US-Behörden verzichten auf 250-Dollar-Schwelle der Travel Rule
FinCEN und die Fed ziehen ihren Vorschlag von 2020 zurück, die Schwelle der Travel Rule für Auslandszahlungen von 3.000 auf 250 Dollar zu senken und Kryptowährungen ausdrücklich einzubeziehen. Eine neue Regel soll es nur nach neuer Anhörung geben.
Die US-Finanzaufsicht FinCEN und die Notenbank Fed ziehen einen Plan von 2020 zurück, nach dem Banken und Zahlungsdienste schon ab 250 Dollar Angaben zu Überweisungen ins und aus dem Ausland hätten erfassen und weitergeben müssen. Es bleibt bei 3.000 Dollar. Auch die geplante Klarstellung, dass die Regeln ausdrücklich für Kryptowährungen gelten, ist damit vom Tisch.
Die Rücknahme wurde am Freitag beim Federal Register eingereicht und erscheint dort am 9. November. Zugleich versprechen die Behörden, keine endgültige Regel ohne neue öffentliche Anhörung zu erlassen.
Betroffen sind zwei Vorschriften des US-Geldwäscherechts. Die eine verlangt, Daten zu Zahlungen aufzubewahren, die andere, sie an das nächste Institut in der Zahlungskette mitzuschicken. Diese zweite heißt Travel Rule, weil die Angaben zu Absender und Empfänger mit dem Geld reisen. Beide greifen bisher ab 3.000 Dollar.
Der Vorschlag vom 27. Oktober 2020 hätte die Schwelle für grenzüberschreitende Zahlungen auf 250 Dollar gesenkt. Außerdem sollte der Begriff “Geld” in den Regeln so gefasst werden, dass Kryptowährungen und digitale Vermögenswerte mit gesetzlichem Zahlungsmittelstatus erfasst sind, im Inland wie über die Grenze.
Nach Angaben der Behörden gingen fast 3.000 Stellungnahmen ein, die meisten davon Formbriefe. Die Kritiker warnten vor Kosten für kleinere Institute, vor Hürden für Geldsendungen in die Heimat und vor zusätzlichen Haftungsrisiken durch gespeicherte persönliche Daten. Krypto-Firmen hielten die Regeln für technisch kaum umsetzbar und für ein Hindernis für Neuerungen.
Zwei Gründe nennen FinCEN und Fed für den Rückzieher. Seit dem Vorschlag seien mehr als fünf Jahre vergangen. Und der Kryptomarkt habe sich seither stark verändert, “new legal frameworks are emerging”, also neue Rechtsrahmen entstünden; als Beispiel führen die Behörden das Stablecoin-Gesetz GENIUS Act vom Juli 2025 an. Künftige Änderungen für Kryptowerte sollen sich an diesen Entwicklungen ausrichten.
In der EU ist die Lage eine andere.
Hier gilt die Travel Rule für Kryptotransfers seit dem 30. Dezember 2024 nach der Geldtransferverordnung schon ab dem ersten Euro. Wer bei einer Börse in Deutschland oder Österreich Coins an eine andere Plattform schickt, muss Angaben zum Empfänger machen, und Börsen kappen Verbindungen, wenn der Austausch der Daten nicht klappt, wie der Fall der südkoreanischen Upbit und Coredax zeigte.
Für Kunden von US-Plattformen bleibt die Grenze von 3.000 Dollar bestehen, bis die Behörden einen neuen Vorschlag vorlegen.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




