Pi Network

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Pi Network auf einen Blick

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Pi Network im Detail

Eckdaten

Gründer: Nicolas Kokkalis, Chengdiao Fan
Entwickler: Pi Core Team (SocialChain Inc.)
Veröffentlichung: 2019
Sektor: Zahlungen
Kernmerkmal: Mining per Smartphone-App

Technologie

Blockchain: Pi Network
Staking: Nein
Konsens-Algorithmus: Stellar Consensus Protocol (Federated Byzantine Agreement)

Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist Pi Network? Ein Kryptoprojekt, dessen Coin PI Nutzer per Smartphone-App sammeln, ohne Rechenarbeit und ohne Mining-Hardware.
  • Gegründet haben es die Stanford-Absolventen Nicolas Kokkalis und Chengdiao Fan, gestartet ist die App am 14. März 2019.
  • Das Mainnet lief ab Dezember 2021 abgeschottet, frei handelbar ist PI erst seit Februar 2025.
  • Höchstens 100 Mrd. PI soll es geben, davon gehen 20 % an das Core Team.
  • Wer Pi aus der App bewegen will, braucht eine Identitätsprüfung (KYC) und die Migration ins Mainnet.

Was ist Pi Network? Hinter dem Namen steckt eine Kryptowährung, die sich von Anfang an an Handynutzer richtete: Statt teure Geräte rechnen zu lassen, tippst du einmal am Tag in einer App auf einen Knopf und bestätigst so deine Anwesenheit. Daraus ist eine riesige Gemeinschaft entstanden, aber auch eines der umstrittensten Projekte am Markt.

Was ist Pi Network und wer hat es gegründet?

Das Projekt stammt von Nicolas Kokkalis und Chengdiao Fan. Kokkalis hat an der Stanford University promoviert und dort 2018 den ersten Kurs über dezentrale Anwendungen gehalten, Fan promovierte in Stanford in Anthropologie. Laut Projektseite ging Pi Network am 14. März 2019 an den Start, am sogenannten Pi Day. Betrieben wird die App von der US-Firma SocialChain Inc.

Die Idee: Kryptowährungen sollten nicht nur Besitzern von Rechenzentren oder großem Kapital offenstehen, sondern jedem mit Smartphone. Diese niedrige Hürde erklärt die große Verbreitung und ist zugleich Kern vieler Zweifel.

„Mining“ per App: was dabei passiert

Der Begriff Mining führt bei Pi in die Irre. Dein Handy löst keine Rechenaufgaben und sichert auch keine Blöcke. Laut Whitepaper bestätigen Teilnehmer, im Projekt „Pioneers“ genannt, bei jeder Anmeldung ihre Anwesenheit. Die Belohnung wird einmal täglich berechnet, nicht pro Block.

Vor dem Mainnet startete die Grundrate bei 3,1415926 Pi pro Stunde. Jedes Mal, wenn sich die Zahl aktiver Nutzer verzehnfachte, halbierte sie sich. Seit März 2022 gilt eine Formel, nach der die Ausgabe neuer Pi exponentiell schrumpft, je mehr bereits verteilt wurde.

Sicherheitskreise und Rollen

Das Whitepaper von 2019 beschreibt vier Rollen: Pioneers melden sich täglich an, Contributors nennen vertraute Personen, Ambassadors werben neue Nutzer, Nodes betreiben zusätzlich Software auf einem Computer. Aus den Vertrauenslisten, den Sicherheitskreisen, entsteht ein weltweites Vertrauensnetz. Wer andere einlädt oder einen Kreis bildet, bekommt eine höhere Rate, was Kritiker für problematisch halten.

Konsens: wie sich das Netz einigt

Technisch baut Pi auf dem Stellar Consensus Protocol (SCP) auf, einem Verfahren der Federated Byzantine Agreement, entwickelt vom Stanford-Professor David Mazières. Jeder Knoten wählt selbst, welchen anderen Knoten er vertraut, und aus diesen überlappenden Gruppen entsteht die Einigung. Laut Whitepaper verschwendet das keine Energie, weil kein Wettrechnen nötig ist.

