Die niederländische Zentralbank hat Qivalis als E-Geld-Institut zugelassen. Damit darf das Gemeinschaftsunternehmen von 37 europäischen Banken, darunter DZ Bank, Deka und Helaba, einen Euro-Stablecoin ausgeben. Gestartet ist der Token noch nicht: Vorher braucht es ein Whitepaper, die Ausgabe ist erst “in den kommenden Monaten” geplant.
Das Amsterdamer Unternehmen gab die Zulassung durch De Nederlandsche Bank (DNB) am Mittwoch in einer Mitteilung bekannt. Qivalis steht nun unter der laufenden Aufsicht der DNB und darf auf Euro lautende E-Geld-Token ausgeben, wie die europäische Kryptoverordnung MiCA Stablecoins nennt, die an eine einzige Währung gekoppelt sind.
Vorstandschef Jan-Oliver Sell sagte dazu: “Europe’s currency deserves Europe’s rules – on-chain.” Europas Währung verdiene also auch auf der Blockchain europäische Regeln.
Die Lizenz bindet den Token an Bankeinlagen und Rücktausch
Die Lizenz als E-Geld-Institut ist unter MiCA die Voraussetzung für einen Stablecoin auf Euro-Basis. Sie legt dem Herausgeber feste Pflichten auf: Inhaber können ihre Token jederzeit zum Nennwert in Euro zurücktauschen, und Zinsen darf der Herausgeber auf die Token nicht zahlen. Den Gegenwert muss er getrennt und sicher anlegen, einen festen Mindestanteil davon als Einlagen bei Kreditinstituten.
Hinter Qivalis stehen 37 Banken aus 15 Ländern.
Kaufen werden Privatanleger den Token nicht direkt bei Qivalis. Das Unternehmen setzt auf ein Vertriebsmodell über Dritte: Banken, Kryptobörsen, Zahlungsdienstleister und Marktinfrastrukturen sollen ihn an ihre Kunden weitergeben. Wie der Token heißt, auf welcher Blockchain er läuft und wann genau er startet, lässt die Mitteilung offen.
Deutsche und österreichische Häuser sitzen mit am Tisch
Auf der Internetseite von Qivalis stehen mit DZ Bank, Deka und Helaba drei deutsche Institute unter den Unterstützern, aus Österreich die Erste Group und Raiffeisen Bank International. Eine Schweizer Bank ist nicht darunter. Ob die Sparkassen und Volksbanken, deren Zentralinstitute hier mitmachen, den Token später auch Privatkunden anbieten, ist offen.
Ganz neu ist ein Euro-Stablecoin unter MiCA nicht. Börsen in Europa werben bereits für Alternativen, etwa eToro und SwissBorg für EURØP, und Anbieter wie AllUnity bringen eigene Stablecoins unter MiCA auf den Markt. Die großen Stablecoins wie USDT und USDC lauten dagegen auf Dollar.
Was ein Bündnis von 37 Banken daran ändert, zeigt sich erst, wenn der erste Token ausgegeben ist.
Einen Euro-Stablecoin unter MiCA gibt es bereits heute: EURØP lässt sich unter anderem bei Bitpanda kaufen. Welche Handelsplätze weitere Stablecoins führen, zeigt der Krypto-Börsen Vergleich.


























