DTCC startet Tokenisierung von Aktien und Anleihen
Die DTCC hat ihren Tokenisierungsdienst gestartet: 20 Banken und Broker können verwahrte Aktien, ETFs und Staatsanleihen in Token umwandeln. Privatanleger haben keinen direkten Zugang.
Die DTCC, über die ein Großteil des US-Wertpapierhandels abgewickelt wird, hat am Mittwoch ihren Dienst zur Tokenisierung in Betrieb genommen. Banken und Broker können damit verwahrte Aktien, ETFs und US-Staatsanleihen in Token umwandeln, die rund um die Uhr zwischen registrierten Wallets wandern. 20 Häuser haben unterschrieben, darunter JPMorgan, Citi, Morgan Stanley und UBS; Privatanleger haben keinen direkten Zugang.
Betrieben wird der DTCC Tokenization Service von der Depository Trust Company (DTC), der Verwahrstelle der Gruppe, die nach eigenen Angaben Wertpapiere im Wert von mehr als 114 Billionen Dollar verwahrt. Jeder Token ist eins zu eins durch ein Wertpapier gedeckt, das weiter bei der DTC liegt, und trägt dieselben Eigentumsrechte. Zum Start lassen sich 34 Titel umwandeln, die ein DTCC-Sprecher gegenüber CoinDesk mit einem Marktwert von rund 30 Billionen Dollar angab.
“Today marks the culmination of years of work to bring tokenized securities into a regulated framework”, sagte DTCC-Chef Frank La Salla zum Start, sinngemäß: Der Tag schließe jahrelange Arbeit ab, tokenisierte Wertpapiere in einen regulierten Rahmen zu bringen.
Die SEC hat den Kreis der Wertpapiere eng gezogen
Grundlage ist ein Schreiben der US-Börsenaufsicht SEC vom Dezember 2025, das auf Schritte gegen die DTC verzichtet, solange sie nur drei Gruppen tokenisiert: Werte aus dem Aktienindex Russell 1000, ETFs auf große Indizes und US-Staatsanleihen. Umgewandelt wird nach Angaben von CoinDesk während der Geschäftszeiten, mit einer angestrebten Bearbeitung von höchstens 15 Minuten. Danach dürfen die Token jederzeit zwischen Wallets wechseln, die bei der DTC registriert sind.
Technisch läuft der Dienst zunächst auf dem Canton Network und auf einer privaten Blockchain der DTCC auf Basis von Besu. Weitere Netze sollen 2027 folgen, laut CoinDesk Stellar und Arc, die Blockchain des Stablecoin-Emittenten Circle.
Unterschrieben haben neben den Großbanken auch Citadel Securities, Fidelity, State Street und BNP Paribas, dazu Broker wie Alpaca und DriveWealth. Weitere sollen laufend folgen. Auf der Liste der Technikpartner stehen Fireblocks, BitGo, Ondo und das Genfer Verwahrhaus Taurus.
JPMorgan sagt bei der DTCC ja und bei OKX-ICE nein
Der Start fällt in eine Woche, in der ein anderer Weg zu Aktien-Token ins Stocken gerät. Auf dem Handelsplatz von OKX und der NYSE-Mutter ICE, der 63 US-Aktien als Token angemeldet hatte, haben nach Angaben von Unchained inzwischen 33 Unternehmen dem Handel mit ihren eigenen Aktien widersprochen, in der Fassung der Liste vom Dienstag auch JPMorgan Chase.
Bei der DTCC dagegen bleibt die Aktie in der bestehenden Verwahrung und bekommt nur eine zweite, digitale Form mit denselben Rechten.
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich vorerst nichts, denn den Dienst nutzen nur Teilnehmer der DTC. Wie tokenisierte Wertpapiere funktionieren, zeigt etwa die Plattform Securitize, die Anfang Oktober zwölf US-Aktien auf Solana gebracht hat, für geprüfte Anleger in den USA und der EU.
Ob und wann die 20 Teilnehmer ihren eigenen Kunden Aktien als Token anbieten, lässt die Mitteilung der DTCC offen.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.



