Marktanalyse 3 Min. Lesezeit

Bank of Japan hält den Leitzins, Takata stimmt für eine Erhöhung

Die Bank of Japan lässt den Leitzins bei 1,25 Prozent, beschlossen mit 8 zu 1 Stimmen. Hajime Takata wollte auf 1,5 Prozent erhöhen. Die Notenbank verkauft ihre Aktien-ETFs künftig schneller, Bitcoin reagierte kaum.

Links eine weiße Stoffflagge Japans mit rotem Kreis an einer verchromten Stange, rechts eine große orangefarbene Bitcoin-Münze aufrecht auf einem weißen Steinsockel in einer hellen Halle.

Die japanische Notenbank lässt ihren Leitzins bei rund 1,25 Prozent. Der Beschluss fiel am Freitag mit 8 zu 1 Stimmen, Ratsmitglied Hajime Takata wollte auf 1,5 Prozent erhöhen. Zugleich verkauft die Bank of Japan ab Januar ihre Aktienfonds mehr als doppelt so schnell wie bisher. Bitcoin stand am Vormittag 0,5 Prozent höher als zur Mitteilung.

Veröffentlicht wurde die Entscheidung um 12:02 Uhr Tokioter Zeit, in Deutschland war es 4:02 Uhr. Für Japan ist das Stillhalten eine Pause nach zwei schnellen Schritten: Im Juni hob die Notenbank den Tagesgeldsatz auf 1,0 Prozent, im September auf 1,25 Prozent, damals mit zwei Gegenstimmen. Eine Abkehr von diesem Kurs kündigt die Mitteilung der Bank of Japan nicht an.

Im Gegenteil.

Im neuen Konjunkturbericht steht ausdrücklich, die Bank werde “continue to raise the policy interest rate”, also den Leitzins weiter anheben, je nach Entwicklung von Wirtschaft, Preisen und Finanzierungsbedingungen. Zeitpunkt und Tempo will sie von Sitzung zu Sitzung abwägen, mit Blick auf den Nahen Osten, die Nachfrage rund um künstliche Intelligenz und den Wechselkurs.


Takata hält die Inflation schon für erreicht

Der Abweichler begründet seine Stimme mit einer neuen Lage. Die zugrunde liegende Teuerung habe das Preisziel erreicht, deshalb müsse die Bank “step up the pace”, also das Tempo erhöhen, mit dem sie den Zins an das neutrale Niveau heranführt. So gibt die Mitteilung seine Position wieder. Die übrigen acht Mitglieder um Gouverneur Kazuo Ueda folgten ihm nicht.

Auch die Mehrheit rechnet inzwischen mit mehr Teuerung. Für das Fiskaljahr 2027, das im April beginnt, erwartet die Mehrheit des Rats nun eine Kerninflation von 2,6 Prozent statt 2,4 Prozent im Juli, vor allem wegen des teureren Öls. Die Risiken für die Preise sieht die Bank nach oben verschoben. Eine geplante Senkung der Verbrauchsteuer auf Lebensmittel, über die das Parlament noch berät, ist in diesen Zahlen nicht enthalten.

Einstimmig beschloss der Rat dagegen, das Tempo beim Abbau der Aktien-ETFs zu erhöhen. Statt rund 330 Milliarden Yen jährlich zum Buchwert sollen ab Januar 2027 rund 860 Milliarden Yen verkauft werden, zum Marktwert gerechnet etwa 2,46 Billionen Yen.


Der Yen zieht kurz an, Bitcoin bleibt ruhig

Am Devisenmarkt war die Reaktion knapp. Ein Dollar kostete zur Mitteilung 157,40 Yen und zehn Minuten später 157,13 Yen, der Yen wurde also etwas teurer. Bis zum Vormittag deutscher Zeit pendelte sich der Kurs bei 157,29 Yen ein, nach Daten von Yahoo Finance. Der Leitindex Nikkei 225 schloss mit 63.290 Punkten 2,1 Prozent tiefer, hatte den größten Teil davon aber schon am Morgen vor der Entscheidung abgegeben.

Bitcoin kostete um 4:00 Uhr deutscher Zeit 77.230 Dollar und stieg bis 6:45 Uhr auf 78.616 Dollar. Um 10:45 Uhr waren es 77.625 Dollar, ein Plus von 0,5 Prozent seit der Mitteilung. Auf 24 Stunden gerechnet liegt die Kryptowährung trotzdem gut 3 Prozent im Minus, was vor allem am Kursrutsch nach dem Binance-Hack liegt. Quelle: CoinGecko

Wer sich in Yen verschuldet, um damit Anlagen in anderen Währungen zu kaufen, zahlt vorerst nicht mehr. Der Abstand zum Dollar bleibt groß: Die Fed hielt ihren Leitzins am Mittwoch bei 3,75 bis 4 Prozent, die EZB am Donnerstag ihren Einlagesatz bei 2,5 Prozent. In Euro kostete ein Bitcoin zuletzt 69.339 Euro.

Die nächste Sitzung der Bank of Japan endet am 18. Dezember; dieser und alle weiteren Notenbanktermine stehen in unserem Terminkalender.

Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

Bitcoin Zinsen

Sven Meisinger

Über Sven Meisinger

Redakteur bei Krypto-Boersen.com mit Schwerpunkt auf fundierte Marktanalysen und aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Assets. Durch tiefgreifende Recherche und datenbasierte Analysen liefert er präzise Einschätzungen zu Markttrends, regulatorischen Veränderungen und technologischen Innovationen in der Blockchain-Industrie. Seine Expertise umfasst sowohl technische Chartanalysen als auch fundamentale Bewertungen von Kryptowährungen und DeFi-Protokollen.

Alle Artikel von Sven Meisinger

Der Krypto-Newsletter

Die wichtigsten Nachrichten, neue Angebote der Börsen und unsere Marktdaten – kostenlos per E-Mail. Abmeldung jederzeit.

Suche wird geladen …

Tipp: Mit Strg + K oder „/“ öffnest du die Suche auf jeder Seite.