Marktanalyse 3 Min. Lesezeit

Fed hält den Leitzins, zwei Gegenstimmen für eine Erhöhung

Die Fed belässt den Leitzins bei 3,75 bis 4 Prozent, beschlossen mit 10 zu 2 Stimmen. Lisa Cook und Beth Hammack wollten um weitere 0,25 Prozentpunkte erhöhen. Bitcoin legte nach der Mitteilung leicht zu.

Auf einer weißen Steinleiste stehen nebeneinander ein weißer Steinblock mit dem eingelassenen schwarz-weißen Siegel des Federal Reserve System und eine orangefarbene Bitcoin-Münze, beide auf gleicher Höhe.

Die US-Notenbank belässt den Leitzins nach ihrer Sitzung vom Mittwoch in der Spanne von 3,75 bis 4 Prozent. Beschlossen wurde das mit 10 zu 2 Stimmen: Gouverneurin Lisa Cook und Cleveland-Fed-Präsidentin Beth Hammack wollten den Zins um weitere 0,25 Prozentpunkte anheben. Bitcoin stand anderthalb Stunden nach der Entscheidung 0,4 Prozent höher als zum Zeitpunkt der Mitteilung.

Erst im September hatte der Offenmarktausschuss FOMC den Leitzins einstimmig um einen Viertelpunkt erhöht. Dieses Mal hält die Mehrheit still. Begründet wird das in der Mitteilung der Fed mit einem einzigen Satz: “The accumulation of more information will help the Committee determine the policy stance appropriate to ensure a timely return of inflation to the Committee’s 2 percent goal.” Weitere Daten sollen also zeigen, mit welchem Kurs die Inflation rechtzeitig zum Ziel von 2 Prozent zurückfindet.


Die Mehrheit will vor dem nächsten Schritt mehr Daten sehen

An der Lagebeschreibung hat der Ausschuss nur ein Wort geändert, und es weist nicht auf eine Lockerung hin. Die Wirtschaft wachse “at a strong pace”, heißt es jetzt, wo im September noch “solid” stand, und die Arbeitslosenquote habe sich kaum verändert.

Zur Teuerung bleibt die Fed bei ihrer knappen Formel “Inflation remains elevated”, die Inflation sei weiterhin erhöht. Im September waren die US-Verbraucherpreise um 3,7 Prozent gestiegen, nachdem die heiße US-Inflation die Wetten auf eine Zinserhöhung schon einmal nach oben getrieben hatte. Den Schlusssatz der Mitteilung hat die Notenbank unverändert übernommen: “The Committee will deliver price stability.”

Auch technisch bleibt alles beim Alten: Die Fed verzinst Guthaben der Banken laut ihrer Umsetzungsnotiz weiter mit 3,90 Prozent, der Diskontsatz für Notkredite liegt unverändert bei 4 Prozent.


Cook und Hammack stimmen für die nächste Erhöhung

Die beiden Gegenstimmen kommen nicht aus demselben Haus. Hammack hatte schon im Juli zusammen mit Neel Kashkari und Lorie Logan gegen das Stillhalten gestimmt, damals bei einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Mit Cook stimmt nun auch ein Mitglied des Gouverneursrats in Washington für einen schärferen Kurs als die Mehrheit um den Vorsitzenden Kevin Warsh.

Dass weitere Erhöhungen im Raum stehen, hatte schon das Protokoll der Septembersitzung gezeigt: Die meisten Teilnehmer hielten einen weiteren Schritt bis zum Jahresende für wahrscheinlich angemessen. Am Prognosemarkt Kalshi kostete der Kontrakt auf eine Erhöhung bei der Sitzung im Dezember am Mittwochabend 81 Cent, was rund 81 Prozent Wahrscheinlichkeit entspricht, nach 72 Cent am 7. Oktober.


Bitcoin legt nach der Mitteilung leicht zu

Zur Veröffentlichung um 19:00 Uhr deutscher Zeit kostete ein Bitcoin 80.808 Dollar. Nach einem Tief von 80.695 Dollar zwanzig Minuten später stieg der Kurs bis 20:30 Uhr auf 81.127 Dollar, das sind 0,4 Prozent mehr. Ether kletterte im selben Zeitraum von 2.345 auf 2.356 Dollar. Quelle: CoinGecko

Am Aktienmarkt bewegte sich wenig, der S&P 500 lag nach Daten von Yahoo Finance gegen 20:30 Uhr mit 7.731 Punkten fast auf dem Stand zur Entscheidung. Der Dollar-Index, der die US-Währung mit sechs anderen vergleicht, gab von 102,32 auf 102,08 Punkte nach.

Für Anleger in Deutschland ändert der Beschluss zunächst wenig: Dollar-Guthaben und kurzlaufende US-Anleihen werfen weiter Zinsen in der Nähe des Leitzinses ab, Kredite in Dollar werden nicht teurer. In Euro gerechnet kostete ein Bitcoin zuletzt 72.702 Euro. Am Donnerstag entscheidet die Europäische Zentralbank über ihre Zinsen.

Die nächste Entscheidung der Fed fällt am 9. Dezember, dann mit neuen Zinsprojektionen der Mitglieder; Termine und alle bisherigen Beschlüsse stehen auf unserer Seite zum Fed-Zinsentscheid.

Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

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Sven Meisinger

Über Sven Meisinger

Redakteur bei Krypto-Boersen.com mit Schwerpunkt auf fundierte Marktanalysen und aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Assets. Durch tiefgreifende Recherche und datenbasierte Analysen liefert er präzise Einschätzungen zu Markttrends, regulatorischen Veränderungen und technologischen Innovationen in der Blockchain-Industrie. Seine Expertise umfasst sowohl technische Chartanalysen als auch fundamentale Bewertungen von Kryptowährungen und DeFi-Protokollen.

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