Die japanische Bitcoin-Treasury-Firma Metaplanet hat im dritten Quartal 10.000 Bitcoin verkauft und danach 11.000 zurückgekauft, um Ratingagenturen zu zeigen, dass sie ihre Coins zu Geld machen kann. Ob sie damit ein Kreditrating bekommt, ist offen: Eine Gewähr dafür gebe es nicht, schreibt das Unternehmen selbst.
Das steht in einer Mitteilung des Unternehmens vom Montag. Verkauft hat Metaplanet zu durchschnittlich 12,47 Millionen Yen je Bitcoin und damit 124,7 Milliarden Yen erlöst, zurückgekauft zu 13,63 Millionen Yen. Unterm Strich wuchs der Bestand bis zum 30. September um 1.000 auf 44.000 Bitcoin. Wann genau im Quartal verkauft und zurückgekauft wurde, nennt die Mitteilung nicht.
Für jeden zurückgeholten Coin zahlte das Unternehmen damit gut 9 Prozent mehr, als es beim Verkauf bekommen hatte.
Metaplanet führt Ratingagenturen den Verkauf vor
Der Erlös lag über den Anleihen, Krediten und Vorzugsaktien abzüglich Kasse und Dollar-Stablecoins, die Metaplanet zum Quartalsende mit 122,4 Milliarden Yen beziffert, die Schulden laufen aber zu den bisherigen Bedingungen weiter. Getilgt wurde nichts.
Aus Sicht von Ratingagenturen zähle nicht nur, dass sich ein Vermögenswert verkaufen lässt, “but whether the issuer has the ability and willingness to actually sell that asset when needed”, heißt es in der Mitteilung. Metaplanet verweist dabei auf das veröffentlichte Rating eines ausländischen Konkurrenten, bei dem Bitcoin, die nach erklärter Politik nie verkauft werden, in der Kreditbewertung nur begrenzt zählen könnten. Vorstandschef Simon Gerovich fasste das nach Angaben von Decrypt in einem Satz zusammen: “We answered by doing it.”
In den USA bringt der Verkauf obendrein einen möglichen Steuervorteil. Weil die verkauften Coins teurer eingekauft worden waren, entsteht ein Kapitalverlust, für den Metaplanet bei Töchtern seiner US-Holding eine latente Steuerforderung von rund 97 Millionen Dollar schätzt. Die Zahl ist vorläufig und vom Prüfer nicht bestätigt, ob sie überhaupt angesetzt wird, ist offen. Einen neuen Bilanzverlust erzeugt der Verkauf nicht, weil Metaplanet seine Bitcoin ohnehin zum Marktwert bilanziert.
Der Bestand liegt unter dem eigenen Einstand
Im Schnitt hat Metaplanet für seine 44.000 Bitcoin 15,56 Millionen Yen je Coin bezahlt, insgesamt 684,5 Milliarden Yen. Zum Kurs von 13,53 Millionen Yen am Montag um 16:54 Uhr MESZ liegt der Bestand rund 13 Prozent darunter und ist etwa 595 Milliarden Yen wert, umgerechnet knapp 3,8 Milliarden Dollar (Quelle: CoinGecko). Nach Angaben von Decrypt bleibt Metaplanet damit die zweitgrößte börsennotierte Bitcoin-Treasury-Firma, weit hinter Strategy mit 848.000 Bitcoin.
Die verkauften 10.000 Bitcoin entsprechen zum heutigen Kurs rund 856 Millionen Dollar, eine Menge, die zeigt, dass auch erklärte Langfristhalter verkaufen, wenn es ihrer Finanzierung dient. Wie das Modell dieser Firmen funktioniert, beschreibt unser Beitrag darüber, wie Metaplanet zwei Milliarden in Bitcoin investiert hat; was hinter dem Coin selbst steckt, erklärt der Ratgeber Was ist Bitcoin.
Als Nächstes will Metaplanet ein Kreditrating beantragen und sich darüber Anleihen und Vorzugsaktien als Geldquelle erschließen, einen Zeitpunkt nennt es nicht.
Wer Bitcoin direkt statt über die Aktie einer Treasury-Firma halten will, kann ihn unter anderem bei eToro handeln. Weitere Anbieter und ihre Kosten listet der Krypto-Börsen Vergleich auf.


























