Datavault AI kommt nicht an seine Bitcoin bei Biconomy
Datavault AI versucht seit Juni vergeblich, Bitcoin aus einem Konto bei Biconomy abzuziehen; einen Grund nennt die Firma nicht. Vier Abschlüsse gelten als unzuverlässig, die Aktie halbierte sich.
Das an der Nasdaq notierte Unternehmen Datavault AI hat seit Juni vergeblich versucht, Bitcoin aus einem Konto bei der Plattform Biconomy abzuziehen. Warum die Auszahlung nicht gelingt, sagt die Firma in ihrer Pflichtmitteilung nicht. Sie erklärt aber vier Finanzberichte für unzuverlässig, weil die Bitcoin nie als eigenes Vermögen hätten verbucht werden dürfen, und die Aktie hat sich am Dienstag halbiert.
Den Ausschlag gab eine Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom 26. Oktober, unterschrieben von Finanzchef Brett Moyer; beschlossen hatten Prüfungsausschuss und Vorstand die Sache schon am 20. Oktober. Die Bitcoin-Bestände “did not meet the requirements for recognition as a digital asset”, heißt es darin: Sie erfüllten nicht die Voraussetzungen, um als digitaler Vermögenswert in der Bilanz zu stehen.
Ein Geschäft über 150 Millionen Dollar in Bitcoin
Der Ursprung liegt im September 2025, als sich die Pharmafirma Scilex verpflichtete, 15 Millionen Datavault-Aktien und ein vorab bezahltes Bezugsrecht auf weitere 263,9 Millionen Aktien zu kaufen und dafür 150 Millionen Dollar zu zahlen, in Bitcoin zu 112.915,52 Dollar je Stück, also rund 1.328 BTC.
Geliefert wurden am 26. September und am 25. November 2025 insgesamt 1.309,04 Bitcoin, und zwar nicht auf eine Adresse in der Blockchain, sondern per interner Buchung auf ein Datavault-Konto bei Biconomy. Bis Ende Januar 2026 verkaufte Datavault davon 491,431 Bitcoin für rund 40,5 Millionen Dollar an Scilex zurück.
Im Juni 2026 beantragte das Unternehmen, den Rest auf ein externes Konto zu übertragen, und hat das nach eigenen Angaben bis heute nicht geschafft.
Zieht man die Rückverkäufe ab, bleiben rechnerisch rund 818 Bitcoin, beim Kurs vom Mittwochmittag gut 66 Millionen Dollar; wie viel tatsächlich noch im Konto liegt, sagt die Mitteilung nicht. Quelle: CoinGecko
Datavault muss vier Abschlüsse neu aufstellen
Statt Bitcoin will Datavault nun eine Forderung gegen Scilex verbuchen, die das Eigenkapital mindert. Die Bilanzsumme schrumpft dadurch je nach Stichtag um 8,1 bis 92,2 Millionen Dollar, zum 30. Juni 2026 um 49 Millionen. Ob das Unternehmen dann noch als fortführungsfähig gilt, prüft der Vorstand neu, und einen Termin für die berichtigten Zahlen nennt er nicht.
Am Dienstag schloss die Aktie nach Angaben von The Block bei rund 0,067 Dollar, knapp 50 Prozent unter dem Vortag.
Datavault wird zu den börsennotierten Firmen gezählt, die Bitcoin als Reserve halten, ein Modell, das gerade auch bei Strategy unter Druck steht, seit der Indexanbieter MSCI solche Firmen aus seinen Indizes nehmen könnte. Der Fall zeigt eine andere Schwachstelle: Wer Coins nur als Buchung im Konto einer Plattform hält, besitzt einen Anspruch gegen diese Plattform, keinen Zugriff auf die Blockchain. Darin liegt der Unterschied zur Verwahrung in einer Cold Wallet mit eigenen Schlüsseln.
Als Risiko nennt Datavault in der Mitteilung selbst, auf einen fremden Verwahrer angewiesen zu sein; ob und wann Biconomy die Bitcoin herausgibt, steht dort nicht.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




