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Ein weißes Bezahlterminal mit Euro-Zeichen auf dem Display und EU-Sternenkranz am Gehäuse steht auf einem Steintresen, daneben ein schwarzes Rechenmodul, von dem ein cyanfarbener Lichtstrahl zum Terminal führt.

Digitaler Euro: EZB will KI-Agenten und Mikrozahlungen erkunden

Die Europäische Zentralbank sucht Unternehmen, die mit ihr ab Januar 2027 ausloten, wie KI-Agenten, Maschinen und Behörden mit einem digitalen Euro bezahlen könnten; beschlossen ist die Digitalwährung selbst noch nicht, und Bewerbungen laufen bis zum 9. November.

Den Aufruf hat die EZB am Montag veröffentlicht. Es ist eine neue Runde ihrer Innovationsplattform für den digitalen Euro, die 2024 mit einem ersten Durchgang begonnen hatte. Angesprochen sind Händler, Zahlungsdienstleister, technische Dienstleister, Fintechs, Kassenhersteller, Behörden, Forschungseinrichtungen und Verbraucherverbände.

Die Arbeit teilt sich in zwei Stränge.


Die EZB trennt Tests an Prototypen von Workshops über Zukunftsfragen

Im ersten Strang, der Erprobung, bauen ausgewählte Teilnehmer von Januar bis Juni 2027 Prototypen und verbinden sie mit einer eigenen Testumgebung der EZB. Vier Themen stehen fest: elektronische Kassenbelege direkt in der Bezahl-App, Zahlungen mit mehreren Zahlern oder Empfängern wie beim Aufteilen einer Rechnung, bedingte Zahlungen und neue Funktionen in den Apps der Anbieter. Alle Teilnehmer treten dabei als simulierte Zahlungsdienstleister auf, auch wenn sie Händler oder Kassenhersteller sind.

Der zweite Strang, die Erkundung, besteht aus Workshops im Hauptgebäude der EZB in Frankfurt im ersten und zweiten Quartal 2027; einer davon gilt der Rolle künstlicher Intelligenz im Zahlungsverkehr, ausdrücklich mit KI-Agenten, Mikrozahlungen und Zahlungen zwischen Maschinen. Ein zweiter behandelt öffentliche Anwendungen: Nahverkehr, Parken, das Laden von Elektroautos, städtische Dienste und den digitalen Euro als Baustein der nationalen Krisenvorsorge.

Cybersicherheit, Betrugsabwehr und Compliance schließt die EZB aus dem KI-Workshop aus.


Bedingte Zahlungen sollen kein programmierbares Geld werden

Wer “bedingte Zahlung” liest, denkt schnell an Geld, das nur für bestimmte Zwecke ausgegeben werden darf. Genau dagegen grenzt sich die EZB im Aufruf ab. Gemeint sind Zahlungen, die automatisch ausgeführt werden, sobald vorher festgelegte Bedingungen eintreten, etwa über eine vorab reservierte Summe. “These are not the same as programmable money, and the digital euro would never be programmable money”, heißt es in dem Dokument, sinngemäß: Das sei nicht dasselbe wie programmierbares Geld, und der digitale Euro werde nie programmierbares Geld sein.

In einer Fußnote verweist die EZB dafür auf den Verordnungsentwurf der EU-Kommission, der festhält, dass der digitale Euro nie programmierbares Geld sein werde.


Für Anleger ändert der Aufruf zunächst nichts

Der digitale Euro wäre Zentralbankgeld in digitaler Form, kein Kryptowert mit schwankendem Kurs. Ausgegeben werden darf er erst, wenn die EU die Verordnung beschließt und die EZB danach entscheidet; das betont auch Cointelegraph in seinem Bericht. Parallel läuft die Vorbereitung eines zwölfmonatigen Pilotbetriebs ab der zweiten Jahreshälfte 2027, für den die EZB nach Angaben von Cointelegraph bereits 36 Banken und Zahlungsdienstleister ausgewählt hat, darunter Revolut, Stripe und die Deutsche Bank. Für denselben Piloten hatte sie im September Online-Händler gesucht.

Neu ist der Blick auf Zahlungen durch Software. Im Kryptomarkt laufen solche Versuche längst über Stablecoins und Bitcoin: Block hat Lightning-Zahlungen in den Bezahlstandard x402 für KI-Agenten gebracht, und auch große Handelsplätze bauen eigene Schnittstellen dafür. Mit den Workshops will die EZB ausloten, welche Rolle der digitale Euro in diesem Feld spielen könnte.

Wie sich Stablecoins von staatlichem Digitalgeld unterscheiden, erklärt unser Ratgeber Was sind Stablecoins?

Teilnehmen können nur Organisationen mit Sitz in der EU, Bewerbungen müssen auf Englisch eingehen, und Geld zahlt die EZB nicht. Wer ausgewählt wurde, will sie im Januar 2027 auf ihrer Website veröffentlichen.

Der digitale Euro wird kein Anlageprodukt sein. Wer Kryptowerte ins Depot legen will, findet börsengehandelte Produkte darauf etwa bei Scalable Capital; Handelsplätze für einzelne Coins stellt der Krypto-Börsen Vergleich gegenüber.






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