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56 Volks- und Raiffeisenbanken melden Kryptohandel bei der BaFin an

56 Volks- und Raiffeisenbanken haben bei der BaFin den Kryptohandel angezeigt, zeigt das MiCA-Register der ESMA. Ein Eintrag heißt noch nicht, dass der Handel in der App der eigenen Bank schon läuft.

Ein weißer Steintresen in einer hellen Bankfiliale trägt groß das blau-orange Zeichen der Volksbanken Raiffeisenbanken, oben auf dem Tresen stehen eine goldene Bitcoin- und eine silberne Ether-Münze in einer grauen Schale.

Am Tag, an dem die ersten Sparkassen den Kryptohandel freischalten, zeigt das europäische MiCA-Register, wie weit die Genossenschaftsbanken schon sind: 56 Volks- und Raiffeisenbanken haben bei der BaFin angezeigt, Kauf- und Verkaufsaufträge für Kryptowerte auszuführen. Ein Eintrag heißt allerdings noch nicht, dass der Handel in der App der jeweiligen Bank schon läuft.

Die Zahl stammt aus dem Übergangsregister der Europäischen Wertpapieraufsicht ESMA, das zuletzt am 16. Oktober aktualisiert wurde. Wir haben die Liste der Kryptodienstleister am Montag ausgewertet. Neu hinzugekommen sind unter anderem die VR-Bank Alb-Blau-Donau und die VR Bank im südlichen Franken, wie auch Cointelegraph berichtet.

Bei 54 der 56 Banken liegt das Datum der Anzeige bereits zurück, für die Raiffeisenbank Rehling nennt das Register den 30. Oktober, für die VR Bank Lahn-Dill den 13. November.


Seit Juli melden jeden Monat neue Genossenschaftsbanken an

Den Anfang machten im November 2025 die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte und die Volksbank Mittlerer Schwarzwald. Im ersten Halbjahr 2026 kamen nur drei dazu, ab Juli zog das Tempo an:

Datum der Anzeige Volks- und Raiffeisenbanken
November und Dezember 2025 8
Januar bis Juni 2026 3
Juli 2026 9
August 2026 15
September 2026 11
Oktober 2026 (bis 12.10.) 8
mit späterem Datum 2

Quelle: ESMA, Interim MiCA Register (CASPS.csv), Stand 16.10.2026, eigene Auswertung

Alle 56 Banken haben nur einen einzigen Dienst angezeigt: die Ausführung von Aufträgen für Kunden. Das liegt am Aufbau des Angebots “meinKrypto”, das die DZ Bank und der IT-Dienstleister Atruvia für die Gruppe gebaut haben. Die Coins verwahrt Boerse Stuttgart Digital Custody, ausgeführt werden die Orders über die EUWAX; die DZ Bank selbst steht seit dem 23. Dezember 2025 mit Verwahrung, Orderausführung und Transfer im Register.

Jede Bank entscheidet selbst, ob sie mitmacht.

Wer mitmachen will, muss die Anzeige nach Artikel 60 der MiCA-Verordnung selbst bei der BaFin einreichen. Eine eigene Lizenz brauchen Kreditinstitute dafür nicht. Handelbar sind über “meinKrypto” Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Cardano, und zwar nur für Kunden, die ohne Beratung selbst entscheiden.


Die Sparkassen gehen den Weg über die DekaBank

Bei den Sparkassen sieht das Register ganz anders aus. Dort steht keine einzelne Sparkasse, sondern nur die DekaBank, die seit Dezember 2025 Verwahrung, Orderausführung und Transfer angezeigt hat und seit Juni 2026 auch den Tausch gegen Euro; über sie laufen seit Montag die Aufträge, mit denen die ersten Sparkassen den Kryptohandel in ihrer App gestartet haben.

Für die Kunden heißt das: Ob ein Volksbank-Kunde Bitcoin in der VR Banking App kaufen kann, hängt allein von seiner eigenen Bank ab. Die Genossenschaftsbanken in Bayern hatten schon im März angekündigt, das Geschäft nicht offensiv zu bewerben. Alexander Leißl, Prüfungsvorstand des Genossenschaftsverbands Bayern, sagte damals laut IT Finanzmagazin: “Es ist so, dass wir in dem Bereich Kryptowährungen nicht operatives Geschäft forcieren.” Krypto gehöre aber “einfach zum ganzheitlichen Bankangebot”.

Bei den Kosten gibt es kein einheitliches Bild. Die VR-Bank Würzburg, nach Angaben von BTC-ECHO im Mai die erste Genossenschaftsbank mit dem Angebot, stellt Wallet-Eröffnung und Verwahrung demnach kostenlos. Was Kauf und Verkauf kosten, regelt jede Bank in ihrem eigenen Preisverzeichnis. Wer daneben Börsen und Broker mit eigener Zulassung vergleichen will, findet sie in unserer Übersicht der BaFin-regulierten Krypto-Börsen.

Auch außerhalb der beiden Verbünde füllt sich das Register. Die Santander-Tochter Openbank Deutschland steht dort mit Verwahrung und Orderausführung ab dem 23. Oktober, die Deutsche Bank hatte erst vor einer Woche die MiCA-Hürde für ihre Krypto-Verwahrung genommen.

Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

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Sven Meisinger

Über Sven Meisinger

Redakteur bei Krypto-Boersen.com mit Schwerpunkt auf fundierte Marktanalysen und aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Assets. Durch tiefgreifende Recherche und datenbasierte Analysen liefert er präzise Einschätzungen zu Markttrends, regulatorischen Veränderungen und technologischen Innovationen in der Blockchain-Industrie. Seine Expertise umfasst sowohl technische Chartanalysen als auch fundamentale Bewertungen von Kryptowährungen und DeFi-Protokollen.

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