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HTX zieht sich nach Einigung mit der FCA aus Großbritannien zurück

HTX, früher Huobi, darf britische Verbraucher nach einem Vergleich mit der Finanzaufsicht FCA nicht mehr umwerben und ist im Land nach Angaben der FCA nicht mehr aktiv. Britische Kunden können nichts mehr einzahlen.

Ein Smartphone mit dem HTX-Zeichen auf dem Display liegt auf einem hellen Steintisch, daneben liegt eine zusammengelegte britische Flagge aus Stoff.

Die Kryptobörse HTX, früher Huobi, darf britische Verbraucher nicht mehr umwerben und ist nach Angaben der Finanzaufsicht FCA im Land nicht mehr aktiv. Ein Vergleich vor dem Londoner High Court beendet das Verfahren, das die FCA vor einem Jahr eingeleitet hatte. Britische Kunden können nichts mehr einzahlen und sollen ihre Restguthaben abziehen.

Festgehalten hat das Gericht die Einigung am 27. Oktober in einer sogenannten Tomlin Order, die FCA machte sie am Donnerstag öffentlich. Darin verpflichtet sich Huobi Global S.A., die in Panama eingetragene Betreiberin der Börse, Kryptodienste nicht mehr wissentlich an britische Verbraucher zu bewerben, weder auf der Webseite noch in Apps oder sozialen Netzwerken. Die übrigen Bedingungen sind vertraulich, eine Schuld räumt HTX nicht ein.

Eine Tomlin Order ist im englischen Zivilprozess ein Vergleich, bei dem das Verfahren ruht und die Bedingungen in einer Anlage stehen. Hält sich eine Seite nicht daran, kann die andere sie vor demselben Gericht durchsetzen, ohne neu zu klagen.

Der Streit begann mit Werbung auf TikTok und YouTube

Eingereicht hat die FCA ihre Klage am 21. Oktober 2025. Öffentlich machte sie das Verfahren erst am 10. Februar 2026 und begründete es damit, dass HTX trotz Warnungen weiter auf der eigenen Webseite sowie auf TikTok, X, Facebook, Instagram und YouTube um britische Kunden geworben habe. Google und Apple bat die Behörde damals, die Apps der Börse in Großbritannien aus ihren Stores zu nehmen.

Neue britische Kunden ließ HTX zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr zu, bestehende konnten sich aber weiter einloggen.

Ab dem Frühjahr verhandelten beide Seiten nach Medienberichten über einen Vergleich, und das Gericht setzte das Verfahren dafür aus. Die Verfahrensseite der FCA listet zwischen Ende März und Mitte Oktober sechs weitere Anordnungen, ohne ihren Inhalt zu beschreiben.

“Crypto firms should be under no illusion: being based overseas does not put them beyond the reach of UK law”, sagte Steve Smart, bei der FCA Exekutivdirektor für Durchsetzung und Marktaufsicht. Ein Sitz im Ausland schütze also nicht vor britischem Recht. Anderen Firmen riet er, die Regeln zu befolgen oder mit den Folgen zu rechnen.

Britische Kunden müssen ihr Guthaben abziehen

Einzahlungen sind nach Angaben der FCA nicht mehr möglich, neue Konten werden nicht eröffnet. Wer noch Coins bei HTX hält, soll die Hinweise der Börse zur Verfügbarkeit in Großbritannien lesen, dort steht, wie sich Restbestände abheben lassen. Eine Frist dafür nennt die FCA nicht.

Kryptodienste regelt Großbritannien bislang nur über Geldwäscheauflagen und das Werberecht. Das ändert sich im Oktober 2027 mit der neuen Zulassungspflicht, die Anträge dafür nimmt die FCA bereits an. Mit anderen Mitteln ging London gegen Cryptomus und TokenSpot vor, beide belegte Großbritannien mit Sanktionen. Für Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert der Vergleich nichts, er betrifft nur das britische Geschäft der Börse.

Ob die FCA gegen die unbekannten Personen weiter vorgeht, die sie neben Huobi Global als Betreiber und Werbende verklagt hatte, lässt ihre Mitteilung offen.

Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

FCA Großbritannien HTX

Sven Meisinger

Über Sven Meisinger

Redakteur bei Krypto-Boersen.com mit Schwerpunkt auf fundierte Marktanalysen und aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Assets. Durch tiefgreifende Recherche und datenbasierte Analysen liefert er präzise Einschätzungen zu Markttrends, regulatorischen Veränderungen und technologischen Innovationen in der Blockchain-Industrie. Seine Expertise umfasst sowohl technische Chartanalysen als auch fundamentale Bewertungen von Kryptowährungen und DeFi-Protokollen.

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