Patrick Witt ist nicht mehr Exekutivdirektor des Krypto-Beirats im Weißen Haus. Seine Abordnung aus dem Verteidigungsministerium ist ausgelaufen, wie das Weiße Haus am Mittwoch bestätigte; einen Nachfolger nannte es nicht. Witt war zuletzt der einzige verbliebene Mitarbeiter des Beirats.
Öffentlich machte den Abgang die Journalistin Eleanor Terrett. Sie hatte nach eigenen Angaben eine Woche lang dreimal beim Weißen Haus nachgefragt, ob Witt noch im Amt sei, und keine Antwort bekommen. Am Mittwochabend um 21:23 Uhr MESZ schrieb sie dann auf X, Witts Abordnung sei abgelaufen, und zitierte einen Regierungsvertreter: “The White House appreciates his service to the Trump administration and wishes him the best in his future endeavors.”
Mehr als Dank und gute Wünsche gab es nicht.
Witt selbst wollte sich nicht äußern. Nach Angaben von The Block ließ das Weiße Haus die Frage nach einer Nachfolge offen.
Der Beirat hat in einem Jahr drei Spitzenleute verloren
Den Krypto-Beirat leitete von Januar bis August 2025 Bo Hines, der damals noch ein Gesetz zur Bitcoin-Reserve für das laufende Jahr in Aussicht stellte. Im August 2025 wechselte er in die Privatwirtschaft, und sein Stellvertreter Witt rückte auf.
Im März 2026 endete die Amtszeit von David Sacks als Beauftragter der Regierung für Krypto und künstliche Intelligenz. Ende Juli ging Witts Stellvertreter Harry Jung. Witt wollte im Juli ebenfalls gehen, um eine Pflichtausbildung bei der Nationalgarde von Georgia anzutreten, verschob sie aber, als der CLARITY Act im Senat in die Schlussphase ging.
Das Gesetz, das die Zuständigkeit von SEC und CFTC für Kryptowerte regeln soll, scheiterte im September an einer ersten Verfahrensabstimmung im Senat mit 49 zu 50 Stimmen. Strittig sind nach Angaben von The Block weiter die Zinsen auf Stablecoins, die Ethikregeln und der Umgang mit den Kryptobeständen des Präsidenten.
Witt ist nun der Letzte, der geht.
Die angekündigten Bitcoin-Käufe bleiben ohne Fürsprecher
Für Anleger war Witt vor allem als Stimme der Bitcoin-Reserve wichtig. Die Reserve besteht seit einer Anordnung des Präsidenten vom 6. März 2025 nur aus beschlagnahmten Coins; Käufe mit Haushaltsgeld bräuchten nach einer früheren Aussage Witts, die BlockTrainer wiedergibt, eine Ermächtigung des Kongresses. Ende April hatte er auf der Bitcoin-Konferenz in Las Vegas nach derselben Quelle eine große Ankündigung für die folgenden Wochen in Aussicht gestellt. Sie kam nie.
Wie viele Bitcoin die US-Regierung hält, hat sie bis heute nicht offiziell beziffert. Schätzungen, die Crypto Briefing zusammengetragen hat, lagen Anfang Oktober bei 319.000 bis 328.000 Coins.
Kurzfristig ändert der Abgang für Anleger in Europa wenig. Längerfristig fehlt in Washington ein fester Ansprechpartner, wenn der CLARITY Act wieder auf die Tagesordnung kommt, und ohne dieses Gesetz bleibt offen, welche US-Behörde für welchen Token zuständig ist.
Bitcoin lässt sich unabhängig von der Politik in Washington unter anderem bei eToro handeln. Gebühren und Angebot der übrigen Plattformen stehen im Krypto-Börsen Vergleich.


























