Die Deutsche Bank steht seit dem 12. Oktober im MiCA-Register der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA, eingetragen für die Verwahrung und Übertragung von Kryptowerten. Einen Starttermin nennt die Bank nicht, nach einem Bericht von Reuters soll der Dienst für Firmenkunden in Deutschland in wenigen Wochen beginnen und 2027 nach Asien gehen.
Der Eintrag ist in der Registerdatei der ESMA vom Freitag zu finden. Geführt wird die Deutsche Bank Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt, zuständige Behörde ist die BaFin, und freigegeben sind genau zwei Dienste: die Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten für Kunden sowie deren Übertragung. Handel, Tausch oder Beratung gehören nicht dazu.
Damit ist der Vorbehalt erfüllt, unter den die Bank ihr Vorhaben im September gestellt hatte. Als sie am 16. September den Start ihrer Krypto-Verwahrung ankündigte, hieß es in der Mitteilung der Bank noch, das Angebot hänge vom Abschluss des aufsichtsrechtlichen Verfahrens ab.
Die Bank zeigt die Dienste an, statt eine Lizenz zu beantragen
Cointelegraph spricht von einer Zulassung durch die BaFin. Genau genommen braucht eine Bank keine: Kreditinstitute dürfen Kryptodienste nach Artikel 60 der MiCA-Verordnung anbieten, wenn sie diese vorher bei ihrer Aufsicht anzeigen. Die ESMA führt beide Wege in derselben Liste, mit einem gemeinsamen Datumsfeld für Zulassung und Anzeige.
Zum Start verwahrt die Bank Bitcoin und Ether sowie die Stablecoins USDC, EURC und EURAU. Sie verwaltet die Wallets und privaten Schlüssel, die Technik kommt vom Schweizer Anbieter Taurus, mit dem sie seit 2023 zusammenarbeitet. Kunden sind Unternehmen, Vermögensverwalter, Hedgefonds, Broker und staatliche Stellen in Europa.
Privatkunden sind ausdrücklich nicht vorgesehen.
Podobnik will Asien erst nach dem deutschen Start angehen
Gerald Podobnik, Co-Leiter der Unternehmensbank, hat den Zeitplan am Freitag in Bangkok am Rande der Herbsttagung von IWF und Weltbank gegenüber Reuters umrissen. Nach Deutschland sollen Finanzplätze in Asien folgen, 2027 und abhängig von Genehmigungen, Tests und der Nachfrage der Kunden. Welche Länder zuerst kommen, ließ er offen. Begründet hat er den Schritt mit dem Wachstum digitaler Vermögenswerte, darunter Stablecoins im Wert von Hunderten Milliarden Dollar.
Schon im September hatte er die Richtung vorgegeben: “Digital assets are not a replacement for the traditional financial system but an important complement to it.” Digitale Vermögenswerte seien kein Ersatz für das klassische Finanzsystem, sondern eine wichtige Ergänzung.
Als erste deutsche Großbank kommt die Deutsche Bank nicht. Die Commerzbank steht seit dem 7. April 2025 mit Verwahrung im selben Register, die DekaBank seit dem 1. Dezember 2025, die DZ Bank seit dem 23. Dezember 2025. Das Frankfurter Haus folgt also rund anderthalb Jahre nach dem Wettbewerber aus derselben Stadt.
Bis Banken wie die Deutsche Bank auch Privatkunden bedienen, führt der Weg für Anleger über andere Häuser: Bitcoin und Ether lassen sich als börsengehandelte Produkte zum Beispiel im Depot bei Scalable Capital halten. Wer dafür sein Depot vergleichen will, findet die Kosten in unserem Scalable-Capital-Test.


























