Die Kennzahl, die bei Arbitrum heraussticht
DefiLlama weist für die Arbitrum-Chain am 22. September 2026 einen gebundenen Wert von 1,48 Milliarden US-Dollar aus. Die Marktkapitalisierung des Tokens beträgt 1,54 Milliarden. Das Verhältnis liegt damit bei 1,04 zu 1, also praktisch bei eins.
Nur wenige Netzwerke kommen dem nahe – Tron liegt bei 5,7 zu 1, Bittensor bei 6,5 zu 1. Danach wird der Abstand groß: Sui liegt bei 7,9 zu 1, Cronos bei 20, Toncoin bei 75, Hedera bei 106 zu 1.
Dazu kommen 3,63 Milliarden US-Dollar an dollargebundenen Token auf der Blockchain, also mehr als das Doppelte der eigenen Marktkapitalisierung. In der Rangliste der Stablecoin-Bestände liegt Arbitrum damit auf Platz vier hinter Ethereum, Tron und Solana.
Der Vorbehalt, der bei Erweiterungsschichten immer gilt
Arbitrum ist eine Erweiterungsschicht auf Ethereum. Die Gebühren, die dort anfallen, gehen zu einem erheblichen Teil an Ethereum, weil dort die Daten abgelegt werden. Wie viel davon beim Token ankommt, ließ sich nicht belastbar aufschlüsseln, und diese Seite rechnet deshalb nicht damit.
Der zweite Vorbehalt: Der gebundene Wert auf einer Erweiterungsschicht ist beweglicher als auf einer eigenständigen Chain. Kapital, das über eine Brücke kam, kann genauso schnell wieder gehen.
Angebot
Im Umlauf sind 6,79 Milliarden von maximal 10,00 Milliarden ARB, also 67,9 Prozent. Es stehen rund 3,21 Milliarden Token aus. Gerechnet auf das volle Angebot läge die Bewertung bei rund 2,27 statt 1,54 Milliarden US-Dollar, und das Verhältnis zum gebundenen Wert bei 1,53 statt 1,04 zu 1.
Selbst dann läge Arbitrum in dieser Kennzahl noch unter Sui (7,9 zu 1) und Cronos (20 zu 1).
Makro und Marktumfeld
Eine Erweiterungsschicht lebt von der Aktivität auf Ethereum, und die hängt am Risikoappetit. Seit dem 16. September 2026 liegt der US-Leitzins bei 3,75 bis 4,00 Prozent, angehoben um einstimmige 25 Basispunkte (FOMC-Erklärung); zehnjährige US-Staatsanleihen brachten am 18. September 5,01 Prozent (US-Finanzministerium, tägliche Zinsstrukturkurve). Bei 195 Prozent Schwankungsbreite im Jahresmaß sind solche Größen allerdings nur Hintergrundrauschen.
In der Woche bis zum 22. September legte ARB 69,5 Prozent zu, das Siebenfache von Bitcoin mit 9,0 Prozent. Solche Bewegungen sind bei einer Schwankungsbreite von 195 Prozent im Jahresmaß der Normalfall und kein Beleg für eine Trendwende.
Regulierung
Für Erweiterungsschichten ist offen, ob sie regulatorisch als eigenes Netzwerk oder als Teil von Ethereum gelten. MiCA wird in der EU seit dem 1. Juli 2026 ohne Übergangsfristen angewandt (ESMA, Public Statement), und der Digital Asset Market Clarity Act fand am 15. September 2026 im US-Senat keine Mehrheit. Steuerlich für Deutschland: Ab wann muss man Krypto versteuern.
Bei einer Erweiterungsschicht auf Ethereum sind die aufsichtsrechtlichen Fragen ähnlich gelagert wie bei Ethereum selbst. Ein Spot-ETF auf ARB ist in den USA nicht zugelassen.
Stimmung
Der Fear-and-Greed-Index notiert bei 70 nach 51 in der Vorwoche, im Bereich “Gier”.