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Kraken stellt 140 Euro-Paare auf synthetischen Handel um

Kraken ersetzt 176 Handelspaare, darunter 140 gegen den Euro, durch synthetische Paare. Ab 6. November gilt dort "nur stornieren", offene Orders verfallen, Limit-Orders zahlen künftig die Taker-Gebühr.

Ein schwarzes Smartphone steht in einem Acrylhalter, auf dem Display das violette Kraken-Zeichen, davor laufen violette Lichtbahnen über den Tisch, zwei enden, zwei vereinen sich in einem Glasknoten.

Kraken nimmt 176 Handelspaare aus dem eigenen Orderbuch und ersetzt sie durch synthetische Paare, darunter 140 Märkte gegen den Euro. Ab dem 6. November um 15:00 Uhr lassen sich dort keine neuen Orders mehr aufgeben, offene Aufträge storniert die Börse. Die Coins und die Guthaben bleiben, doch Limit-Orders kosten auf den neuen Paaren nach Krakens eigenen Regeln die höhere Taker-Gebühr.

Angekündigt hat Kraken den Umbau in einer Mitteilung im Hilfebereich, die am 26. Oktober zuletzt aktualisiert wurde, und am Folgetag auf der Statusseite. Betroffen sind vor allem kleinere Werte, die bisher ein eigenes Orderbuch gegen den Euro hatten: FLOKI, IMX, CRO, dYdX, EigenLayer, Yearn, ZKsync, Kaito, Jito und rund 130 weitere. Die Liste enthält kein einziges Paar gegen den Schweizer Franken.


Ein synthetisches Paar handelt über zwei andere Märkte

Ein natives Paar wie FLOKI/EUR hat sein eigenes Orderbuch, in dem Käufer und Verkäufer direkt aufeinandertreffen. Ein synthetisches Paar hat keines. Kraken zerlegt den Auftrag in zwei Geschäfte über liquidere Märkte, meist mit dem US-Dollar als Zwischenschritt, und führt beide Hälften gleichzeitig in der eigenen Handelsmaschine aus. Laut Kraken laufen die inzwischen mehr als 10.000 synthetischen Paare über 478 Spot-Paare gegen den Dollar.

Für den Kunden sieht das wie ein einziger Handel aus, mit einer einzigen Gebühr. Die Regeln dahinter sind aber andere, und sie stehen in Krakens Erklärseite zu synthetischen Paaren vom 8. Oktober:

Gegenwährung Betroffene Paare Beispiele
Euro 140 FLOKI, IMX, CRO, DYDX, EIGEN, YFI, ZK, PI, KAITO, JTO
Euro-Stablecoin EURC 1 SOL
Tether (USDT) 10 SHIB, TON, PENGU, CRO
USD Coin (USDC) 6 SHIB, VET, XTZ, MANA
Britisches Pfund 5 ATOM, BCH, PEPE, WIF, MINA
Bitcoin, Yen, Austral-Dollar, DAI, Ether 14 AAVE/BTC, ETH/JPY, ADA/AUD, BTC/DAI, ALGO/ETH

Eine Limit-Order bleibt bei einem synthetischen Paar nicht im Orderbuch liegen. Kraken beobachtet stattdessen die beiden zugrunde liegenden Märkte und führt den Auftrag erst aus, wenn dort genug Angebot zum gesetzten Preis oder besser steht, und zwar vollständig: Teilausführungen gibt es nicht. Auch Post-only-Orders und Vorgaben zur Gültigkeitsdauer entfallen, übrig bleiben Market- und Limit-Orders.


Limit-Orders verlieren den Maker-Tarif

Weil ein synthetischer Auftrag nie im Buch ruht, stellt er dort auch keine Liquidität bereit. Kraken berechnet deshalb für Market- und Limit-Orders gleichermaßen die Taker-Gebühr. In der niedrigsten Stufe nennt die Gebührentabelle für den Spot-Handel am 28. Oktober 0,40 Prozent für Maker und 0,80 Prozent für Taker.

Wer bei FLOKI/EUR also bisher mit Limit-Orders unter dem Marktpreis gekauft hat, zahlt auf dem Ersatzpaar nach dieser Tabelle den doppelten Satz.

Kraken stellt dem gegenüber, dass die eine Taker-Gebühr günstiger sei als zwei getrennte Geschäfte über den Dollar, und dass sich bei Paaren mit dünnem Orderbuch die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs verengen könne. Für Kunden, die Euro gegen einen kleineren Coin tauschen und dabei sofort ausführen, kann die Umstellung deshalb sogar günstiger ausfallen.


Kraken storniert offene Orders nach dem 6. November

Am 6. November um 14:00 Uhr UTC, also 15:00 Uhr in Deutschland, Österreich und der Schweiz, gehen die betroffenen Paare in den Modus “nur stornieren”. Bis zum 9. November löscht Kraken alle noch offenen Aufträge und nimmt die nativen Paare vom Markt, zum Ende des 9. November erscheinen die synthetischen Nachfolger. “Open orders do not carry over to the synthetic pairs”, heißt es in der Mitteilung: Offene Orders werden nicht übernommen und müssen neu aufgegeben werden.

Die Bestände selbst berührt das nicht. “Your balances are not affected by this change”, schreibt Kraken. Die Coins bleiben also im Konto und lassen sich weiter handeln, nur über einen anderen Weg. Paare für den Handel auf Kredit sind laut Mitteilung nicht Teil der Umstellung.

Erst im Oktober hatte Kraken für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum Krypto-Optionen freigeschaltet, und auch die tokenisierten Aktien der xStocks laufen dort über eigene Märkte. Für einen Teil der Euro-Paare geht die Börse nun den umgekehrten Weg und verzichtet auf ein eigenes Orderbuch.

Wer auf einem der 176 Paare noch eine Limit-Order liegen hat, die erst in Wochen greifen soll, muss sie nach dem 9. November neu setzen.

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Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

Gebühren Handelspaare Kraken Limit-Order

Sven Meisinger

Über Sven Meisinger

Redakteur bei Krypto-Boersen.com mit Schwerpunkt auf fundierte Marktanalysen und aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Assets. Durch tiefgreifende Recherche und datenbasierte Analysen liefert er präzise Einschätzungen zu Markttrends, regulatorischen Veränderungen und technologischen Innovationen in der Blockchain-Industrie. Seine Expertise umfasst sowohl technische Chartanalysen als auch fundamentale Bewertungen von Kryptowährungen und DeFi-Protokollen.

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