern in seinem Ratgeber vier Schritte: zuerst die Grundlagen verstehen, mit etablierten Coins wie Bitcoin und Ethereum starten, nur in der eigenen Banking-App handeln und mit Kursalarmen Grenzen setzen. Wichtig ist der Disclaimer darunter: bunq gibt keine Anlageberatung, du handelst auf eigenes Risiko und kannst dein eingesetztes Geld verlieren.
Benachrichtigungen, Guides und Reputation: was Einsteiger wissen sollten
Markierst du einen Coin im Krypto-Tab mit dem Stern als Favoriten, schickt bunq dir sofort Nachrichten, wenn er innerhalb von 24 Stunden um mehr als 5 % steigt oder fällt oder ein neues Allzeithoch erreicht; für Bitcoin und Ethereum gibt es zusätzlich Hinweise zu wichtigen Meilensteinen. Abschalten lassen sich diese Nachrichten in den Einstellungen des Tabs. Zum Start verweist bunq im Blog auf einen Einsteiger-Guide mit dem Titel „What is cryptocurrency?“ – die Ratgeber sind teils nur in englischer Sprache verfügbar, das Hilfe-Center gibt es dagegen auch auf Deutsch. Zur Reputation gehört auch ein Blick auf die Aufsicht: Die niederländische Zentralbank verhängte 2025 ein Bußgeld von 2,6 Mio. € wegen Mängeln bei Geldwäsche-Kontrollen, die BaFin 2026 ein weiteres über 28.000 € wegen Meldefehlern. Das betrifft nicht die Verwahrung der Coins bei Kraken, zeigt aber, dass Geldwäsche-Prüfungen bei bunq ein Thema sind – passend dazu berichten Kunden auf Trustpilot von Kontosperren nach Prüfungen.
Für wen bunq Crypto passt
Unterm Strich ist bunq Crypto für Kundinnen und Kunden der Neobank interessant, die Investitionen in Bitcoin, Ethereum und andere Coins ohne zweite App erledigen wollen und ohnehin ein bezahltes Abo nutzen. Wer nur gelegentlich kleine Beträge in den Markt steckt, zahlt im Free-Plan 1,99 % plus Spread und sollte die Kosten mit einer Krypto-Börse vergleichen. Für den Start reicht 1 €, und auf der Crypto-Seite der App siehst du vor jedem Kauf den Gesamtpreis inklusive Spread.
Bank, Steuer und Kündigung
Euro-Guthaben ist über die niederländische Einlagensicherung geschützt, die deutsche Zweigniederlassung beaufsichtigt zusätzlich die BaFin. Steuern führt bunq nicht ab, in der App gibt es aber Jahresübersichten als PDF und Krypto-Kontoauszüge. Kündigst du, werden die Coins verkauft und der Erlös dem Konto gutgeschrieben. Auf Trustpilot fällt die Bewertung mit 3,7 von 5 durchwachsen aus; häufig kritisiert werden Kontosperren und der KI-Support.