Die Großbank HSBC will ihren Stablecoin auf Hongkong-Dollar unter dem Namen HSBC RedCoin herausbringen, noch im zweiten Halbjahr und zunächst nur über die Bezahl-App PayMe und die eigene Hongkonger Banking-App. Ausgegeben hat sie ihn noch nicht, ein genaues Startdatum nennt die Bank nicht.
Den Namen gab HSBC am Mittwoch in Hongkong bekannt. Die Lizenz dafür hat die Bank nach eigenen Angaben seit April 2026, erteilt nach den Stablecoin-Regeln der Sonderverwaltungszone. Anfangs soll RedCoin für Überweisungen zwischen Privatleuten und für Zahlungen im Handel dienen, später auch für Unternehmen und institutionelle Kunden.
“Today, we are naming our Hong Kong stablecoin to reflect our heritage: HSBC RedCoin”, sagte Maggie Ng, Hongkong-Chefin der Bank und dort zuständig für das Privatkundengeschäft. HSBC gehört in Hongkong zu den drei Banken, die dort auch die Banknoten ausgeben.
Zugleich startet die Bank eine Aufklärungsreihe gegen Betrug und distanziert sich von Stablecoins, die Betrüger schon jetzt mit ihrem Namen in Verbindung bringen.
Jeder vierte Befragte hält Stablecoins für staatlich
Begleitend veröffentlichte HSBC eine Umfrage unter 1.060 eigenen Kunden zwischen 18 und 64 Jahren, erhoben vom 18. bis 28. Juni. 74 Prozent kannten mindestens einen Einsatzzweck, am häufigsten den Handel mit Kryptowerten und tokenisierten Anlagen (57 Prozent), gefolgt von Überweisungen unter Privatleuten (53 Prozent).
Beim Verständnis hapert es noch. Nur 60 Prozent beschrieben einen Stablecoin richtig als durch staatliche Währung gedecktes digitales Guthaben, 26 Prozent hielten ihn für eine staatliche Ausgabe. Zehn Prozent erwarteten Zinsen, die der Hongkonger Rahmen gar nicht vorsieht. Mehr Vertrauen brächten nach der Umfrage vor allem klarere Regeln, das nannten 62 Prozent.
Europäische Anleger kommen an RedCoin nicht heran
Für Privatanleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist RedCoin vorerst kein Thema: Der Token soll nur über zwei Hongkonger Apps erhältlich sein. Interessant ist der Schritt als Zeichen dafür, dass Großbanken ihre Stablecoins selbst ausgeben, statt das Feld Tether und Circle zu überlassen. In Europa geht die Frankfurter AllUnity diesen Weg, die am selben Tag ihren Dollar-Stablecoin USDAU startete.
Zinsen dürften Anleger auch in der EU nicht erwarten: Die Verordnung MiCA verbietet Emittenten von E-Geld-Token, Zinsen zu gewähren. Wie sich die großen Stablecoins in Deckung und Einlösung unterscheiden, steht in unserem Ratgeber zu Stablecoins.
Den Starttermin in PayMe lässt die Mitteilung der Bank offen, weitere Angaben sollen “in due course” folgen, also zu gegebener Zeit.
Einen Hongkong-Dollar-Token gibt es hierzulande nicht zu kaufen; wer Kryptowerte über ein reguliertes Wertpapierdepot beimischen will, findet börsengehandelte Krypto-Produkte unter anderem bei Scalable Capital. Weitere Anbieter stellt der Krypto-Börsen Vergleich nebeneinander.


























