NYSE-Mutter ICE will Hyperliquid-Perpetuals in die USA holen
ICE will die Perpetual-Märkte von Trade.xyz auf Hyperliquid als regulierten US-Markt für Privatanleger anbieten und beteiligt sich an dem Anbieter. Der Start hängt an Genehmigungen, einen Termin gibt es nicht. HYPE stieg um rund 17 Prozent.
Der Börsenbetreiber Intercontinental Exchange (ICE) will die Perpetual-Märkte von Trade.xyz, die auf Hyperliquid laufen, als regulierten Markt für US-Privatanleger anbieten und beteiligt sich an dem Anbieter. Der Start hängt an Genehmigungen der Aufsicht, einen Termin nennt ICE nicht. Der Token HYPE stieg am Donnerstag um rund 17 Prozent.
ICE, Mutter der New York Stock Exchange, hat mit Trade.xyz einen verbindlichen Vertrag geschlossen und soll nach der Mitteilung vom Donnerstag der einzige Betreiber der regulierten Märkte werden. Dafür will der Konzern eine eigene Börsen- und Clearingstruktur für Privatkunden aufbauen, getrennt vom bisherigen Terminhandel für Unternehmen und Profis. Kunden mit geprüfter Identität sollen über Futures Commission Merchants handeln, also über bei der US-Terminaufsicht CFTC registrierte Terminmakler, die Mitglied der Plattform werden.
Die Aufgaben sind verteilt: Trade.xyz gestaltet die Kontrakte, Hyperliquid liefert die Technik. Außerhalb der USA bietet Trade.xyz auf der dezentralen Börse schon heute rund um die Uhr Perpetuals auf Aktien, Aktienindizes, Rohstoffe und Währungen an, aufgesetzt über HIP-3, das Verfahren, mit dem Dritte eigene Märkte auf Hyperliquid betreiben.
ICE wendet sich zum ersten Mal an Privatanleger
Perpetuals sind Terminkontrakte ohne Verfallstag. Ein regelmäßig verrechneter Finanzierungssatz hält ihren Preis nahe am Basiswert, gehandelt wird meist mit Hebel. Genau für den Hebelhandel braucht ICE nach eigenen Angaben noch Genehmigungen. Bisher entfallen mehr als 99 Prozent des Geschäfts auf institutionelle Kunden.
“We see these perp markets as additive to our futures markets, not a replacement for them”, sagte Konzernchef Jeffrey Sprecher. Die neuen Märkte sollen also neben die klassischen Terminkontrakte treten, an denen ICE verdient.
Erreichen will ICE die Händler über Broker und Plattformen, die sie schon nutzen. Genannt wird das Gemeinschaftsunternehmen mit OKX, das die Kunden der Börse an Märkte von ICE anbinden soll. Dessen Zulassung als Broker-Dealer und Terminmakler in den USA steht ebenfalls noch aus. Mit OKX hat ICE in diesem Monat bereits den Handel mit 63 US-Aktien als Token angemeldet.
Die Beteiligung an Trade.xyz beschreibt ICE als Minderheitsbeteiligung, ohne einen Betrag zu nennen; auf die Zahlen für 2026 soll sie keinen wesentlichen Einfluss haben, und ob und wie Hyperliquid an den US-Märkten mitverdient, lässt die Mitteilung offen.
HYPE nähert sich dem Rekordhoch
HYPE kostete am Donnerstag um 16:31 Uhr 93,23 Dollar, 16,8 Prozent mehr als 24 Stunden zuvor, und lag damit knapp 5 Prozent unter dem Rekordhoch von 97,96 Dollar. Quelle: CoinGecko
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert die Vereinbarung zunächst nichts, denn der geplante Markt richtet sich an Kunden in den USA. HYPE selbst ist hierzulande über große Börsen handelbar, Binance etwa nahm den Token ins Spot-Angebot. Wie umstritten die Perpetual-Märkte auf Hyperliquid sind, zeigte zuletzt die Anfrage, mit der der US-Kongress Hyperliquid und Crypto.com nach Insiderhandel fragte.
Einen Zeitplan für die Genehmigungen nennt ICE nicht.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.



