Vorfall bei Amplitude trifft Kontaktdaten von Coinbase-Kunden
Ein Sicherheitsvorfall beim Analysedienst Amplitude betrifft Kontaktdaten eines Teils der Coinbase-Kunden. Wie viele, sagt die Börse nicht; eigene Systeme und Guthaben seien nicht betroffen.
Beim Analysedienst Amplitude, für den Coinbase Kunde ist, hat es einen Sicherheitsvorfall gegeben, der Kontaktdaten eines Teils der Coinbase-Kunden betrifft. Wie viele Kunden es trifft und welche Angaben genau, sagt die Börse nicht. Die eigenen Systeme seien nicht angegriffen worden und die Guthaben unberührt, teilte Coinbase in der Nacht zum Mittwoch mit.
“Coinbase has not had a data breach”, beginnt die Stellungnahme, die das Supportkonto der Börse am Mittwoch um 3:49 Uhr MEZ auf X veröffentlichte, ein eigenes Datenleck habe es demnach nicht gegeben. Der Vorfall bei Amplitude habe “a small subset of Coinbase customer contact data, among other Amplitude customers” betroffen, einen kleinen Teil der Kontaktdaten von Coinbase-Kunden und daneben Daten weiterer Kunden des Dienstes.
Betroffene Kunden und die zuständigen Aufsichtsbehörden werden nach Angaben von Coinbase so benachrichtigt, wie es das Gesetz verlangt.
Ob E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder Anschriften betroffen sind, lässt die Mitteilung offen, ebenso den Zeitpunkt des Vorfalls. Eine auf X verbreitete Zahl von mehr als 70.000 Nutzern ist nach Recherchen des Branchendienstes Unchained nicht belegt, und Coinbase hat sich dazu nicht geäußert.
Amplitude wertet für Unternehmen aus, wie Nutzer sich in Apps und auf Webseiten bewegen, und bekommt dafür Daten aus deren Kundenbestand; eine Stellungnahme des Dienstleisters war bis Mittwochmittag nicht zu finden, und auch die übrigen betroffenen Firmen sind nicht genannt.
Betrüger nutzten schon 2025 erbeutete Coinbase-Daten
Für Kunden macht es wenig Unterschied, ob ein Leck bei der Börse oder bei einem Zulieferer entsteht: Wer Name und Kontaktadresse kennt, kann gezielt anschreiben oder anrufen. Wie das abläuft, zeigt die Phishing-Welle gegen Kunden des Wallet-Herstellers Foundation in dieser Woche.
Coinbase selbst kennt die Masche aus eigener Erfahrung. Im Mai 2025 hatte die Börse offengelegt, dass Kriminelle Support-Mitarbeiter im Ausland bestochen und Kundendaten abgezogen hatten; nach einer Meldung an die Generalstaatsanwaltschaft von Maine waren 69.461 Kunden betroffen, mit Namen, Anschriften, teilweise geschwärzten Sozialversicherungsnummern und Bildern von Ausweisen. Eine Lösegeldforderung über 20 Millionen Dollar lehnte Coinbase ab, die Kosten für Aufarbeitung und Erstattungen bezifferte sie auf 180 bis 400 Millionen Dollar.
Mit Anrufen als angeblicher Coinbase-Support erbeutete auch ein Betrüger aus New York 16 Millionen Dollar, der dafür bis zu zwölf Jahre in Haft muss. Opfer überweisen bei dieser Masche ihre Coins selbst, weil sie dem Anrufer glauben.
Coinbase nennt Schlüssel und Guthaben nicht als betroffen
Ob auch Konten aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz betroffen sind, sagt Coinbase nicht. Wer eine Benachrichtigung bekommt, muss nach der Mitteilung davon ausgehen, dass seine Kontaktdaten in fremden Händen sind; Passwörter, Schlüssel oder Guthaben nennt die Börse nicht als betroffen. Woran sich gefälschte Coinbase-Nachrichten erkennen lassen, steht in unserer Übersicht über die gängigen Betrugsmaschen.
Wann Amplitude den Einbruch bemerkt hat und wie lange die Daten offenlagen, hat bislang keines der beiden Unternehmen gesagt.
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Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




