Binance will eingefrorene ETH und ARB von der Arbitrum-DAO zurück
Binance bittet die ARB-Inhaber, 8.426 ETH und 74,56 Millionen ARB freizugeben, die Arbitrums Sicherheitsrat dem Angreifer nach dem Binance-Hack abgenommen hat, rund 30,8 Millionen Dollar. Entschieden ist nichts, Binance rechnet mit etwa sieben Wochen.
Binance bittet die Inhaber des Arbitrum-Tokens ARB, 8.426 Ether und 74,56 Millionen ARB freizugeben, die der Sicherheitsrat des Netzwerks dem Angreifer nach dem Binance-Hack abgenommen hat. Zum Kurs vom Donnerstagnachmittag sind das rund 30,8 Millionen Dollar. Entschieden ist nichts: Der Antrag steht erst zur Diskussion, bis zur Auszahlung rechnet Binance selbst mit etwa sieben Wochen.
Gestellt hat ihn Binance am Donnerstag um 16:20 Uhr unserer Zeit im Governance-Forum von Arbitrum.
Der Sicherheitsrat griff noch in der Nacht des Hacks ein
Am Abend des 29. Oktober leerten Angreifer Hot Wallets von Binance, die Börse beziffert den Schaden auf rund 6,3 Milliarden Dollar. Ein Teil der Beute landete auf Arbitrum One, einem Layer-2-Netz von Ethereum. Dort griff der Sicherheitsrat am 30. Oktober um 8:08 Uhr Hongkonger Zeit ein, in Deutschland war es 1:08 Uhr.
Er rüstete den Inbox-Vertrag auf Ethereum für einen Moment mit einer Zusatzfunktion aus, die sich als Absender ausgeben kann. Zwei so erzeugte Transaktionen schoben die Mittel des Angreifers ohne dessen Schlüssel auf eine Sammeladresse, die auf 0DA0 endet, danach setzte der Rat den Vertrag zurück. “The funds can only be moved by an ArbitrumDAO Governance vote”, schrieb das Arbitrum-Team damals im Bericht über die Notmaßnahme. Bewegen lassen sich die Mittel also nur noch per Abstimmung der DAO.
Binance verlangt dieselbe Operation in umgekehrter Richtung
Genau diese Abstimmung will Binance nun anstoßen. Der Antrag im Arbitrum-Forum sieht wieder drei Schritte in einem Zug vor: Funktion einbauen, die 8.425,997 ETH und 74.559.805,2 ARB an eine Rückholadresse der Börse buchen, Funktion entfernen.
Zuerst läuft eine Woche Diskussion, dann eine Woche Stimmungsbild per Snapshot und zwei Wochen Abstimmung auf der Kette. Danach vergehen nach dem Antrag noch rund 18 Tage, bis die Transaktion ausgeführt ist, zusammen etwa 49 Tage. Nach diesem Zeitplan wären die Mittel bei Erfolg frühestens um Weihnachten zurück. Aus der Kasse der DAO fließt nach dem Antrag nichts.
Die Rechnung für den Gegenwert ist schnell gemacht: 8.425,997 ETH zu 2.279,28 Dollar ergeben 19,2 Millionen, 74,56 Millionen ARB zu 0,155 Dollar weitere 11,6 Millionen (Quelle: CoinGecko, Stand 05.11.2026, 16:34 Uhr MEZ).
Binance übernimmt die Haftung für alle Beteiligten
Der längste Teil des Textes regelt, was passiert, wenn Dritte Ansprüche erheben. Binance verpflichtet sich, die Arbitrum Foundation, Offchain Labs und jedes Mitglied des Sicherheitsrats ohne Obergrenze von Forderungen freizustellen. Liegt eine gerichtliche Verfügung gegen die Übertragung vor, geht der Antrag gar nicht erst auf die Kette.
Ihre Kunden entschädigt die Börse ohnehin aus dem SAFU-Fonds und der eigenen Kasse. Die zurückgeholten Mittel sollen diese Reserven wieder auffüllen.
Für Binance ist Arbitrum nicht die einzige Baustelle dieser Art. Auf Polygon liegt seit Mittwoch ein Vorschlag, gesperrte POL per Hard Fork zurückzuholen, dort entscheiden die Validatoren, hier die ARB-Inhaber.
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