SEC-Stab stuft Canton Coin als digitale Ware ein
Die SEC-Abteilung für Unternehmensfinanzierung sieht Canton Coin als digitale Ware, stützt sich dabei aber allein auf die Angaben des Entwicklers Digital Asset und trifft ausdrücklich keine rechtliche Feststellung.
Die Abteilung für Unternehmensfinanzierung der US-Börsenaufsicht SEC betrachtet Canton Coin als digitale Ware und damit nicht als Wertpapier. Sie stützt sich dabei allein auf die Angaben des Entwicklers Digital Asset und betont, keine rechtliche Feststellung zu treffen. Gegen das Prägen neuer Coins durch die Betreiber des Netzes will sie keine Maßnahmen empfehlen.
Das Antwortschreiben ist auf den 3. November datiert und von Jonathan Ingram unterzeichnet, dem stellvertretenden Chefjustiziar der Abteilung. Angefragt hatte die Digital Asset Holdings, die das Canton-Protokoll entwickelt hat, mit einem Brief vom 30. Oktober.
Digital Asset beruft sich auf die Krypto-Auslegung der SEC vom März
Grundlage ist eine Auslegung zu Kryptowerten, die die SEC im März 2026 veröffentlicht hat. Sie beschreibt unter anderem digitale Waren, also Token, deren Wert am programmgesteuerten Funktionieren eines bereits fertigen Netzes hängt und nicht an der Arbeit eines Unternehmens, von dem Käufer Gewinne erwarten. Solche Token sind nach dieser Lesart selbst keine Wertpapiere.
In der Antwort heißt es: “the Division is of the view that Canton Coin is a ‘digital commodity,’ as that term is described in the Interpretation.” Die Abteilung sieht Canton Coin also als digitale Ware im Sinne der Auslegung und hebt zwei Angaben des Antragstellers hervor: Der Coin beziehe seinen Wert aus dem Betrieb des Netzes sowie aus Angebot und Nachfrage, und das Netz habe keine zentrale Partei.
Neue Coins entstehen nur durch Arbeit im Netz
Canton Coin ist das Zahlungsmittel für die Gebühren im Canton Network, einer Blockchain, auf der Banken und Finanzdienstleister unter anderem Wertpapiere abbilden. Geprägt werden die Coins seit dem Start im Juni 2024 von drei Gruppen: den Super Validators, die den zentralen Abgleich der Transaktionen betreiben, den Validators und den Anbietern von Anwendungen. Wer mehr zum Netz beiträgt, erhält mehr neue Coins, und die Gebühren werden zwar in Dollar berechnet, aber in Canton Coin bezahlt und dabei vernichtet.
Einen Verkauf vor dem Start, eine vorab geschürfte Menge oder eine Zuteilung an die Gründer hat es nach Angaben von Digital Asset nie gegeben.
Über Regeln, Gebühren und Prägung entscheiden rund 60 Super Validators, deren Knoten von 13 Betreibern gehalten werden. Für jede Änderung braucht es zwei Drittel dieser Betreiber. Digital Asset betreibt nach eigener Darstellung zwei der 13 Knoten.
Die Zusage gilt nur für den beschriebenen Sachverhalt
Die Abteilung schreibt ausdrücklich, ihre Haltung beruhe auf den Darstellungen im Antrag, andere Tatsachen könnten zu anderen Schlüssen führen. Das Schreiben betreffe nur die Frage von Durchsetzungsmaßnahmen und “does not express any legal conclusion on the issues presented”, es zieht also keinen rechtlichen Schluss.
Gewicht hat das Schreiben trotzdem, denn auf Canton laufen inzwischen große Vorhaben wie die Tokenisierung von Aktien und Anleihen bei der DTCC. Grayscale hat bei der SEC bereits im Juni einen Registrierungsantrag für einen Canton-ETF eingereicht, in dem das Risiko einer Einstufung als Wertpapier ausdrücklich genannt ist. Ähnlich wie hier hatte der SEC-Stab zuvor schon entschieden, dass ein Rückkauf Token fertiger Netze nicht zum Wertpapier macht.
Canton Coin kostete am Mittwoch um 10 Uhr 0,0994 Dollar, 5,9 Prozent mehr als vor 24 Stunden, und steht nach Marktwert auf Platz 27 aller Kryptowährungen. Quelle: CoinGecko
Gebunden ist an die Antwort nur die Abteilung, nicht die Kommission selbst.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




