Stellar

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Stellar auf einen Blick

Einordnung
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Keine Neuausgabe seit Ende der Inflation 2019
Performance 30d
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Monatstrend
Performance 1J
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Jahrestrend

Netzwerk & Ökosystem

Wie stark wird Stellar tatsächlich genutzt? Der TVL zeigt, wie viel Kapital in Anwendungen wie Börsen, Kreditplattformen und Staking steckt; Handelsvolumen und Gebühren zeigen die laufende Nutzung.

Total Value Locked (TVL)
209,76 Mio. €
−0,3 % in 30 Tagen
DEX-Handelsvolumen (24 h)
1,11 Mio. €
82,61 Mio. € in 30 Tagen
Gebühren der Nutzer (24 h)
73.519 €
6,67 Mio. € in 30 Tagen

Quelle: DefiLlama, Stand 18.10.2026. TVL-Verlauf über 12 Monate.

Stellar im Detail

Eckdaten

Gründer: Jed McCaleb, Joyce Kim
Entwickler: Stellar Development Foundation
Veröffentlichung: 2014
Sektor: Zahlungen
Kernmerkmal: Schnelle, günstige währungsübergreifende Zahlungen
Open Source: Ja

Technologie

Blockchain: Stellar
Staking: Nein
Konsens-Algorithmus: Stellar Consensus Protocol (Federated Byzantine Agreement)

Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist Stellar? Ein offenes Zahlungsnetz mit der eigenen Währung Lumen, Kürzel XLM.
  • Jed McCaleb und Joyce Kim starteten das Projekt 2014, heute betreut es die gemeinnützige Stellar Development Foundation.
  • Im Stellar Consensus Protocol wählt jeder Knoten selbst, wem er vertraut.
  • Anchors tauschen Bankguthaben oder Bargeld in Token auf Stellar und zurück.
  • Seit Oktober 2019 wächst die Gesamtmenge von rund 50 Mrd. Lumen nicht mehr.

Was ist Stellar? Ein öffentliches Netzwerk, über das Geld in verschiedenen Währungen binnen Sekunden und für Bruchteile eines Cents den Besitzer wechselt. Die hauseigene Kryptowährung heißt Lumen (XLM), sie bezahlt Gebühren und dient als Mindestguthaben jedes Kontos. Daneben laufen über das Netz digitale Dollar, Euro und sogar Fondsanteile, die Unternehmen dort ausgeben.

Was ist Stellar und wer steht dahinter?

Das Projekt startete 2014. Als Gründer gelten Jed McCaleb, der zuvor Ripple mitgegründet hatte, und Joyce Kim. Getragen wird Stellar von der Stellar Development Foundation (SDF), einer gemeinnützigen Organisation. Sie will mit der Blockchain mehr Menschen fairen Zugang zum Finanzsystem verschaffen.

Die erste Fassung des Netzes beruhte auf demselben Konsens-System wie Ripple. Als sich die Knoten bei einem Zwischenfall nicht mehr über den Stand des Hauptbuchs einig waren, entschied sich die Stiftung für einen Neuanfang. Der Stanford-Professor David Mazières entwarf dafür das Stellar Consensus Protocol, dazu kam die neue Software stellar-core. Seit 2015 läuft das Netz auf dieser Grundlage.

Das Stellar Consensus Protocol: Vertrauen statt Rechenarbeit

Statt Rechenleistung oder hinterlegtem Kapital nutzt Stellar die föderierte byzantinische Einigung (Federated Byzantine Agreement). Jeder Validator legt selbst fest, welchen anderen Knoten er traut. Diese Liste heißt Quorum-Set; Teilgruppen daraus, deren Zustimmung genügt, nennt Stellar Quorum-Slices.

Eine Konsensrunde verläuft in zwei Stufen. Zuerst schlagen die Knoten Pakete von Transaktionen vor, danach legen sie sich in einer Abstimmung mit den Schritten Prepare und Commit gemeinsam auf genau ein Paket fest. Laut Stiftung steht die Einigung nach weniger als sechs Sekunden.

Lieber anhalten als sich spalten

Das Protokoll stellt Sicherheit über Fortschritt. Kommt keine Einigung zustande, pausiert das Netz, statt zwei widersprüchliche Kontostände zu erzeugen. Belohnungen für Validatoren gibt es dabei nicht, weder aus Mining noch aus Staking.

Anchors: die Brücke zu Bankkonto und Bargeld

Ein Zahlungsnetz nützt wenig, wenn niemand Euro hinein- und wieder herausbekommt. Diese Aufgabe übernehmen bei Stellar die Anchors, meist Finanzfirmen oder Fintechs. Sie nehmen Geld per Banküberweisung oder an Bargeldstellen an, geben dafür ein passendes Token auf Stellar aus und lösen es später wieder ein.

Damit Wallets mit vielen Anchors zusammenarbeiten, gibt es offene Standards, die Stellar Ecosystem Proposals (SEPs), etwa SEP-24 für Ein- und Auszahlungen. Bekanntes Beispiel ist MoneyGram Ramps: Darüber tauschen Wallet-Nutzer USDC auf Stellar in Bargeld und umgekehrt, laut Stiftung in mehr als 170 Ländern.

