USA sanktionieren Krypto-Helfer nordkoreanischer IT-Arbeiter
Das US-Finanzministerium setzt zehn Personen und eine Firma auf die Sanktionsliste, die Nordkoreas IT-Arbeiter unterstützen sollen. Zwei Russen sollen Kryptowerte für mehr als fünf Millionen Dollar getauscht haben.
Das US-Finanzministerium hat am Mittwoch zehn Personen und eine Firma auf seine Sanktionsliste gesetzt, die Nordkoreas Einnahmen aus verdeckt arbeitenden IT-Fachkräften gewaschen oder erwirtschaftet haben sollen. Zwei Russen sollen dabei Kryptowerte im Gegenwert von zusammen mehr als fünf Millionen Dollar umgetauscht haben. Gelistet sind auch acht Adressen auf Ethereum und Tron.
Nach Angaben der Sanktionsbehörde OFAC arbeiten die nordkoreanischen IT-Kräfte mit gefälschten Papieren, gestohlenen Identitäten und erfundenen Lebensläufen für Firmen in den USA und verbündeten Staaten. Den größten Teil ihres Lohns behält das Regime ein, um Waffen- und Raketenprogramme zu finanzieren; manche der Arbeiter hätten zudem Schadsoftware eingeschleust und Daten abgezogen.
Finanzminister Scott Bessent sagte, das Regime nehme amerikanische Unternehmen ins Visier “through fraudulent activities conducted by its overseas IT operatives, who weaponize sensitive data and extort businesses for substantial payments”, also durch Betrug seiner IT-Leute im Ausland, die sensible Daten als Waffe einsetzten und Firmen um hohe Summen erpressten.
Zwei Russen sollen das Geld in Kryptowerte getauscht haben
Die größten Beträge schreibt die Mitteilung des Finanzministeriums zwei Russen zu. Ilya Boykov soll seit 2024 Kryptowerte im Gegenwert von 3,5 Millionen Dollar für die Firma Alis getauscht und umgewandelt haben, die zum nordkoreanischen IT-Verbund Chinyong gehört. Vitold Obertas soll seit Januar 2025 Kryptowerte für knapp 2 Millionen Dollar umgewandelt und weitere 1,25 Millionen Dollar in anderen Währungen bewegt haben, unter anderem für die im März sanktionierte Firma Amnokgang.
Dazu kommen zwei Nordkoreaner, die von Russland aus Gruppen von IT-Arbeitern führen: Kim Hyo Dong eine Gruppe unter Chinyong, über die seit Dezember 2023 mehr als 100.000 Dollar liefen, Kim Ki Hyok eine für Alis. Er achtet nach Angaben des Ministeriums auf die Einhaltung der Umsatzvorgaben und hat seit 2024 Kryptowerte für knapp 500.000 Dollar überwiesen.
Neu gelistet ist außerdem das First Financial and Technical Development Center, eine von Nordkorea kontrollierte Firma mit Sitz in Wladiwostok, gegründet im Januar 2024. Sie schickt laut Ministerium IT-Kräfte nach Russland, die mit Werkzeugen künstlicher Intelligenz arbeiten und das Geld über “complex cryptocurrency transfers” waschen. Sechs dieser Arbeiter stehen namentlich auf der Liste, zusammen sollen sie seit 2025 mehr als 750.000 Dollar erwirtschaftet haben.
Acht Wallet-Adressen stehen jetzt auf der SDN-Liste
Konkret wird die Maßnahme für Kryptofirmen in der Listenänderung der OFAC: Bei Boykov, Obertas und Kim Ki Hyok stehen zusammen drei Ethereum- und fünf Tron-Adressen, eine davon ist beiden Russen zugeordnet. US-Personen dürfen mit diesen Adressen keine Geschäfte mehr machen, das trifft auch Börsen und Stablecoin-Emittenten mit Sitz in den USA.
Für Anleger in Europa ändert sich unmittelbar wenig.
Die USA handeln nach Angaben des Ministeriums aber nicht allein: Australien und die Europäische Union hätten in diesem Monat ebenfalls Personen und Firmen gelistet, die Nordkoreas Einnahmen und Militär unterstützen. Wie viel Geld über Kryptowerte nach Pjöngjang fließt, hatte zuletzt der Bitget-Hack gezeigt, den Chainalysis mit 387 Millionen Dollar Nordkorea zuordnete. Auf der Spur der Geldwäscher war im Oktober auch der Ermittler ZachXBT, der sich als Kunde von Geldwäschern für Nordkorea ausgab.
Wie viele nordkoreanische IT-Kräfte noch unter falschem Namen bei westlichen Firmen arbeiten, beziffert das Ministerium nicht.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




