Hegseth-Memo: Pentagon verbietet Insider-Wetten auf Polymarket
Ein Memo von Verteidigungsminister Hegseth verbietet nach Angaben von CBS News allen Pentagon-Mitarbeitern Wetten mit nicht öffentlichem Wissen, auch auf Polymarket und Kalshi. Anlass ist der Fall eines Soldaten, der auf Maduros Festnahme gesetzt hatte.
Wer im US-Verteidigungsministerium arbeitet, darf nicht öffentliches Wissen nicht mehr für Wetten oder Geschäfte nutzen, ausdrücklich auch nicht auf Polymarket und Kalshi. Das steht nach Angaben von CBS News in einem Memo von Verteidigungsminister Pete Hegseth vom 20. Oktober, das bisher nicht veröffentlicht ist. Anlass ist ein Soldat, der mit Wetten auf die Festnahme von Nicolás Maduro rund 410.000 Dollar verdient haben soll.
Die Weisung ging laut CBS an die Führung des Ministeriums und an die regionalen Oberkommandos. Sie gilt für geheime wie für nicht eingestufte Informationen und reicht über Wetten auf Militäreinsätze hinaus, Prognosemärkte an sich verbietet sie nach Angaben von Bitcoin.com aber nicht.
Hegseth begründet das Verbot mit der Sicherheit der Truppe. “Our enemies watch movements in these markets”, schrieb er nach dem von CBS zitierten Wortlaut. Wer als Soldat, Nachrichtendienstler oder ziviler Mitarbeiter Geld auf den Ausgang einer Operation setze, erzeuge ein Signal, das fremde Dienste auswerten könnten, um Ziele und Zeitpunkte vorherzusehen. Verstöße können disziplinarisch oder strafrechtlich nach dem Militärstrafgesetz und Bundesrecht verfolgt werden.
Der Fall dahinter liegt seit April beim Bundesgericht in New York.
Nach der Mitteilung des Justizministeriums vom 23. April war Master Sergeant Gannon Ken Van Dyke an der Operation “Absolute Resolve” beteiligt, bei der US-Kräfte Maduro am 3. Januar in Caracas festnahmen. Auf Polymarket setzte er ab dem 27. Dezember in 13 Wetten rund 33.034 Dollar auf Maduros Sturz und strich rund 409.881 Dollar Gewinn ein. Van Dyke plädierte auf nicht schuldig. Das sei “clear insider trading and is illegal under federal law”, sagte der zuständige Bundesanwalt Jay Clayton damals.
Parallel klagte die Aufsicht CFTC zivilrechtlich, nach Angaben von Bitcoin.com ihr erster Insiderfall bei Ereigniskontrakten. Polymarket hatte die Wetten demnach selbst an die Behörden gemeldet, Kalshi hatte Van Dyke schon bei der Identitätsprüfung abgewiesen.
Für die Plattformen ist das Memo ein zweischneidiges Signal. Es behandelt ihre Märkte wie Finanzmärkte, auf denen Insiderwissen strafbar ist, und damit ernster als bloßes Glücksspiel. Zugleich wächst der Druck: Der Kongress fragt Hyperliquid, Crypto.com und PredictIt nach Insiderhandel, und die CFTC arbeitet an Regeln, die Ereigniskontrakte als Swaps fassen.
Für Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich durch die Weisung nichts, sie bindet nur das Personal des US-Ministeriums. Ob das Ministerium Wetten seiner Leute künftig selbst überwacht oder auf Meldungen der Plattformen angewiesen bleibt, geht aus dem bekannten Wortlaut nicht hervor.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




