Bitcoin Core schließt drei Lücken, die ein KI-Scan gefunden hat
Bitcoin Core hat drei Lücken offengelegt, über die sich Knoten zum Absturz bringen ließen, die schwerste unter Windows, macOS und BSD. Gefunden hat sie ein KI-Scan, behoben sind sie in 29.5, 30.4, 31.2 und 32.1.
Die Entwickler von Bitcoin Core haben am Mittwoch drei Sicherheitslücken offengelegt, über die sich Knoten zum Absturz bringen ließen. Am schwersten wiegt ein Fehler, mit dem ein einzelner Peer nach Angaben der Entwickler jeden Knoten unter Windows, macOS und BSD lahmlegen konnte, Linux ist davon nicht betroffen. Behoben sind alle drei in den Versionen 29.5, 30.4, 31.2 und 32.1.
Gefunden hat die Fehler zuerst eine Maschine: ein automatischer Scan mit einem Sprachmodell, den der Entwickler Elias Rohrer bei Spiral unter dem Namen Project Loupe betreibt. Der Entwickler Gregory Sanders prüfte jeden Fund von Hand, bevor er beim Sicherheitsteam landete.
Ein Peer konnte den Arbeitsspeicher volllaufen lassen
Ein Bitcoin-Knoten, englisch Node, hält zu anderen Rechnern im Netz Verbindungen, über die er Blöcke und Transaktionen austauscht. Diese Gegenstellen heißen Peers. Damit ein langsamer oder böswilliger Peer den Knoten nicht überfordert, drosselt Bitcoin Core das Lesen, sobald sich zu viele Daten stauen.
Genau diese Bremse ließ sich umgehen. Schickte ein Peer sogenannte TCP-Urgent-Daten, eine selten genutzte Sonderform im Netzwerkprotokoll, wuchs der Speicherbedarf ohne Grenze. Ein böswilliger Peer könne damit “trivially crash any Windows, macOS or BSD node”, heißt es in der Sicherheitsmitteilung, also jeden solchen Knoten mühelos zum Absturz bringen.
Linux bleibt verschont, weil Bitcoin Core dort einen anderen Weg nutzt, um seine Verbindungen zu überwachen.
Das Team stuft die Lücke als mittelschwer ein. Der Scan meldete sie am 23. Oktober, am 26. Oktober war die Korrektur eingespielt, einen Tag später erschienen die ersten reparierten Versionen.
Zwei weitere Fehler brauchen Geduld oder viel Rechenleistung
Der zweite Fehler wirkt langsamer. Ein Peer, der vorgibt, eine sehr alte Protokollversion zu sprechen, und dann einfach keine Daten mehr abholt, wurde bisher nie getrennt. Der Knoten sammelte für ihn weiter Nachrichten an, nach den Angaben der Entwickler bis zu zwei Megabyte pro Stunde und eingehender Verbindung, bei ausgehenden bis zu fünf Megabyte. Project Loupe hatte das bereits am 15. September gemeldet.
Die dritte Lücke betrifft die Undo-Dateien, in denen ein Knoten festhält, wie er Blöcke bei einer Umordnung der Kette wieder zurücknimmt. Ein Miner mit sehr viel Vorlauf hätte diese Dateien über ihre Größengrenze treiben können. Auf 64-Bit-Systemen wären dafür nach den Berechnungen der Entwickler mehrere tausend präparierte Blöcke nötig, ungefähr die gesamte Blockproduktion des Netzes in einem Monat.
Wer betroffen wäre, käme allerdings nicht mehr von selbst auf die Beine: “Restarting does not help”, schreiben die Entwickler, ein Neustart helfe nicht, nur ein Neuaufbau der Datenbank mit einer reparierten Version. Für Knoten auf 32-Bit-Systemen und auf Laufwerken mit dem Dateisystem FAT32 bleibt diese Grenze auch nach dem Update bestehen.
Bitcoin Core veröffentlicht leicht auffindbare Fehler jetzt schneller
Dass die Mitteilungen so kurz nach den Korrekturen erscheinen, ist neu. Fehler, die das Projekt für leicht auffindbar hält, legt es nach Angaben von CoinDesk seit dem 22. Oktober zügig offen, statt sie wie bisher bis zu einem Jahr zurückzuhalten. Der Hintergrund ist naheliegend: Was ein KI-Scan auf der einen Seite findet, kann ein Angreifer mit demselben Werkzeug ebenso finden.
Wer Bitcoin auf einer Börse oder in einer gewöhnlichen Wallet-App hält, muss nichts tun: Die Lücken zielen darauf, Knoten abstürzen zu lassen, nicht auf Guthaben. Wer dagegen einen eigenen Bitcoin-Knoten betreibt, etwa auf einem Mini-PC unter Windows oder auf einem Mac, sollte auf eine der reparierten Versionen wechseln. Das gilt auch für fertige Node-Pakete, die Bitcoin Core im Hintergrund mitbringen; hier kommt das Update über den jeweiligen Anbieter.
Anfang Oktober hatte es Betreiber von Lightning-Knoten getroffen, als Core Lightning vor Angriffen auf nicht aktualisierte Knoten warnte.
Drei weitere Fehler mittlerer und hoher Schwere, die bereits mit Version 30.0 behoben wurden, will das Projekt laut CoinDesk in zwei Wochen offenlegen.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