Eingebaute Börse und Pfadzahlungen

Anders als viele andere Netze bringt Stellar einen Handelsplatz im Protokoll selbst mit. Für jedes Paar von Vermögenswerten führt das Netz ein Orderbuch, Aufträge kommen nach Preis und Zeitpunkt zum Zug. Ergänzend gibt es Liquiditätspools, die Kurse nach der Formel des konstanten Produkts bilden und je Tausch 0,30 % an die Einleger weitergeben.

Darauf bauen Pfadzahlungen auf: Du schickst digitale Dollar, beim Empfänger kommen Euro-Token an. Den Weg über Orderbücher und Pools sucht das Netz selbst.

Soroban: Smart Contracts auf Stellar

Lange beherrschte Stellar nur fest eingebaute Vorgänge wie Zahlungen und Angebote. Am 20. Februar 2024 aktivierten die Validatoren mit Protokoll 20 die Plattform Soroban für Smart Contracts, den offiziellen Start im Hauptnetz verkündete die Stiftung am 19. März 2024. Verträge schreiben Entwickler in Rust, ausgeführt werden sie als WebAssembly. Weitere Upgrades folgten in kurzen Abständen, 2026 etwa Rechenbausteine für Zero-Knowledge-Beweise.

Stellar in Zahlen

  • 50 Mrd.Lumen insgesamt
  • 1 XLMMindestguthaben je Konto
  • 0,00001 XLMMindestgebühr je Vorgang
  • 2024Start von Soroban

Quelle: Stellar-Dokumentation, Stellar Development Foundation

Lumen: Menge, Gebühren und Mindestguthaben

Beim Start entstanden 100 Mrd. Lumen, eine eingebaute Inflation fügte danach weitere hinzu. Am 28. Oktober 2019 beendeten die Validatoren diese Inflation per Abstimmung. Am 4. November 2019 schickte die Stiftung gut 55,4 Mrd. Lumen an ein Konto ohne Unterzeichner, auf das niemand mehr zugreifen kann. Seitdem liegt die Gesamtmenge bei rund 50 Mrd. XLM.

Jeder Vorgang kostet mindestens 100 Stroops, also 0,00001 XLM; ein Stroop ist ein Zehnmillionstel Lumen. Die Gebühren landen auf einem gesperrten Konto und gehen an niemanden. Zusätzlich muss jedes Konto 1 XLM halten, jede Vertrauenslinie zu einem weiteren Token erhöht diesen Sockel um 0,5 XLM. Wo XLM am wenigsten kostet, zeigt unser Vergleich Stellar kaufen.

Wofür Stellar heute genutzt wird

Die Stiftung nennt vier Einsatzfelder: Zahlungen über Grenzen, tokenisierte Vermögenswerte, DeFi über Soroban und die Abwicklung von Stablecoins. Prominentes Beispiel ist der Fonds BENJI von Franklin Templeton, der seit April 2021 Stellar als Register seiner Anteile nutzt. Im DeFi-Bereich ist das Netz dagegen klein: Mitte Oktober 2026 steckten laut DefiLlama rund 220 Mio. € in seinen Anwendungen. Den Vergleich mit anderen Blockchains zeigt unsere Statistik zum Total Value Locked.

Stellar und XRP: verwandt, aber nicht gleich

Beide Projekte zielen auf schnelle, günstige Zahlungen und kommen ohne Mining aus, über Jed McCaleb und den ursprünglichen Code reichen die Wurzeln zum selben Ausgangspunkt. Seit 2015 arbeitet Stellar aber mit eigenem Konsensverfahren und eigener Software. Zudem steht hinter Stellar eine gemeinnützige Stiftung, hinter XRP mit Ripple ein Unternehmen. Wie sich beide Coins bei Rendite und Schwankung schlagen, vergleicht unsere Seite XRP vs. Stellar.

Stellar auf einen Blick bewertet

Stärken

  • Sehr niedrige Gebühren und Bestätigung in wenigen Sekunden
  • Anchors und offene Standards verbinden das Netz mit Bankkonten und Bargeld
  • Keine neuen Lumen seit dem Ende der Inflation 2019

Schwächen

  • Die Stiftung verwaltet noch einen großen Teil aller Lumen
  • Kein Staking, XLM bringt im Netz selbst keine laufenden Erträge
  • Kleines DeFi-Ökosystem verglichen mit großen Smart-Contract-Netzen

Risiken, die du kennen solltest

Ein Punkt ist die Verteilung. Laut dem Dashboard der Stellar-Dokumentation hält die Stiftung für ihre Aufgaben noch rund 15,6 Mrd. XLM. Was sie für Förderung ausgibt, kommt auf den Markt. Wie sich das im Preis niederschlägt, erklärt die Seite Stellar Kurs.

Dazu kommt die Konkurrenz: Um Stablecoins und tokenisierte Wertpapiere werben viele Blockchains bei denselben Banken und Fintechs. Außerdem erzeugen Zahlungen in digitalen Dollar nicht automatisch Nachfrage nach XLM, denn als Gebühr fallen nur Kleinstbeträge an. Welche Spanne unser Datenmodell für möglich hält, zeigt die Stellar Prognose.

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