Südkoreas größte Kryptobörse hat ihre Kunden aufgefordert, bei Auszahlungen an Bitget vorsichtig zu sein. Sollte es nötig werden, will Upbit Überweisungen an die Börse ganz sperren. Anlass ist der Angriff auf Bitgets Hot Wallets, bei dem nach Angaben der Börse rund 387,5 Millionen Dollar abflossen.
Upbit hat die Mitteilung am 25. September um 9:16 Uhr Ortszeit veröffentlicht, einen Tag nach dem Angriff. Die Börse schreibt, sie habe “Anzeichen für die Entwendung eines Teils der Vermögenswerte” bei Bitget festgestellt, und bittet ihre Kunden, bei Auszahlungen an diesen Handelsplatz achtzugeben.
Man beobachte den Vorfall fortlaufend. Je nach Lage könne man Auszahlungen an die Börse als Anlegerschutzmaßnahme beschränken. Ob es dazu kommt, will Upbit gesondert mitteilen.
Der Hinweis, der am meisten zählt
Im Kleingedruckten steht der praktisch wichtigste Satz: Eine Auszahlung lässt sich nach dem Absenden nicht mehr zurückholen. Upbit rät deshalb, die Zieladresse vor jedem Versand zu prüfen.
Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, ist in dieser Lage aber die eigentliche Gefahr. Wer jetzt Guthaben zu Bitget schickt, schickt es auf einen Handelsplatz, der Auszahlungen gerade gestoppt hat. Das Geld kommt an und bleibt dort, bis Bitget die Freigabe erteilt.
Bitget hat inzwischen einen Zeitplan genannt: Die Freigabe beginnt am 28. September mit Bitcoin, wie wir im Bericht über die stufenweise Freigabe der Auszahlungen beschrieben haben. Upbits Warnung stammt vom Tag davor und nimmt darauf noch keinen Bezug.
Warum eine Warnung aus Seoul hier zählt
Upbit ist kein beliebiger Handelsplatz. Die Börse gehört zum Unternehmen Dunamu und wickelt einen Großteil des koreanischen Kryptohandels ab, einem der weltweit aktivsten Märkte.
Bemerkenswert ist die Rollenverteilung: Nicht eine Aufsichtsbehörde warnt hier vor einem Wettbewerber, sondern eine Börse vor der anderen. Dass ein Handelsplatz Überweisungen an einen anderen einschränkt, ist in Südkorea durch die dortigen Meldepflichten für Krypto-Dienstleister nicht ungewöhnlich, als Reaktion auf einen Sicherheitsvorfall aber ein deutliches Signal.
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt der Rat unabhängig von der Börse, bei der sie sind: Guthaben auf einen Handelsplatz zu schicken, der gerade keine Auszahlungen zulässt, verschiebt das eigene Geld in eine Lage, aus der man es nicht selbst wieder herausholen kann.
Ob Upbit die Sperre tatsächlich verhängt, war bis zum 26. September nicht mitgeteilt.
Welche Handelsplätze in Deutschland verfügbar sind und wie sie bei Sicherheit und Verwahrung abschneiden, steht im Krypto-Börsen Vergleich.


























