Fünf Tage nach dem Angriff auf ihre Hot Wallets legt die Kryptobörse Bitget ein Dankeschön-Programm auf: Bis zum 26. Oktober fließen nach Angaben der Börse 30 Prozent ihrer Nettoeinnahmen aus Handelsgebühren in einen Topf, der wöchentlich in USDT an Privatkunden geht. Wer mitmachen darf, hängt von der Region ab; welche Länder gesperrt sind, sagt Bitget nicht.
Das “Bitget Alliance Program” kündigte die Börse am Dienstag in einer Pressemitteilung an, gelaufen ist es da schon seit Montag um 10:00 Uhr MESZ, vier Tage nach dem Angriff vom 24. September, bei dem rund 387,5 Millionen Dollar aus den Hot Wallets abflossen.
Maßgeblich sind die Gebühren, die Bitget von berechtigten Privatkunden tatsächlich einbehält. Rabatte, Provisionen für Vermittler und die negativen Maker-Gebühren, mit denen Marktmacher bezahlt werden, zieht die Börse vorher ab. Für die erste Woche zählen zusätzlich die Gebühren ab dem 25. September.
Chefin Gracy Chen begründete den Schritt mit dem Rückhalt der vergangenen Tage: “We wanted to find a meaningful way to give something back to the people who have stood with us.” Man habe also einen spürbaren Weg gesucht, denen etwas zurückzugeben, die zur Börse gehalten hätten. Den Schaden selbst deckt nach Angaben der Börse ihr Schutzfonds, den Bitget binnen einer Woche wieder auffüllen will; das Programm nennt sie eine eigene Initiative daneben.
Bitget teilt den Topf nach Handelsvolumen und Guthaben
60 Prozent des Topfs verteilt Bitget nach dem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen einer Woche, 40 Prozent nach dem durchschnittlichen Guthaben im Konto. Die Schwelle liegt bei 100 USDT im Tagesschnitt, angerechnet werden höchstens 3 Millionen USDT. Futures, Spot-Handel, Trading-Bots und Copy Trading zählen mit, CFDs, On-Chain-Handel, Convert-Tausch, Stablecoin-Paare wie USDC/USDT und gebührenfreie Paare nicht. Marktmacher, Broker, Institutionen und PRO-Konten sind ausgeschlossen.
Grob gerechnet bekommt ein reiner Händler damit weniger zurück, als die 30 Prozent vermuten lassen. Der Handelsanteil macht 18 Prozent der Nettogebühren aus und wird nach Volumen verteilt. Wer zu durchschnittlichen Gebührensätzen handelt, erhält daraus also knapp ein Fünftel seiner Gebühren.
Den Rest teilen sich die Guthaben, auch die von Kunden, die in der Woche gar nicht handeln.
Abgerechnet wird in vier Wochen. Ausgezahlt wird nach Angaben der Börse binnen zwei Werktagen nach dem Ende jeder Woche:
| Woche | Zeitraum |
|---|---|
| 1 | 28.09., 10:00 Uhr MESZ, bis 05.10., 10:00 Uhr MESZ |
| 2 | 05.10. bis 12.10., jeweils 10:00 Uhr MESZ |
| 3 | 12.10. bis 19.10., jeweils 10:00 Uhr MESZ |
| 4 | 19.10., 10:00 Uhr MESZ, bis 26.10., 09:00 Uhr MEZ |
Die Stunde Unterschied am Ende geht auf die Zeitumstellung am 25. Oktober zurück, Bitget rechnet durchgehend in der Zeitzone UTC+8.
Kunden in Europa müssen die Teilnahme im eigenen Konto prüfen
Ob Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilnehmen können, lässt die Aktionsseite offen. Sie verweist auf “certain restricted regions”, ohne sie aufzuzählen, und legt die Prüfung ausdrücklich den Nutzern selbst auf. Verlässlich ist deshalb nur, ob die Aktion im eigenen Konto angeboten wird.
Daneben bekommen Kunden der VIP-Stufen 1 bis 7 automatisch einen Pass, der ihre Stufe und die Vorteile daraus für 30 Tage sichert; verteilt werden soll er bis zum 1. Oktober. Für Fragen zu Auszahlungen stellt Bitget ihnen eigene Betreuer, solange die Börse die Auszahlungen nach dem Stufenplan vom Samstag Schritt für Schritt wieder freigibt.
Die erste Ausschüttung aus dem Topf ist nach dem 5. Oktober fällig.
Wie sich Bitget bei Gebühren, VIP-Stufen und Coin-Auswahl abseits solcher Aktionen schlägt, haben wir in unserem Bitget-Test zusammengetragen.


























