Trezor warnt vor mutmaßlichem Implantat in einem Safe 5
Ein Käufer hat in seinem Trezor Safe 5 nach eigenen Angaben eine fremde Funkplatine gefunden. Trezor hat das Gerät noch nicht geprüft, rät aber allen CryptoBilis-Kunden seit März 2026, ihre Coins sofort auf eine neue Wallet zu übertragen.
Ein Käufer in Südostasien hat in seinem Trezor Safe 5 nach eigenen Angaben eine fremde Platine mit Mobilfunkmodul gefunden. Trezor hat das Gerät noch nicht geprüft, nimmt den Bericht aber ernst und rät allen, die seit März 2026 beim Händler CryptoBilis gekauft haben, ihre Coins sofort auf eine neue Wallet zu übertragen.
Gekauft hatte der Kunde die Hardware-Wallet im August über den Shop von CryptoBilis auf der Plattform Tokopedia. Seine Coins hatte er schon abgezogen, bevor er die Platine entdeckte. Verloren hat er also nichts. Am 28. Oktober meldete er den Fund an Trezor.
Bestätigt waren solche Implantate aus dem Umfeld von CryptoBilis bislang nur in Geräten von Ledger, das im Oktober ein Spionage-Implantat im Gerät eines Opfers nachgewiesen hatte. Trezor hatte damals erklärt, es gebe keine Hinweise auf manipulierte eigene Geräte, und sein Händlernetz vorsorglich verkleinert. Verluste von CryptoBilis-Kunden sind Trezor nach eigener Darstellung bisher nicht gemeldet worden.
Die fremde Platine sitzt zwischen Hauptplatine und Display
Laut dem Bericht, den Trezor in einem Blogbeitrag wiedergibt, steckt im Gerät eine zusätzliche Leiterplatte mit Mobilfunkmodul und Antenne. Sie soll übertragen, was das Display zeigt, auch die Wiederherstellungsphrase, sobald das Gerät angeschlossen ist. “We haven’t received the device to confirm this”, schreibt Trezor, das Gerät liege also noch nicht vor. Vier andere Kundengeräte hat Trezor nach Angaben von The Block bereits untersucht und keine Spuren einer Manipulation gefunden.
Danny Sanders, bei Trezor als Chief Commercial Officer für den Vertrieb zuständig, begründete die frühe Warnung gegenüber The Block: “We’d rather warn people now than wait for confirmation and find out someone lost their funds in the meantime.” Lieber jetzt warnen, als auf eine Bestätigung zu warten und dann von Verlusten zu erfahren.
Trezor ersetzt jedes Gerät, das seit März über CryptoBilis verkauft wurde
Die Warnung gilt nicht nur für den Safe 5, sondern für jedes Trezor-Modell aus dem Bestand des Händlers. Betroffene sollen eine neue Wallet mit neuer Wiederherstellungsphrase anlegen, denn die alte Phrase auf einem anderen Gerät einzuspielen, löst das Problem laut Trezor nicht. Wer das Gerät noch nicht eingerichtet hat, soll es gar nicht erst in Betrieb nehmen. Über den Support schickt Trezor ein neues Gerät oder einen Gutschein, das alte bleibt beim Kunden.
Selbst nachprüfen lässt sich ein Gerät nach Darstellung des Herstellers nicht: “Weighing isn’t a reliable test, and there’s no dependable way to inspect a device yourself.” Auch das Wiegen hilft demnach nicht. Zugleich rechnet Trezor mit Betrügern, die den Fall für Phishing nutzen, und erinnert daran, dass der Support nie nach der Wiederherstellungsphrase fragt.
CryptoBilis ist seit dem 9. Oktober kein Trezor-Händler mehr
An diesem Tag, an dem Ledger seine Untersuchung zu Diebstählen bei CryptoBilis-Kunden begann, entzog Trezor dem Händler die Zulassung. Käufer in Deutschland, Österreich und der Schweiz betrifft die Warnung nur, wenn ihr Gerät von CryptoBilis stammt. Dass manipulierte Wallets auch in Europa auftauchen können, hatten im Oktober allerdings präparierte Ledger aus MediaMarkt-Filialen gezeigt.
Ob die Platine im Safe 5 tatsächlich funkt, wird erst die Untersuchung zeigen, die Trezor nach Eingang des Geräts vornehmen will, nach eigenen Angaben in Abstimmung mit Ledger. Wer ein Trezor kaufen will, bezieht es am besten direkt beim Hersteller, etwa den Trezor Safe 3*.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




