Der Dollar-Stablecoin Open USD (OUSD) ist seit Mittwoch in Betrieb, getragen von Coinbase, Mastercard, Shopify, Stripe und Visa. Unternehmen können ihn kostenlos 1:1 gegen Dollar tauschen, doch für den Europäischen Wirtschaftsraum dürfen die Partner ihn nach den Regeln des Betreibers nicht bewerben.
Hinter OUSD steht Open Standard, ein eigenständiges Unternehmen, das die fünf Konzerne gegründet haben. Ausgegeben wird der Token von Bridge, einer Tochter von Stripe; die Reserven liegen nach der Startmitteilung von Open Standard bei BlackRock, Lead Bank und BNY, Bestätigungen dazu sollen monatlich erscheinen. OUSD läuft auf Ethereum, Solana, Base und Tempo und wird zunächst bei Coinbase, Kraken und der dezentralen Börse Uniswap gehandelt. Zum Netz zählen inzwischen mehr als 200 Partnerunternehmen.
Über Stripe, den Zahlungsdienst BVNK und die Stablecoin-Plattform von Visa können Unternehmen ab sofort mit OUSD arbeiten, über Coinbase ab dem 1. Oktober. Die Gründer stellen nach Angaben von Unchained mehr als eine Milliarde Dollar bereit, um in den kommenden Monaten Liquidität aufzubauen.
Open Standard gibt die Reserveerträge an seine Partner weiter
Das Modell zielt auf die Schwächen, die seine Gründer bei den etablierten Stablecoins sehen. Nach Darstellung von Stripe kostet der Wechsel in und aus dem Dollar dort stark schwankende Gebühren, und die Erträge aus den Reserven kommen den Unternehmen, die die Token nutzen, nicht immer zugute. Bei OUSD ist das Prägen und Zurücktauschen kostenlos, stattdessen erhebt Open Standard eine kleine feste Gebühr je Transaktion; die Zinserträge der Reserven gehen abzüglich einer Verwaltungsgebühr an die Partner, bemessen an Umlauf und Umsatz, den sie bringen.
Obendrein können sich die Partner Anteile an Open Standard selbst verdienen.
Gründungschef Zach Abrams hatte das Projekt Ende Juni mit mehr als 140 Unternehmen angekündigt, darunter BlackRock, Adyen, BBVA, Klarna und Google. “It’s a stablecoin built for the internet economy, designed by the businesses growing it”, schrieb er damals, also ein Stablecoin für die Internetwirtschaft, gestaltet von den Firmen, die ihn verbreiten.
Der Neuling tritt gegen zwei Größen an, die sich über Jahre ihren Platz gesichert haben. USDT von Tether kam am Mittwochabend auf einen Marktwert von 183,8 Milliarden US-Dollar, USDC von Circle auf 74,2 Milliarden (Stand 30.09.2026, 19:03 Uhr MESZ). Quelle: CoinGecko
Open Standard nimmt den Europäischen Wirtschaftsraum aus
Für Anleger in Deutschland und Österreich ist der Start zunächst eine Nachricht aus der Ferne. Auf seiner Liste der gesperrten Regionen führt Open Standard den Europäischen Wirtschaftsraum an erster Stelle, neben Ländern wie Iran, Russland und Nordkorea; dort dürfen die Partner OUSD nicht bewerben. Die Schweiz steht nicht auf der Liste. Einen Grund für den Ausschluss nennt der Betreiber nicht.
Ob Coinbase und Kraken den Token auch Kunden in der EU zum Handel anbieten, geht aus den Mitteilungen nicht hervor. Einen Dollar-Stablecoin nach europäischem Recht bringt seit Mittwoch dagegen AllUnity mit USDAU an den Markt, zunächst ebenfalls für Geschäftskunden. Worin sich die Deckungsmodelle der großen Stablecoins unterscheiden, erklärt unser Ratgeber zu Stablecoins.
Auch Coinbase selbst setzt in den USA gerade auf Stablecoins im Firmengeschäft, zuletzt mit Zahlungen über Konten der Citi. Wie viel OUSD tatsächlich umläuft, wird erst die erste monatliche Reservebestätigung von Bridge zeigen.
Einen der beiden etablierten Dollar-Stablecoins, USDC, können Anleger hierzulande unter anderem bei Bitpanda kaufen. Wo daneben Bitcoin, Ether und weitere Token gehandelt werden, zeigt der Krypto-Börsen Vergleich.


























