Die britische Finanzaufsicht FCA nimmt seit Mittwoch Anträge von Kryptofirmen an, die auch unter dem neuen Regelwerk ab dem 25. Oktober 2027 im Land arbeiten wollen. Wer weitermachen will, soll bis zum 28. Februar 2027 beantragen; eine Zulassung gibt es nach Angaben der FCA nur, wenn die Firma die Anforderungen nachweist.
Bisher reicht in Großbritannien eine Registrierung bei der FCA zur Geldwäscheprävention, um Kryptodienste anzubieten. Das neue Regime geht weiter: Es stellt Handelsplätze, Verwahrer und andere Anbieter unter die volle Aufsicht, mit Regeln zum Verbraucherschutz, zur Trennung von Kundenvermögen, zur Marktintegrität und zur finanziellen Stabilität. Die Regeln dafür hatte die Behörde im Juni veröffentlicht.
“Firms can now apply for authorisation and start preparing for regulation”, sagte Dominic Cashman, bei der FCA zuständig für Zulassungen.
Die FCA prüft jeden Antrag vor dem Start des Regimes
Das Verfahren folgt einem festen Fenster. Anträge, die bis Ende Februar eingehen, will die Aufsicht nach ihrer Mitteilung noch vor dem 25. Oktober 2027 entscheiden. Ist bis dahin kein Bescheid ergangen, dürfen Firmen, die schon im Land tätig sind und fristgerecht beantragt haben, ihre Dienste weiter anbieten und auch neue Kunden aufnehmen.
Wer die Maßstäbe nicht erfüllt, bekommt keine Zulassung und darf die regulierten Dienste in Großbritannien dann nicht mehr anbieten.
Die bisherige Geldwäsche-Registrierung wird dabei nach Angaben von The Block nicht automatisch übernommen. Die Behörde bietet Vorgespräche und aufgezeichnete Webinare an, damit Firmen ihre Unterlagen vorbereiten können.
Europäische Anbieter brauchen für London eine eigene Erlaubnis
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich durch den Schritt unmittelbar nichts. In der EU regelt die Verordnung MiCA den Markt, der das Europäische Parlament 2023 zugestimmt hatte, und seit dem Brexit gilt eine dort erteilte Zulassung nicht in Großbritannien. Europäische Börsen, die britische Kunden bedienen, brauchen also bis Februar einen eigenen Antrag in London; wie die EU-Aufsicht ihre Seite gerade für MiCA neu aufstellt, haben wir am Dienstag beschrieben.
Großbritannien kommt damit fast drei Jahre nach der EU, deren Regeln für Kryptodienstleister seit dem 30. Dezember 2024 gelten. Welche großen Börsen den Weg gehen und welche sich aus dem britischen Markt zurückziehen, zeigt sich spätestens am 28. Februar.
Wer Bitcoin oder Ether bei einem Anbieter handeln will, der in Europa wie in Großbritannien auftritt, findet einen Zugang unter anderem über eToro. Welche Handelsplätze hierzulande zur Auswahl stehen, listet der Krypto-Börsen Vergleich.


























