Elf europäische Kryptofirmen, darunter eToro, SwissBorg und Coinhouse, haben in Paris ein Konsortium für den Euro-Stablecoin EURØP gegründet. Eine Listing-Zusage ist damit ausdrücklich nicht verbunden: Jedes Mitglied entscheidet selbst, ob und wie es den Token anbietet.
Hinter dem Eurøpe Consortium steht Schuman Financial, der Herausgeber von EURØP. Nach der Mitteilung vom Montag gehören außerdem Assetera, Blox, Coinmerce, DFNS, LCX, der Schuman-Investor RockawayX und die Entwicklerorganisation XRPL Commons dazu. Abstimmen wollen sich die Firmen beim Vertrieb, bei der Anbindung an Wallets und Handelsplätze, bei Anwendungen für Privat- und Firmenkunden und in der Öffentlichkeitsarbeit.
Wie weit das reicht, schränkt die Seite des Konsortiums selbst ein: “Participation does not itself imply a particular listing, integration or liquidity commitment.” Jede Firma trifft ihre geschäftlichen, technischen und regulatorischen Entscheidungen weiter allein.
Dollar-Token stellen fast den gesamten Stablecoin-Markt
Stablecoins sind Token, die einen festen Wert zu einer Währung halten sollen; im Kryptohandel dienen sie als Zahlungsmittel und Zwischenstation zwischen zwei Trades. Rund 99 Prozent ihres Marktwerts entfallen nach Angaben des Konsortiums, das sich auf den Finanzstabilitätsbericht der EZB vom November 2025 beruft, auf Dollar-Token, Euro-Stablecoins kommen auf weniger als ein Prozent. RockawayX-Gründer Viktor Fischer sagte dazu: “Onchain, the dollar outweighs the euro more than 300 to 1, which makes little sense for the world’s second reserve currency.”
Wie klein EURØP selbst noch ist, zeigen die Umlaufzahlen. Der Marktführer EURC von Circle ist knapp 30-mal so groß, und allein der Dollar-Stablecoin USDT kommt auf einen Marktwert von 184 Milliarden Dollar, rund 11.600-mal so viel wie EURØP.
| Euro-Stablecoin | Herausgeber | Umlauf in Mio. Token (je rund 1 Euro) |
|---|---|---|
| EURC | Circle | 421,9 |
| EURI | Banking Circle | 33,1 |
| EURØP | Schuman Financial | 14,2 |
| EURS | Stasis | 5,9 |
Stand 05.10.2026, 12:02 Uhr MESZ, Quelle: CoinGecko
Schuman Financial hält die Reserven bei Banken
EURØP ist ein E-Geld-Token nach der europäischen Kryptoverordnung MiCA. Ausgegeben wird er von einem E-Geld-Institut der Schuman-Gruppe, das die französische Aufsicht ACPR zugelassen hat, und die Reserven liegen nach Angaben des Herausgebers bei der Société Générale und weiteren namentlich genannten Kreditinstituten. Der Token läuft auf sechs Blockchains, darunter Ethereum, Solana und der XRP Ledger.
Genau diese Bankeinlagen sind in Brüssel gerade umstritten.
Lockern wollen die Pflicht, einen Teil der Reserven als Einlage bei Banken zu halten, sowohl Europas Notenbanken als auch Circle, das seine Forderungen in der Konsultation zur MiCA-Überprüfung eingereicht hat. Für einen reinen Euro-Herausgeber wie Schuman hängt davon ab, wie viel der Reserve auf Bankkonten statt in kurzlaufenden Staatsanleihen liegen muss. Eine Entscheidung der EU-Kommission steht noch aus.
SwissBorg-Kunden halten EURØP schon, eToro nennt keinen Termin
SwissBorg-Chef Cyrus Fazel sagt, die eigene Community könne EURØP “for some time” halten und nutzen; gefehlt habe ein abgestimmter Markt. eToro-Kryptochef Ouriel Ohayon spricht davon, die “liquidity, distribution and utility” aufzubauen, die der Euro on-chain brauche. Ob und ab wann eToro den Token selbst handelbar macht, steht in der Mitteilung nicht.
Für Anleger im DACH-Raum ist ein Euro-Stablecoin vor allem ein Parkplatz zwischen zwei Trades, der im Gegensatz zu USDT oder USDC kein Wechselkursrisiko zum Dollar trägt. Zinsen dürfen Herausgeber und Kryptodienstleister auf E-Geld-Token nach MiCA nicht zahlen. Bei einzelnen großen Handelsplätzen ist EURØP bereits gelistet, die Kosten hängen dort am jeweiligen Gebührenmodell. Wie liquide der Handel ist, zeigt sich erst, wenn mehr Plattformen mitziehen.
Weitere Banken und Zahlungsdienstleister will das Konsortium nach eigener Ankündigung noch gewinnen, Namen nennt es bislang keine.
EURØP lässt sich unter anderem bei Bitpanda kaufen und dort gegen Bitcoin oder andere Coins tauschen. Wie sich Spreads und Gebühren zwischen den Plattformen unterscheiden, steht in unserem Krypto-Börsen Vergleich.


























