Irische Zentralbank verhängt 3,25 Millionen Euro Strafe gegen Coinbase
Die irische Zentralbank hat Coinbase Ireland mit 3,25 Millionen Euro und einer Rüge belegt, weil Kundengelder über Jahre nicht vorschriftsmäßig gesichert waren. Coinbase hat die Verstöße eingeräumt; wirksam wird die Strafe erst mit Bestätigung des High Court.
Die Central Bank of Ireland hat gegen Coinbase Ireland eine Geldbuße von 3,25 Millionen Euro und eine Rüge verhängt, weil die Tochter Kundengelder über Jahre nicht vorschriftsmäßig getrennt und gesichert hat. Coinbase hat die Verstöße eingeräumt; wirksam wird die Strafe erst, wenn der irische High Court sie bestätigt.
Die Einigung datiert vom 21. Oktober, die Zentralbank machte sie am Donnerstag öffentlich. Festgesetzt waren zunächst 4.646.597 Euro, nach dem Abschlag von 30 Prozent für die einvernehmliche Erledigung bleiben 3.252.618 Euro. Der Zeitraum der Verstöße reicht vom 1. November 2020 bis zum 19. August 2025.
Coinbase Ireland ist keine Kryptobörse im engeren Sinn, sondern ein E-Geld-Institut. Es tauscht Euro, Dollar und Pfund der Kunden in E-Geld, mit dem diese auf der Plattform des Konzerns Kryptowerte kaufen, und verwahrt Erlöse aus Verkäufen wieder als Guthaben. Nach dem Vergleichsbescheid bietet die Gesellschaft ihre Dienste im ganzen Europäischen Wirtschaftsraum an und hat früher auch die Kunden der deutschen Coinbase Germany GmbH aufgenommen.
Im Sicherungskonto fehlten zeitweise bis zu 5,2 Millionen Euro
E-Geld-Institute müssen Kundengelder jeden Tag von eigenem Geld trennen und auf einem gesonderten Bankkonto halten, damit sie bei einer Insolvenz vollständig zurückfließen. Bei Coinbase Ireland stimmte die Rechnung nicht.
Eine Änderung an den Datentabellen im Juli 2022 führte dazu, dass der Bericht, aus dem sich die tägliche Sicherungspflicht ergab, unvollständig war. Vom 1. Januar 2023 bis zum 27. Juni 2024 fehlte deshalb an jedem einzelnen Tag Geld auf dem Sicherungskonto. Der größte Tagesfehlbetrag lag 2023 bei 3,4 Millionen und 2024 bei 5,2 Millionen Euro, im Schnitt waren es 0,54 Prozent der Pflicht, die 2023 durchschnittlich 323 Millionen und 2024 rund 470 Millionen Euro betrug. Die Lücke wurde Ende Juni 2024 geschlossen, die Ursache im Oktober 2024 behoben.
Dazu kamen Gelder, die auf fremden Konten landeten. Nach dem Zusammenbruch der Silvergate Bank im März 2023 wies Coinbase Ireland 30 institutionelle Kunden an, Dollar auf Konten der US-Muttergesellschaft Coinbase Inc. einzuzahlen, erst bei der Signature Bank, dann bei der Cross River Bank; das lief rund 19 Monate. Von den mehr als 6,3 Millionen Kunden, die 2020 wegen des Brexit von Coinbase UK nach Irland wechselten, überwiesen manche weiter auf das britische Konto, die letzten 33 bis August 2025.
Die Aufsicht über die Kundengelder lag nach dem Bescheid bei Beschäftigten anderer Konzerngesellschaften außerhalb Irlands.
Die Zentralbank hatte das Unternehmen im Juli 2022 und im März 2023 schriftlich auf Mängel in der Unternehmensführung hingewiesen. Karen O’Leary, Leiterin der Durchsetzung bei der Zentralbank, sagte dazu: “Firms in Ireland must have the appropriate culture and expertise to comply with the rules” (Unternehmen in Irland müssen die Kultur und das Fachwissen haben, um die Regeln einzuhalten).
Coinbase meldet keinen Schaden für Kunden
Wäre Coinbase Ireland in dieser Zeit zahlungsunfähig geworden, hätten Kunden ihr Geld nach dem Bescheid womöglich nicht sofort und vollständig zurückbekommen. Eingetreten ist das nicht. Coinbase erklärte nach Angaben von The Block, kein Kunde habe Geld oder den Zugang dazu verloren, mehrere Probleme habe man im Januar 2024 selbst gemeldet und die Kontrollen seither verstärkt.
Für Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz betrifft der Fall das Euro-Guthaben im Coinbase-Konto, nicht die Kryptowerte. Das Kryptogeschäft hat Coinbase für die EU nach Luxemburg verlegt, wo die Gesellschaft eine Zulassung nach der Verordnung MiCA erhalten hat; aus Irland betreibt der Konzern laut Bescheid keinen Kryptodienst mehr. Wie es um die Sicherheit der Plattform insgesamt steht, haben wir in einem eigenen Beitrag zur Frage Ist Coinbase sicher? zusammengetragen.
Es ist nicht die erste Strafe aus Dublin.
Im November 2025 hatte dieselbe Aufsicht die Schwestergesellschaft Coinbase Europe wegen Mängeln bei der Überwachung von Transaktionen mit 21,5 Millionen Euro belegt, wie The Block erinnert. Für EWR-Kunden steht bei Coinbase ohnehin ein Stichtag an: Am 30. Oktober tauscht die Börse verbliebene USDT-Bestände in USDC.
Den vollständigen Vergleichsbescheid mit allen Daten hat die Zentralbank zusammen mit ihrer Mitteilung veröffentlicht; einen Termin für die Bestätigung durch den High Court nennt sie nicht.
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Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




