El Salvador hat am Dienstag mit dem US-Start-up Modveon die staatlich gestützte App Sivar gestartet, über die Menschen in den USA Geld für pauschal 2 Dollar in die Heimat schicken können, abgewickelt in einem Stablecoin auf Coinbases Blockchain Base. Die 2 Dollar decken nach Berichten nur den Transfer; für Einzahlung und Barauszahlung können eigene Gebühren anfallen.
Eine Kellnerin in Houston, die ihrer Mutter in San Miguel jeden Monat 300 Dollar schickt, zahlt dafür bei klassischen Geldtransferdiensten eine Gebühr, die je nach Anbieter und Betrag schwankt; mit Sivar soll der Transfer einen festen Preis haben, egal wie hoch der Betrag ist.
So beschreibt es die Mitteilung von Modveon und der Regierung: Berechtigte Absender in den USA laden Geld per Bankkonto oder Debitkarte über Coinbase Onramp auf und schicken “digital dollars” an geprüfte Empfänger in El Salvador. Die Überweisung wird in einem Stablecoin auf Base abgewickelt, der Ethereum-Erweiterung von Coinbase. Welcher Stablecoin es ist, sagt die Mitteilung nicht. Crypto Briefing nennt USDC.
Überweisungen tragen Salvadors Wirtschaft
Der Markt, um den es geht, ist groß: Nach Angaben der Mitteilung schickten Salvadorianer im Ausland 2025 rund 9 Milliarden Dollar nach Hause, etwa 92 Prozent davon aus den USA; 1,6 Millionen Menschen leben in Haushalten, die solche Zahlungen empfangen.
“Salvadorans send billions of dollars home every year, and too much of it disappears into fees”, sagte Faryar Shirzad, oberster Politikverantwortlicher von Coinbase. Salvadorianer schickten jedes Jahr Milliarden nach Hause, und zu viel davon verschwinde in Gebühren. Coinbase liefert nicht nur die Technik, sein Beteiligungsarm Coinbase Ventures gehört auch zu den Geldgebern von Modveon, das 2025 in Palo Alto gegründet wurde und 10 Millionen Dollar eingesammelt hat.
Die Regierung ist über die staatliche Einrichtung AAB beteiligt, die zugleich Investor ist und mit Modveon einen Vertrag über fünf Jahre geschlossen hat. Sivar soll mehr sein als eine Bezahl-App: Modveon beschreibt sie als Plattform für geprüfte Identität, Gemeinschaften und Dienste von Institutionen, getestet vor dem Start von mehr als 25.000 Salvadorianern; “Our ambition is for Sivar to evolve into El Salvador’s everyday digital platform”, sagte Modveon-Chef Nana Murugesan.
Fünf Jahre nach dem Bitcoin-Gesetz setzt die Regierung auf den Dollar
Bitcoin kommt in der Mitteilung nicht vor, in einem Land, das 2021 als erstes Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt hatte.
Nach Angaben von Crypto Briefing lief zuletzt nur etwa 1,75 Prozent der Überweisungen über Krypto-Wallets. Mit dem Kreditprogramm des Internationalen Währungsfonds über 1,4 Milliarden Dollar hatte sich die Regierung 2025 zudem verpflichtet, ihre Bitcoin-Geschäfte einzuschränken. Sivar setzt nun auf das, was El Salvador ohnehin als Währung nutzt, den US-Dollar, nur eben in Form von Stablecoins.
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die App selbst kein Angebot, sie deckt nur den Weg von den USA nach El Salvador ab. Interessant ist sie als weiterer Fall, in dem Stablecoins im Alltag landen, ohne dass Nutzer sie als Krypto wahrnehmen; einen ähnlichen Ansatz verfolgen Coinbase und Citi mit ihren Stablecoin-Zahlungen für Firmenkunden, während die Rolle von USDC und Tether auf Börsen längst eingespielt ist.
Wie viele der 1,6 Millionen Empfänger den Weg über Sivar tatsächlich nehmen, wird die erste Zahl sein, an der sich die App messen lassen muss.
Wer sich für Krypto nicht über eine App, sondern über börsengehandelte Produkte interessiert, findet solche ETPs unter anderem bei Scalable Capital. Wie sich die Anbieter bei Gebühren und Auswahl unterscheiden, zeigt unser Krypto-Börsen Vergleich.


























