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CFTC lässt Perpetual Futures auf einzelne US-Aktien zu

Perpetual Futures auf einzelne Aktien dürfen ab sofort an regulierten US-Börsen gehandelt werden, teilt CFTC-Chef Michael Selig mit. Welche Börse die ersten Kontrakte listet und auf welche Aktien, nennt seine Erklärung nicht.

Weißer Steinsockel mit dem eingelassenen runden Siegel der US-Terminmarktaufsicht CFTC, darauf fünf gläserne Kursbalken in Grün und Rot, um die ein leuchtender türkisfarbener Ring läuft.

An regulierten US-Börsen dürfen ab sofort Perpetual Futures auf einzelne Aktien gehandelt werden. Das hat der Chef der Terminmarktaufsicht CFTC, Michael Selig, am Dienstag mitgeteilt. Welche Börse die ersten Kontrakte listet und auf welche Aktien, steht nicht in seiner Erklärung.

Perpetual Futures sind das Standardprodukt der Kryptobörsen: Terminkontrakte, die nie auslaufen. Bisher gab es sie in den USA nur auf Bitcoin, jetzt sollen sie auch Aktien abbilden.


Ein Terminkontrakt ohne Verfallstag

Ein gewöhnlicher Future hat ein Fälligkeitsdatum, an dem abgerechnet wird. Ein Perpetual Future läuft dagegen unbegrenzt weiter. Damit sein Preis nicht vom Basiswert wegdriftet, zahlen Käufer und Verkäufer einander in festen Abständen eine Ausgleichszahlung, die Funding Rate. Liegt der Kontrakt über dem Kurs des Basiswerts, zahlen die Käufer, liegt er darunter, zahlen die Verkäufer.

Mit Hebel gehandelt, lässt sich so eine Position auf einen Kurs halten, ohne die Aktie oder den Coin selbst zu besitzen und ohne Kontrakte regelmäßig zu verlängern. Wie das im Einzelnen funktioniert, erklären wir in unserem Leitfaden zum Futures-Handel.


Selig stützt sich auf ein Gesetz aus dem Jahr 2000

Nach der Erklärung des CFTC-Vorsitzenden gelten die neuen “Equity Perps” als von der Kommission genehmigt, und zwar nach Regel 40.3 der CFTC als Wertpapier-Futures im Sinne des Commodity Futures Modernization Act von 2000. Handeln dürfen sie nur Terminbörsen, die zugleich bei der Wertpapieraufsicht SEC als Wertpapierbörse für solche Produkte gemeldet sind. Beide Behörden beaufsichtigen die Kontrakte also gemeinsam.

Selig zitiert SEC-Chef Paul Atkins, nach dessen Worten Wertpapier-Futures jahrelang in einem regulatorischen “no man’s land” festhingen, weil sich die beiden Behörden nicht abstimmten. Anfang des Jahres haben CFTC und SEC eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit unterschrieben. Am 29. Mai hatte die CFTC mit dem BTCPERP von KalshiEX den ersten Bitcoin-Perpetual an einer regulierten US-Börse genehmigt.

Die Erklärung nennt weder eine Börse noch eine Aktie, auch nicht Hebel oder Regeln für Privatanleger. Anträge auf Perpetuals auf einzelne Aktien hatten nach Berichten von Decrypt und Cointelegraph unter anderem Coinbase Derivatives, Crypto.com, Bitnomial und OG.com gestellt; ob deren Kontrakte unter die jetzige Genehmigung fallen, ist offen.

Die Begründung liefert Selig selbst: US-Anleger sollen solche Produkte im Rahmen der CFTC-Aufsicht handeln können, “rather than being forced to turn to offshore, and often unregulated, venues”, statt also auf Plattformen im Ausland auszuweichen, die oft nicht reguliert sind.


Kryptobörsen im Ausland bieten solche Kontrakte schon an

Gemeint sind Häuser wie Bybit, Binance oder die dezentrale Börse Hyperliquid, die Perpetuals auf Aktien seit Monaten außerhalb der USA anbieten; wir hatten etwa über Bybits Optionen auf Aktien-Perpetuals berichtet. Nach Angaben von CoinDesk wurden mit Perpetuals im vergangenen Monat laut DefiLlama mehr als 630 Milliarden Dollar umgesetzt. Die NYSE-Mutter ICE hat sich bereits an Trade.xyz beteiligt, einem Anbieter solcher Märkte auf Hyperliquid.

Für Anleger im deutschsprachigen Raum ändert die Entscheidung unmittelbar nichts, denn sie betrifft Börsen mit US-Zulassung.

Wann die erste US-Börse ihre Aktien-Perpetuals tatsächlich freischaltet, lässt die CFTC offen.

Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

CFTC Futures

Sven Meisinger

Über Sven Meisinger

Redakteur bei Krypto-Boersen.com mit Schwerpunkt auf fundierte Marktanalysen und aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Assets. Durch tiefgreifende Recherche und datenbasierte Analysen liefert er präzise Einschätzungen zu Markttrends, regulatorischen Veränderungen und technologischen Innovationen in der Blockchain-Industrie. Seine Expertise umfasst sowohl technische Chartanalysen als auch fundamentale Bewertungen von Kryptowährungen und DeFi-Protokollen.

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