1inch stellt Krypto-Karte ein: Guthaben bis 18. Dezember abziehen
1inch beendet seine Mastercard-Debitkarte. Kunden sollen ihr Guthaben bis spätestens 18. Dezember abziehen, ob die Karten so lange funktionieren, kann 1inch nicht zusagen.
1inch beendet das Programm seiner Mastercard-Debitkarte, die über Partner in der EU und in Großbritannien ausgegeben wurde. Kunden sollen ihr Kartenguthaben spätestens bis zum 18. Dezember abziehen, wobei 1inch nach eigenen Angaben nicht zusagen kann, dass die Karten bis dahin funktionieren.
Die Nachricht steht seit Dienstag auf der Hilfe-Seite von 1inch. Neue Anmeldungen nimmt das Programm nicht mehr an, bestehende Karten und Konten bleiben vorerst zugänglich. Einen Grund für das Aus nennt der Anbieter nicht, einen Nachfolger auch nicht.
“The 1inch Card programme is being discontinued”, heißt es dort ohne weitere Erklärung.
Den 18. Dezember beschreibt 1inch als den spätesten Termin, den es derzeit absehen könne. Wie lange die Karten tatsächlich funktionieren und wann die Konten geschlossen werden, entscheiden Kartenanbieter und Herausgeber, nicht 1inch selbst.
Hinter der Karte stehen andere Unternehmen. Den Kartendienst betreibt Crypto Life, ein Angebot aus dem Umfeld des britischen Kartenspezialisten Baanx, der schon beim Start im April 2024 der Partner war; Crypto Life wickelt auch Kontoschließungen, Identitätsprüfungen und Datenanfragen ab. Die Guthaben liegen nach der Hilfe-Seite bei der Baanx Ltd. für Kunden in Großbritannien und bei der portugiesischen Frozen Time Unipessoal Lda. für Kunden in der EU.
Beim Start hatte 1inch damit geworben, dass Kunden mit der Karte zahlen können “while still retaining custody of their funds”, also ohne die Verwahrung ihrer Coins abzugeben; was jetzt auf dem Kartenkonto liegt, nennt die Hilfe-Seite dagegen E-Wallet-Guthaben, und das verwahren die beiden Gesellschaften, nicht die eigene Wallet.
Wer die Frist verpasst, verliert das Geld nicht sofort: Nach Abschnitt 16 der Kartenbedingungen lassen sich Restguthaben bis zu sechs Jahre nach der Schließung eines Kontos zurückfordern. 1inch rät trotzdem, das Guthaben jetzt auszuzahlen oder auszugeben, statt sich darauf zu verlassen.
Meldet sich Crypto Life auf eine Anfrage nicht, sollen Kunden den Support von 1inch einschalten und dabei Datum und Kanal ihrer ersten Anfrage angeben. 1inch will solche Fälle erfassen und an den Anbieter weiterreichen, kann Konten aber selbst nicht bearbeiten. Nach Angaben von Crypto Briefing führen die aktualisierten Unterlagen von 1inch außerdem Monavate als E-Geld-Herausgeber.
Andere Börsen bauen das Geschäft mit Zahlungskarten gerade aus: BingX hat im September seine Karte für alle Nutzer geöffnet, eine spanische Börse brachte schon früher eine Zahlungskarte für XRP heraus. Bei 1inch entscheidet jetzt der Herausgeber, wie lange die Karten im Portemonnaie der Kunden noch bezahlen.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




