Südkoreas Regierungspartei will Kryptosteuer erneut verschieben
Südkoreas Demokratische Partei will die 22-Prozent-Steuer auf Kryptogewinne zum vierten Mal verschieben, voraussichtlich auf 2029. Beschlossen ist das nicht, Finanzminister Lee will am Start im Januar 2027 festhalten.
Südkoreas regierende Demokratische Partei will die Steuer auf Kryptogewinne zum vierten Mal aufschieben, von Januar 2027 voraussichtlich auf 2029. Beschlossen ist das nicht: Die Änderung muss durch die Nationalversammlung, und Finanzminister Lee Hyoung-il will nach Angaben von CoinDesk am Start im Januar festhalten.
Den Vorstoß machte Parteichef Kim Min-seok in einer Sitzung des Obersten Rats der Partei öffentlich, wie The Block unter Berufung auf die Nachrichtenagentur News1 berichtet. Zuvor hatten sich die Abgeordneten der Partei im Strategie- und Finanzausschuss am 3. November darauf verständigt, der Parteiführung den Aufschub zu empfehlen. Wie lange er dauern soll, steht noch nicht fest.
Der Sekretär des Ausschusses, Oh Gi-hyoung, sagte laut CoinDesk: “Most people seem to be talking about around two years.” Die meisten sprächen also von etwa zwei Jahren.
Die Partei will erst ein Gesetz für digitale Vermögenswerte
Kim begründet den Aufschub damit, dass zuerst ein umfassendes Gesetz über digitale Vermögenswerte verabschiedet werden müsse, der Digital Asset Basic Act. Oh rechnet laut CoinDesk damit, dass es in der ersten Hälfte 2027 kommen könnte.
Hinzu kommt der internationale Austausch von Steuerdaten zu Kryptowerten, der nach dem Rahmen der OECD erst 2029 auch mit den USA laufen soll. Deutschland hat den Austausch von Krypto-Steuerdaten mit Drittstaaten bereits gesetzlich geregelt. Vor dem Start will die Partei außerdem testen, wie Finanzbehörde und Börsen Daten austauschen, und Steuerberechnungen mit echten Transaktionsdaten durchspielen.
Diesmal soll es nach den Worten Kims “a clear deferral period” geben, also eine klar festgelegte Frist statt eines offenen Aufschubs.
Finanzminister Lee hält am Start im Januar fest
Auf der anderen Seite steht die Regierung. Finanzminister Lee Hyoung-il unterstützt nach Angaben von CoinDesk den Beginn wie geplant zum 1. Januar 2027, während der Verband der koreanischen Kryptobörsen DAXA um einen Aufschub gebeten hat.
Nach geltendem Recht werden Gewinne aus der Übertragung oder dem Verleih von Kryptowerten mit 20 Prozent besteuert, dazu kommen 2 Prozent Kommunalsteuer. Steuerfrei bleiben 2,5 Millionen Won im Jahr, nach Angaben von The Block rund 1.870 Dollar. Die Steuer war ursprünglich ab 2022 vorgesehen und wurde laut Korea Times seitdem dreimal verschoben.
Über den neuen Aufschub soll der Steuerunterausschuss der Nationalversammlung beraten, wenn er die Änderungen am Einkommensteuergesetz behandelt. Einen Termin dafür nennen die Berichte nicht.
Für Anleger im deutschsprachigen Raum ändert der Streit nichts, ihre Gewinne werden nach den Regeln ihres Wohnsitzlandes besteuert. Südkorea hatte zuletzt eher mit Verboten Schlagzeilen gemacht, etwa als es die Webseiten von KuCoin, MEXC und 25 weiteren Börsen sperrte.
Ändert das Parlament nichts, tritt die Steuer am 1. Januar 2027 in Kraft.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




