Starknet-Halter stimmen für Prüfung einer eigenen Layer 1
93,5 Prozent der abgegebenen STRK unterstützen in einer nicht bindenden Abstimmung, dass Starknet den Wechsel zu einer eigenen, quantensicheren Blockchain untersucht. Über den Wechsel selbst entscheidet erst eine weitere Abstimmung.
In einer nicht bindenden Abstimmung haben sich 93,5 Prozent der abgegebenen STRK dafür ausgesprochen, dass Starknet den Wechsel von einer Ethereum-Layer-2 zu einer eigenen, gegen Quantenrechner gesicherten Blockchain untersucht. Beschlossen ist der Wechsel damit nicht; dafür wäre eine eigene Abstimmung nötig.
Die Umfrage auf der Abstimmungsplattform Snapshot lief vom 15. Oktober bis Donnerstag, 11:32 Uhr MESZ. Nach den Daten der Starknet-Abstimmungsseite gab es 3.236 Stimmen mit zusammen 489,3 Millionen STRK. Für “Yes, this should be researched” votierten 457,6 Millionen STRK, dagegen 22,4 Millionen, neutral 9,3 Millionen.
Gemessen am Umlauf von rund 7,59 Milliarden STRK nach CoinGecko hat damit gut ein Sechzehntel aller Token abgestimmt. Das Entwicklerunternehmen StarkWare hat nach Angaben von The Block nicht mitgestimmt.
Starknet hängt bei Brücke und Daten an Ethereum
Starknet ist heute eine Layer 2: Transaktionen laufen auf dem eigenen Netz, ihre Gültigkeit wird aber über kryptografische Beweise auf Ethereum festgeschrieben, und dort liegen auch die Daten, aus denen sich der Zustand des Netzes wiederherstellen lässt. Diese Beweise beruhen auf Hashfunktionen, die nach heutigem Stand auch ein leistungsfähiger Quantenrechner nicht brechen kann. Die Unterschriften unter Ethereum-Transaktionen dagegen nutzen elliptische Kurven, und genau diese Verfahren gelten als angreifbar, sobald solche Rechner groß genug sind.
Der Vorschlag im Starknet-Forum benennt das Problem ohne Umschweife.
“The parts that depend on Ethereum, such as the bridge and data availability, are tied to Ethereum’s timeline”, heißt es dort, also die Teile, die von Ethereum abhängen, etwa die Brücke und die Datenverfügbarkeit. Eine eigene Layer 1 würde diese Abhängigkeit beseitigen. Die Konten auf Starknet könnten schon heute quantensichere Signaturen verwenden, ohne dass das Protokoll geändert werden müsste.
StarkWare-Chef Eli Ben-Sasson hält das Tempo bei Ethereum für zu langsam: “Ethereum’s target of 2029 to become quantum-safe is too late, and deadlines slip”, sagte er The Block. Einen ersten Entwurf eines Whitepapers will StarkWare im November zur öffentlichen Prüfung vorlegen, Starknet selbst soll nach seinem Ziel 2027 quantensicher sein.
Kritiker sehen nur eine neue Abhängigkeit
Im Forum gab es auch Widerspruch. Ein Nutzer mit dem Namen ceri1 hält entgegen, eine eigene Layer 1 gebe das Sicherheitsbudget von Ethereum auf, also den Schutz, den die Milliarden an gestakten Ether für die Abrechnung bieten; er nennt den Schritt “a transfer of dependency, not a gain in decentralization”. Dann müsste das Staking von STRK die Sicherheit tragen, die heute Ethereum liefert.
Für Halter ändert sich vorerst nichts. Der Vorschlag hält fest, dass STRK in jedem Fall der Token bleibt, kein neuer ausgegeben wird und die Brücken von Ethereum zu Starknet offen bleiben.
Gegen Euro lässt sich STRK in Deutschland unter anderem bei Bitvavo handeln, die den Token ins Angebot genommen hat. Am Kurs lässt sich keine klare Reaktion auf die Abstimmung ablesen: STRK kostete am Donnerstagmittag 0,0553 Dollar, 32,5 Prozent weniger als vor einer Woche, aber 27,3 Prozent mehr als vor 30 Tagen.
Quelle: CoinGecko, Stand 22.10.2026, 12:04 Uhr MESZ
Wie ernst Aufsichtsbehörden die Gefahr für die Kryptografie nehmen, zeigt die Warnung der EU-Finanzaufsicht, während Ethereum an seinem eigenen Fahrplan arbeitet. Ob Starknet den Schritt geht, entscheidet erst die zweite Abstimmung, für die es noch keinen Termin gibt.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




