Kraken öffnet Krypto-Optionen im EWR, nur nach Eignungstest
Kraken bietet Kunden im EWR Optionen auf Bitcoin und Ether an, aber nur mit Derivatekonto und nach einem Angemessenheitstest. Gebühren nennt die Börse nicht.
Kraken hat Optionen auf Bitcoin und Ether für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum freigeschaltet, über Kraken Pro im Web und in der App. Handeln darf aber nur, wer schon ein Derivatekonto hat und einen Angemessenheitstest besteht. Gebühren und Mindestbeträge nennt die Börse in ihrer Mitteilung vom 26. Oktober nicht.
Die Kontrakte sind im europäischen Stil gebaut: Ausgeübt werden können sie nur am Verfallstag, abgerechnet wird bar in US-Dollar, geliefert wird also kein Bitcoin. Zur Wahl stehen wöchentliche, monatliche, Quartals- und Halbjahreslaufzeiten. Anbieter ist nach der Mitteilung von Kraken die zyprische Tochter Payward Europe Digital Solutions, die von der Aufsicht CySEC als Wertpapierfirma nach der Finanzmarktrichtlinie MiFID zugelassen ist.
Im Juli hatte Kraken dieselben Optionen schon gestartet, damals nur für professionelle und institutionelle Kunden außerhalb Europas und der USA.
Europa war als nächster Schritt angekündigt. “We always believed that demand for options would be there with more institutional adoption of crypto”, sagte Derivate-Direktorin Alexia Theodorou damals dem Branchendienst Markets Media: Man sei immer davon ausgegangen, dass die Nachfrage mit dem Einstieg der Institutionen komme.
Kraken verlangt die Prämie nicht im Voraus
Wer eine Option kauft, zahlt dafür üblicherweise beim Abschluss einen Preis, die Prämie. Kraken rechnet wie bei Futures: Die Optionen laufen im selben Konto und mit denselben Sicherheiten, die Prämie wird nicht vorab fällig, sondern Gewinne und Verluste werden laufend gegen die hinterlegten Sicherheiten bewertet, von denen die Börse mehr als 30 Währungen annimmt.
Standardmäßig eingeschaltet ist eine Portfolio-Margin, bei der sich gegenläufige Positionen gegenseitig anrechnen und den Sicherheitsbedarf senken. Funding-Zahlungen wie bei Perpetuals fallen für Optionen nicht an. Gerät ein Konto in Schieflage, versteigert Kraken das Portfolio in einer verdeckten Auktion, statt die Positionen über das Orderbuch glattzustellen.
Ein öffentliches Orderbuch für die Optionen selbst gibt es nicht. Gehandelt wird per Preisanfrage mit bis zu fünf Einzelpositionen je Auftrag; das Angebot gilt nur kurz, und wer es annimmt, ist daran gebunden.
Kraken warnt Verkäufer vor unbegrenzten Verlusten
Die Börse schreibt die Risiken selbst in die Mitteilung: “If you sell an option, your losses can substantially exceed the margin you have posted and may be unlimited.” Wer Optionen verkauft, kann also weit mehr verlieren als die hinterlegte Sicherheit, im Extremfall ohne Obergrenze; Käufer riskieren den vollen Wert ihrer Position. Wie Verluste mit Sicherheiten und Hebel zusammenhängen, ist bei Optionen nicht anders als bei Futures.
Deshalb verlangt Kraken einen Fragebogen, bevor die Optionen freigeschaltet werden, und stellt zu jedem Kontrakt ein Basisinformationsblatt bereit.
Welche Länder im EWR dazugehören, nennt die Mitteilung nicht, sie spricht nur von Ländern, in denen Kraken Derivate anbietet. Futures führt die Börse im EWR nach eigenen Angaben seit Mai 2025 unter ihrer MiFID-Lizenz, und über dieselbe zyprische Tochter lässt sie europäische Kunden inzwischen auch US-Börsengänge als xStocks zeichnen. Kunden in der Schweiz sind nicht erfasst, weil die Schweiz nicht zum EWR gehört.
Optionen auf traditionelle Werte hatte zuletzt Bybit ins Angebot genommen, Kraken bleibt bei Bitcoin und Ether. Das öffentliche Orderbuch, das die Börse im Juli als späteren Schritt angekündigt hatte, kommt in der Mitteilung vom 26. Oktober nicht vor.
Mit * markierte Links sind Werbelinks: Eröffnest du darüber ein Konto, erhalten wir eine Provision. Für dich entstehen keine Mehrkosten.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




