Die US-Terminmarktaufsicht CFTC will Ereigniskontrakte, wie sie Kalshi oder Polymarket anbieten, ausdrücklich als Swaps definieren und damit unter ihre Aufsicht stellen. Die beiden Entwürfe liegen seit Montag zur Prüfung im Weißen Haus, ihr Wortlaut ist noch nicht veröffentlicht.
Eingegangen sind die Vorhaben am 28. September beim Office of Information and Regulatory Affairs, der Stelle im Weißen Haus, die Regeln der Bundesbehörden vor ihrer Veröffentlichung prüft. So steht es im öffentlichen Verzeichnis dieser Prüfungen. Der erste Entwurf trägt den Titel “Further Definition of ‘Swap’ to Include Event Contracts” und soll als Regelvorschlag zur Stellungnahme erscheinen. Der zweite heißt “Further Definition of ‘Swap’ to Exclude Casino-Style Gambling Products” und ist als Interim Final Rule angelegt, also als Regel, die in der Regel schon mit der Veröffentlichung gilt und erst danach kommentiert wird.
Was genau als Casino-Produkt gelten soll, lässt der Eintrag offen.
Beide Vorhaben stuft das Verzeichnis nicht als wirtschaftlich bedeutend ein. Nach Angaben von CoinDesk ist der Vorsitzende Mike Selig derzeit das einzige Mitglied der Kommission, er entscheidet also allein.
Bundesstaaten halten die Kontrakte für Glücksspiel
Hinter dem Vorstoß steht ein Streit, den die Gerichte bisher uneinheitlich entscheiden. Swaps unterliegen allein der Bundesaufsicht; sind Ereigniskontrakte keine Swaps, dürfen die Bundesstaaten ihre Glücksspielgesetze auf sie anwenden. Das Bundesberufungsgericht für den sechsten Bezirk entschied nach Angaben von Unchained am 25. September, Kalshi habe nicht belegt, dass seine Sportkontrakte Swaps sind; laut CoinDesk folgte ihm das Gericht für den achten Bezirk. Im April hatte das Berufungsgericht für den dritten Bezirk dagegen Kalshi gegen New Jersey recht gegeben.
New Jersey hat nach einem Bericht von Unchained den Supreme Court angerufen, um den Widerspruch aufzulösen. Eine Definition durch die Aufsicht selbst gäbe den Gerichten eine neue Grundlage; ob sie trägt, müssten am Ende wieder die Richter klären.
Kryptoplattformen hängen am selben Streit
Für die Kryptobranche geht es um ein wachsendes Geschäft. Neben Kalshi bieten nach Angaben von CoinDesk auch Polymarket, Crypto.com und Robinhood solche Kontrakte an. Kalshi führt inzwischen zudem Terminkontrakte auf Ether, deren Umsätze gerade in der Kritik stehen, wie das vorzeitige Ende seiner Volumenprämien zeigt, und der Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses fragt Crypto.com und Hyperliquid bereits nach Insiderhandel auf Prognosemärkten.
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert der Schritt unmittelbar nichts, er betrifft Angebote für US-Kunden. Wie die Regeln aussehen, zeigt sich erst, wenn das Weiße Haus seine Prüfung abgeschlossen hat und die CFTC den Wortlaut veröffentlicht; für den Regelvorschlag beginnt dann die Frist für Stellungnahmen.
Börsengehandelte Krypto-Produkte, die anders als Ereigniskontrakte an regulierten Wertpapierbörsen notieren, bietet unter anderem Scalable Capital an. Handelsplätze für einzelne Coins stellt der Krypto-Börsen Vergleich nebeneinander.


























