USA schneiden MEXC vom amerikanischen Finanzsystem ab
Das US-Finanzministerium schneidet MEXC vom amerikanischen Zahlungsverkehr ab und wirft der Börse vor, mindestens 16 Milliarden Dollar aus Sanktionsumgehung bewegt zu haben. Wirksam wird die Anordnung erst 30 Tage nach der Veröffentlichung im Federal Register.
Das US-Finanzministerium sperrt die Kryptobörse MEXC für das amerikanische Finanzsystem: Banken und Zahlungsdienstleister in den USA dürfen kein Geld mehr an MEXC schicken oder von dort annehmen. Die Behörde wirft der Börse vor, seit 2021 mindestens 16 Milliarden Dollar aus Sanktionsumgehung und Cyberkriminalität bewegt zu haben. Wirksam wird die Anordnung erst 30 Tage nach ihrer Veröffentlichung im Federal Register, die noch aussteht.
Erlassen hat sie am Freitag die Finanzaufsicht FinCEN, eine Behörde des Ministeriums gegen Geldwäsche. Sie stuft MEXC Global als Finanzinstitut “von vorrangiger Geldwäsche-Bedeutung” im Zusammenhang mit russischer Schattenfinanz ein. Rechtsgrundlage ist Abschnitt 9714 eines Gesetzes gegen russische Geldwäsche, nicht eine gewöhnliche Sanktionsliste. Die Börse bleibt erreichbar, verliert aber den Zugang zum Zahlungsverkehr in den USA.
“Financial institutions cannot have it both ways: Either you support the Iranian regime, or you have access to the U.S. financial system”, sagte Finanzminister Scott Bessent laut der Mitteilung des Ministeriums. Sinngemäß: Finanzinstitute könnten nicht beides haben, das iranische Regime unterstützen und Zugang zum US-Finanzsystem.
FinCEN rechnet MEXC Geschäfte mit Garantex und Iran vor
Von den 16 Milliarden Dollar entfallen laut FinCEN fast 1,5 Milliarden auf Transaktionen mit Bezug zur Umgehung von Russland-Sanktionen, darunter 232 Millionen direkt mit Unternehmen, die die USA, die EU oder Großbritannien sanktioniert haben. Noch im Juni 2026 habe MEXC mit der russischen Börse Garantex und ihrem Nachfolger Grinex gehandelt, gut vier Jahre nach deren Sanktionierung. Dazu kommen nach der Behörde rund 200 Millionen Dollar im Umfeld des Rubel-Stablecoins A7A5, mit dem das A7-Netzwerk Sanktionen umgeht.
Mit mehr als 40 iranischen Kryptobörsen soll MEXC direkt rund eine Milliarde Dollar ausgetauscht haben, mit der iranischen Zentralbank und den Revolutionsgarden rund 22 Millionen. Die Zahlen stammen aus Blockchain-Auswertungen und nicht öffentlichen Informationen der Behörde; ein Gericht hat sie nicht geprüft. MEXC verbietet Nutzern aus dem Iran und Nordkorea in seinen Geschäftsbedingungen die Anmeldung.
Eine Stellungnahme der Börse lag Cointelegraph und Bitcoin Magazine bis Freitagabend nicht vor.
Die Sperre trifft auch Krypto-Überweisungen aus den USA
Laut der Anordnung im Wortlaut gilt das Verbot für jede Überweisung von und zu MEXC, ausdrücklich auch für Kryptowerte. Gebunden sind Finanzinstitute in den USA, dazu zählen neben Banken auch Geldübermittler, und als solche führt FinCEN seit Langem auch Kryptobörsen. Erfasst sind neben der Hauptgesellschaft auf den Seychellen auch Ableger wie MEXC Estonia OÜ in der EU. Im Federal Register war die Anordnung am Samstagvormittag noch nicht erschienen, die 30-Tage-Frist läuft also noch nicht.
Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbietet die Anordnung nichts. Spürbar wird sie, wo Geld über US-Institute läuft: Wer Guthaben von MEXC zu einer US-Börse schicken will, muss nach Ablauf der Frist mit einer Ablehnung rechnen. Ärger mit Behörden hatte MEXC schon vorher, in Südkorea etwa sperrte die Aufsicht im Oktober die Webseite.
Nach Angaben von DefiLlama hielt MEXC am Samstagmorgen Kundenwerte von rund 4,3 Milliarden Dollar auf seinen bekannten Adressen. FinCEN nannte für Mitte 2026 rund fünf Milliarden.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




