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500 Bitcoin aus Clifton Collins’ verlorenem Vermögen bewegt

Aus einer Wallet, die Analysten dem irischen Drogenhändler Clifton Collins zuordnen, sind 500 Bitcoin abgeflossen. Der Weg gleicht dem der Coins, deren Sicherstellung Irland im Juli meldete; bestätigt ist der Absender nicht.

Ein geöffneter schwarzer Angelrutenkoffer mit einigen weißen Papierblättern liegt auf grauem Betonboden, davor stehen fünf Bitcoin-Münzen in einer Reihe.

Aus einer Wallet, die Analysten dem irischen Drogenhändler Clifton Collins zuordnen, sind am Dienstag 500 Bitcoin abgeflossen, rund 41 Millionen Dollar. Wer sie bewegt hat, ist nicht bestätigt; der Weg gleicht aber genau dem der 500 Bitcoin, deren Sicherstellung die irischen Behörden im Juli gemeldet hatten.

Die Bitcoin lagen seit dem 23. Januar 2016 unberührt auf derselben Adresse. Am Dienstag um 16:16 Uhr MESZ verließen sie die Wallet in einer einzigen Transaktion, festgehalten in Block 972.341 der Bitcoin-Blockchain. Empfänger war eine Adresse, die der Analysedienst Arkham Intelligence als Einzahlungsadresse von Coinbase Prime führt, dem Angebot der Börse für institutionelle Kunden.

Dort blieben die Coins nur 48 Minuten. Um 17:04 Uhr wurden sie auf 42 neue Ausgänge verteilt, 40 davon über genau 10 Bitcoin, wie die Daten des Block-Explorers mempool.space zeigen.

Das Muster ist nicht neu.


Dieselbe Empfängeradresse nahm schon im Juli und August je 500 Bitcoin auf

Am 2. Juli zerlegte dieselbe Adresse schon einmal rund 500 Bitcoin in 29 Teile, 27 davon zu je 10 Bitcoin. Am selben Tag meldete das irische Criminal Assets Bureau (CAB), es habe gemeinsam mit dem Cybercrime-Zentrum von Europol die dritte Tranche von 500 Bitcoin aus dem Collins-Vermögen gesichert; die ersten beiden hatte es im März und im Mai gemeldet. Europol sprach dabei von “highly complex technical expertise and decryption resources”, die es den Ermittlern zur Verfügung gestellt habe.

Am 28. August kam ein weiteres Paket über 500 Bitcoin an, wieder in einzelne Beträge zu 10 Bitcoin aufgeteilt. Für diese Bewegung und für die vom Dienstag hat das CAB nach den vorliegenden Berichten keine Sicherstellung gemeldet, offiziell bestätigt sind 1.500 Bitcoin. Arkham hält die Behörden trotzdem für die wahrscheinlichsten Absender, wie CryptoSlate berichtet, weil Betrag und Weg den bestätigten Fällen gleichen.


Collins hatte die Schlüssel in einer Mietwohnung in Galway verloren

Collins hatte 2011 und 2012 rund 6.000 Bitcoin aus dem Drogenhandel gekauft, als ein Coin wenige Dollar kostete, und auf zwölf Wallets zu je 500 Bitcoin verteilt. Die privaten Schlüssel bewahrte er nach früheren Berichten auf Papier in einem Angelrutenkoffer auf, in einer gemieteten Wohnung im County Galway. Als er 2017 für fünf Jahre ins Gefängnis ging, wurde die Wohnung geräumt, und die Unterlagen galten seitdem als verloren. Wie die Ermittler doch an die Schlüssel gelangt sind, haben weder CAB noch Europol erklärt.

Nach den Daten von Arkham liegen noch rund 3.500 Bitcoin auf Adressen, die Collins zugeordnet werden, beim aktuellen Kurs von 82.886 Dollar rund 290 Millionen Dollar.
Quelle: CoinGecko, Stand 22.10.2026, 7:31 Uhr MESZ


Ob Irland verkauft, sagt die Behörde nicht

Ob die Bitcoin über Coinbase Prime verkauft werden, ist offen. Das CAB entscheidet über die Verwertung sichergestellter Werte nach Gerichtsbeschluss im Einzelfall und hat nach den vorliegenden Berichten zu den bisherigen 1.500 Bitcoin keinen Verkauf bekanntgegeben. Für den Markt wären 500 Bitcoin eine kleine Menge: Die US-Spot-ETFs nahmen allein am Mittwoch nach Farside netto 524,8 Millionen Dollar auf, mehr als das Zwölffache.

Deutsche Anleger kennen den Vorgang aus dem Sommer 2024. Damals verkaufte das Land Sachsen knapp 50.000 beschlagnahmte Bitcoin aus dem Fall movie2k über mehrere Wochen.

Neun der zwölf Wallets galten im Juli noch als unberührt, jetzt sind es nach der Zählung von Arkham sieben.

Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

Beschlagnahme Bitcoin Clifton Collins Coinbase Europol

Sven Meisinger

Über Sven Meisinger

Redakteur bei Krypto-Boersen.com mit Schwerpunkt auf fundierte Marktanalysen und aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Assets. Durch tiefgreifende Recherche und datenbasierte Analysen liefert er präzise Einschätzungen zu Markttrends, regulatorischen Veränderungen und technologischen Innovationen in der Blockchain-Industrie. Seine Expertise umfasst sowohl technische Chartanalysen als auch fundamentale Bewertungen von Kryptowährungen und DeFi-Protokollen.

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