Das Gemeinschaftsunternehmen der Kryptobörse OKX und der NYSE-Mutter ICE will Aktien von Nvidia, Apple, Tesla und Coinbase rund um die Uhr auf der Blockchain handeln lassen. Die Anmeldung stammt vom Sonntag, der Start ist frühestens 30 Tage später möglich.
Die Gesellschaft heißt OKXICE LLC und gehört je zur Hälfte der Intercontinental Exchange und einer US-Tochter von OKX. In ihrer am 4. Oktober veröffentlichten Pflichtmitteilung listet sie 63 Werte auf, die als Token gehandelt werden sollen, darunter neben den großen Technologiekonzernen auch Strategy, Circle, Robinhood und BitGo. Gehandelt wird nach der Mitteilung “24 hours per day, seven days per week”, bezahlt wird in den Stablecoins USDC, USDG oder USDT.
Grundlage ist eine Ausnahme der US-Börsenaufsicht SEC vom September, die solche Handelsplätze für fünf Jahre vom Status einer Börse befreit. Wir haben die Ausnahme für tokenisierte Aktien bei ihrer Vorstellung ausführlich beschrieben.
OKXICE handelt über Liquiditätspools statt über ein Orderbuch
Ein Orderbuch, in dem Kauf- und Verkaufsaufträge aufeinandertreffen, betreibt OKXICE nicht. Gehandelt wird gegen Liquiditätspools der dezentralen Börse Uniswap in der Version 4, die auf der OKX-eigenen Blockchain XLayer laufen. Der Preis ergibt sich dort aus dem Verhältnis von Aktien-Token und Stablecoins im Pool, ähnlich wie bei einer dezentralen Krypto-Börse.
Offen ist der Zugang trotzdem nicht. Handeln darf nur eine Wallet, die ein nicht übertragbares Zugangs-Token von OKXICE trägt, und das gibt es erst nach Identitätsprüfung, Geldwäsche- und Sanktionskontrolle durch die OKX-Gesellschaft in den USA. Die Token selbst gibt nicht OKXICE aus, sondern ein Dritter, der über einen bei der SEC registrierten Broker für jeden Token eine echte Aktie hält. Dividenden und Stimmrechte sollen dadurch genauso beim Inhaber ankommen wie bei der Aktie im Depot.
Ein Unternehmen hat bereits widersprochen.
Der KI-Chiphersteller Cerebras hat nach der Mitteilung Einspruch dagegen eingelegt, dass seine Aktie dort als Token gehandelt wird. Die SEC verlangt, dass jeder Emittent vorab informiert wird und widersprechen kann, bevor Dritte seine Aktie tokenisieren.
SEC-Chef Atkins will den Handel auf der Blockchain in den USA halten
Die Börsenaufsicht schreibt vor, dass ein solcher Handelsplatz seine Mitteilung mindestens 30 Kalendertage vor dem Start veröffentlicht. Vor Anfang November kann OKXICE damit nicht beginnen; einen Termin nennt die Startseite des Projekts nicht. SEC-Vorsitzender Paul Atkins hatte am Freitag auf X die Ausnahme als Teil einer Reihe von Lockerungen beschrieben, die anerkennen, “that onchain markets should not be relegated offshore or forced into ill-fitting regulatory models”.
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich zunächst nichts. Die Mitteilung beschreibt einen US-Handelsplatz, der Privatpersonen unter anderem nach ihrer US-Sozialversicherungsnummer fragt; ob und wann Kunden außerhalb der USA zugelassen werden, sagt sie nicht. Tokenisierte US-Aktien gibt es für Kunden im EWR schon heute auf anderen Wegen, etwa über die xStocks bei Kraken, allerdings als Produkt eines Anbieters außerhalb der regulierten US-Börsenwelt. Der Token OKB der Börse OKX legte in 24 Stunden 3,4 Prozent auf 124,70 US-Dollar zu (Stand 05.10.2026, 07:33 Uhr MESZ; Quelle: CoinGecko).
Jede neue Fassung der Mitteilung erscheint auf derselben Projektseite von OKX, und dort wird sich zeigen, ob nach Cerebras weitere Unternehmen widersprechen.
Aktien von Krypto-Unternehmen wie Coinbase lassen sich schon heute ganz klassisch unter anderem bei eToro handeln. Wie sich die Handelsplätze bei Kosten und Angebot unterscheiden, zeigt unser Krypto-Börsen Vergleich.


