Vom geschlossenen zum offenen Netz

Am 28. Dezember 2021 startete das Mainnet, allerdings hinter einer Firewall. In dieser Phase liefen dort nur Knoten des Core Teams. Pi durfte gegen Waren und Dienste in Pi-Apps getauscht werden, nicht aber gegen Euro, Dollar oder andere Coins. Im Januar 2023 distanzierte sich das Core Team ausdrücklich von Börsen, die bereits Pi-Kontrakte handelten, und nannte diese Produkte keine echten Pi.

Erst am 20. Februar 2025 fiel die Firewall mit dem Open Network. Seitdem lässt sich PI an Börsen handeln und mit anderen Netzen verbinden. Wie sich der Preis seitdem entwickelt hat, zeigt die Seite Pi Network Kurs.

Wie viele Pi gibt es?

Das Mainnet-Whitepaper legt die Obergrenze auf 100 Mrd. PI fest. Davon sind 65 Mrd. als Mining-Belohnungen vorgesehen, 10 Mrd. für eine künftige Stiftung und 5 Mrd. für einen Liquiditätspool. Die übrigen 20 % gehören dem Core Team und werden im gleichen Tempo freigegeben wie die Belohnungen der Gemeinschaft.

Pi Network in Zahlen

  • 100 Mrd.maximale PI-Menge
  • 65 Mrd.für Mining-Belohnungen vorgesehen
  • 20 %Anteil des Core Teams
  • 14.03.2019Start der App

Quelle: Pi Network Whitepaper und Projektseite

Im Umlauf sind laut unseren Marktdaten derzeit 11,3 Mrd. PI, also gut ein Zehntel der Höchstmenge. Ein großer Teil der geminten Pi steckt noch in der App oder ist durch freiwillige Sperrfristen gebunden. Wer bei der Migration eine Sperre wählte, bekam dafür eine höhere Rate, mit Laufzeiten von zwei Wochen bis drei Jahren.

KYC und Migration: der Engpass

Pi aus der App ist nicht automatisch frei verfügbar. Zuerst musst du deine Identität prüfen lassen, danach wandert dein Guthaben ins Mainnet. Das Whitepaper begründet das damit, dass nur echte, einzelne Menschen belohnt werden sollen. In der Praxis zieht sich das hin: Im September 2026 meldete das Core Team, dass gut 417.000 Konten nach einer Prüfung auf Doppelkonten wieder weiterkommen und weitere 497.000 blockierte Nutzer ein Update erhalten.

Wofür lässt sich PI nutzen?

Unsere Eckdaten ordnen Pi Network dem Sektor Zahlungen zu. Gezahlt wird vor allem in Anwendungen, die im Pi Browser laufen, dazu bietet das Core Team Werkzeuge für Entwickler an. Im Oktober 2026 kündigte das Projekt an, Stablecoins wie OUSD als Ergänzung einzubinden, PI soll aber die zentrale Währung bleiben. Wie verbreitet echte Zahlungen sind, lässt sich von außen schwer messen.

Kritik und Risiken

Der größte Einwand betrifft die Kontrolle. Über Jahre hat allein das Core Team die Knoten im Mainnet betrieben und über Migration und Freigaben entschieden. Hinzu kommt das Empfehlungsmodell, das vielen Nutzern wie ein Schneeballsystem vorkommt, auch wenn niemand Geld für den Einstieg zahlt. Rechtlich ist das kein Urteil, aber ein Grund für Vorsicht.

Dazu kommt das Marktrisiko. Laut CoinGecko liegt der Kurs 97 % unter dem Rekord vom Februar 2025, und Millionen noch nicht migrierte Guthaben können künftig verkauft werden. Welche Szenarien sich daraus ergeben, beschreibt unsere Pi Network Prognose.

Pi Network kritisch eingeordnet

Was dafür spricht

  • Einstieg ohne Hardware und ohne Kapital möglich
  • Konsens auf Basis von SCP ohne energiehungriges Wettrechnen
  • Große Gemeinschaft mit eigenem Browser für Pi-Apps

Was dagegen spricht

  • Jahrelang geschlossenes Netz, Knoten lange nur beim Core Team
  • Empfehlungsmodell und viele Betrugsversuche mit dem Namen Pi
  • Nur ein Bruchteil der Höchstmenge im Umlauf, viel Angebot steht noch aus

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