Coinbase tauscht USDT von EWR-Kunden am 30. Oktober in USDC
Coinbase-Kunden im EWR können USDT, DAI, PYUSD und elf weitere Stablecoins nur noch abziehen. Was am 30. Oktober noch auf dem Konto liegt, wandelt die Börse in USDC oder einen anderen Wert um.
Kunden von Coinbase im Europäischen Wirtschaftsraum können Tether, DAI, PYUSD und elf weitere Stablecoins nur noch abziehen. Was am 30. Oktober noch auf dem Konto liegt, wandelt die Börse zum Marktkurs in USDC oder einen anderen unterstützten Wert um.
Wer bei Coinbase noch Tether hält, kann es weder verkaufen noch in einen anderen Coin tauschen, und der einzige verbleibende Weg schließt in acht Tagen.
Coinbase beschreibt den Ablauf auf einer Hilfeseite zu den nicht MiCA-konformen Stablecoins: “If you hold an affected balance, you have until October 30, 2026 to withdraw it. Anything remaining after that date will automatically be converted into USDC.” Kaufen, Verkaufen und Umtauschen innerhalb der Börse sind für diese Werte bereits gesperrt, die Auszahlung auf eine externe Wallet ist der einzige Ausweg. Eine Uhrzeit für den Stichtag nennt Coinbase nicht.
Betroffen sind 14 Werte: USDT, PAX, PYUSD, GUSD, GYEN, DAI, BUST, UST, RAI, PAXG, MUSD, USD1, USDS und TGBP. Darunter ist mit PAXG auch ein Token, der Gold statt Dollar abbildet, und mit TGBP einer auf das britische Pfund; wo USDC nicht passt, tauscht Coinbase in einen anderen unterstützten Kryptowert oder in eine Währung um.
Coinbase beruft sich auf das Ende der MiCA-Übergangsfrist
Als Grund nennt die Börse die europäische Kryptoverordnung MiCA. Die Übergangsfrist für Emittenten von Stablecoins sei am 1. Juli 2026 ausgelaufen und nicht verlängert worden, schreibt Coinbase; Werte, deren Herausgeber keine MiCA-Zulassung haben, könne das Unternehmen nicht mehr unterstützen. Die Dienste für Kunden im EWR erbringt die Coinbase Luxembourg S.A., die als Kryptodienstleister von der luxemburgischen Aufsicht CSSF zugelassen ist.
Coinbase bleibt damit deutlich vor der äußeren Grenze, die die europäische Wertpapieraufsicht gesetzt hat. Die ESMA hatte Anfang Oktober allen Anbietern bis zum 8. Januar 2027 Zeit gegeben, Dienste rund um nicht zugelassene Stablecoins einzustellen.
Wer nach dem Stichtag noch einen der Werte an seine Coinbase-Adresse schickt, bekommt ihn nicht gutgeschrieben; solche Eingänge fallen auch nicht unter den Umtausch, und eine Rückholung über das Verfahren für nicht unterstützte Kryptowerte sagt Coinbase ausdrücklich nicht zu.
Der Zwangsumtausch kann in Deutschland steuerpflichtig sein
Coinbase weist selbst darauf hin, dass der Tausch eines Kryptowerts in einen anderen in manchen Ländern als steuerpflichtiger Vorgang gilt. In Deutschland ist das der Fall: Der Tausch zählt als Veräußerung, und Gewinne aus Kryptowerten, die weniger als ein Jahr gehalten wurden, sind steuerpflichtig, soweit alle privaten Veräußerungsgewinne eines Jahres die Freigrenze von 1.000 Euro übersteigen. Bei einem Dollar-Stablecoin fällt der Gewinn meist klein aus, er entsteht aber aus dem Wechselkurs zum Euro. Den Umtausch zeigt Coinbase als eigenen Eintrag im Transaktionsverlauf, der Kontostand kann während der Verarbeitung kurz auf null stehen.
Wer seine Tether behalten will, muss sie bis zum 30. Oktober auf eine eigene Wallet übertragen, die das gewählte Netzwerk unterstützt. Dort gilt das Verbot nicht: MiCA richtet sich an Anbieter von Kryptodiensten, nicht an Privatleute, die einen Stablecoin selbst verwahren. Bei Coinbase handeln lässt es sich im EWR dann allerdings nicht mehr.
Die Hilfeseite gilt nach eigener Angabe für Privatkunden im EWR, also auch in Deutschland und Österreich. Die Schweiz gehört nicht dazu; zu Kunden dort sagt die Seite nichts.
Wird einer der Stablecoins später MiCA-konform, will Coinbase seine Unterstützung neu prüfen, einen bereits vollzogenen Umtausch macht das aber nicht rückgängig.
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Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




