Alpenglow ist aktiv: Solana mustert TowerBFT nach sechs Jahren aus
Solana läuft seit dem 21. Oktober mit dem Konsens Alpenglow, Anza meldete den Vollzug um 15:54 Uhr MESZ. Transaktionen sollen nach Angaben von Anza nach 150 Millisekunden endgültig sein; eine unabhängige Messung aus dem Hauptnetz liegt noch nicht vor.
Solana läuft seit Mittwochnachmittag mit dem neuen Konsens Alpenglow. Der Entwickler Anza meldete den Vollzug um 15:54 Uhr MESZ, knapp eine Stunde früher als bei der Ankündigung vor acht Tagen genannt. Transaktionen sollen nach Angaben von Anza nun nach 150 Millisekunden endgültig sein statt nach 12,8 Sekunden; eine unabhängige Messung aus dem Hauptnetz liegt noch nicht vor.
“Alpenglow is live on mainnet-beta”, schrieb Anza auf X. In einem Folgebeitrag nannte das Unternehmen die Eckdaten: Der erste Block unter Alpenglow trägt die Slotnummer 459.653.000 in Epoche 1064, 654 Validatoren wirkten an seiner Bestätigung mit, die Übergabe an das neue Abstimmungsverfahren dauerte 900 Millisekunden. Berichte über Ausfälle gab es nach der Übersicht von Solana Compass bis zum Abend nicht.
Die Kette selbst bestätigt den Wechsel. Die RPC-Abfrage getAgGenesisCert, die unter TowerBFT null lieferte, gibt seit dem Nachmittag ein Startzertifikat zurück; die Redaktion hat das um 18:07 Uhr MESZ am öffentlichen Hauptnetz-Knoten geprüft. Zum Vergleich: Am Abend stimmten nach derselben Schnittstelle 666 Validatoren aktiv ab. Gemessen an der Zahl der Validatoren trug damit fast das ganze Netz die Umstellung mit.
Angekündigt hatte Anza den Wechsel am 13. Oktober für etwa 14:50 Uhr UTC, als der Termin für das Hauptnetz feststand. Am Vorabend zog das Unternehmen ihn auf etwa 14:00 Uhr UTC vor. Anza-Chef Brennan Watt nannte Alpenglow gegenüber The Block “the largest, most ambitious blockchain upgrade since ‘The Merge'”, also den größten Umbau einer Blockchain seit dem Wechsel von Ethereum auf Proof of Stake im Jahr 2022.
Die 150 Millisekunden sind bisher eine Angabe von Anza
Gemessen hat den Wert im Hauptnetz noch niemand öffentlich, wie Solana Compass festhält. Anzas Chefökonom Max Resnick hatte Decrypt schon im September 2025 gesagt, Nutzer würden eine Bestätigungszeit von “approximately 150-200ms” spüren, also etwa 150 bis 200 Millisekunden.
Der Vergleichswert von 12,8 Sekunden stammt zudem aus der Zeit vor der Halbierung der Slot-Zeit auf 200 Millisekunden; mit den kürzeren Slots schätzt Galaxy die Finalität unter TowerBFT auf rund sechs Sekunden, wie Solana Compass berichtet.
Wer Solana-Statistiken liest, muss ab heute umrechnen. Die Stimmen der Validatoren laufen nicht mehr als Transaktionen über die Kette; nach Zählung von Solana Compass machten sie vom 14. bis 20. Oktober rund 62 Prozent aller Transaktionen aus. Gesamtzahlen ab dem 21. Oktober lassen sich deshalb nicht mit früheren vergleichen.
Validatoren zahlen jetzt eine feste Gebühr je Epoche
Für Besitzer von SOL ändert sich laut der Upgrade-Seite der Solana Foundation nichts, Wallets und Apps funktionieren wie bisher. Anpassen müssen sich Block-Explorer, Indexer und Handelssysteme, die Blockdaten in Echtzeit lesen. Validatoren zahlen statt Gebühren für jede einzelne Stimme nun pauschal 0,8 SOL je Epoche, das sogenannte Validator Admission Ticket.
Der konkurrierende Client Firedancer war für die Umstellung nicht zugelassen. Nach Angaben von Galaxy, die Solana Compass wiedergibt, unterstützt erst dessen Version 26.10 Alpenglow, die Vorstufe Frankendancer gar nicht mehr.
Rotor, der zweite Teil von Alpenglow, der die Verteilung der Blöcke im Netz beschleunigen soll, hat noch keinen Termin.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




