Ausschüttungen landen bei Scalable Capital automatisch auf dem Verrechnungskonto, auf Wunsch legt der Neobroker sie ohne Ordergebühren wieder an. Vorher zieht er Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer ab, soweit kein Freistellungsauftrag greift. Der Ratgeber zeigt, wann Zahlungen eintreffen, wie die automatische Wiederanlage funktioniert und warum Geld manchmal später ankommt als erwartet. Stand: Oktober 2026.
Eine Dividende ist der Teil des Gewinns, den ein Unternehmen an seine Eigentümer ausschüttet. Ausschüttende ETFs reichen die Erträge der enthaltenen Firmen weiter, Anleihen-ETFs die Zinsen. Beim Neobroker Scalable Capital laufen all diese Zahlungen als Ausschüttungen über dasselbe Konto, seit der Umstellung von der Baader Bank auf eigene Depots Ende 2024 direkt bei Scalable selbst.
Ausschüttungen im Scalable Broker kurz zusammengefasst
- Eingang: automatisch, bei Fremdwährung nach Umrechnung bis zu drei Geschäftstage später.
- Wiederanlage: optional für das ganze Portfolio, ohne Ordergebühren, auch in Bruchstücken.
- Abzug: 25 Prozent Kapitalertragsteuer plus Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer, außer im Rahmen des Freistellungsauftrags.
- Quellensteuer: bei US-Titeln automatisch 15 statt 30 Prozent für Anleger mit deutscher Staatsangehörigkeit und Wohnsitz.
Wann zahlt Scalable eine Dividende aus?

Quelle: Hilfeartikel und Entgeltverzeichnis von Scalable Capital (Fassung September 2026), Abruf 05.10.2026
Bei deutschen Aktien besteht der Anspruch, wenn das Papier am Tag der Hauptversammlung im Depot liegt. Ab dem ersten Handelstag danach wird es “ex Dividende” gehandelt, wer dann kauft, geht leer aus. Ausgezahlt wird nicht unbedingt sofort nach der Hauptversammlung, sondern zum Zahltag des Unternehmens. Viele ausländische Firmen zahlen mehrmals im Jahr; die Termine stehen in deren Quartalsberichten oder auf der Investor-Relations-Seite.
In der App zeigt Scalable zu vielen Titeln einen Dividendenkalender, die Daten stammen von FactSet. Wichtig für den Handel mit Limits: Kapitalmaßnahmen wie eine Ausschüttung oder ein Split führen dazu, dass Scalable bereits platzierte Orders für dieses Papier streicht, weil der Kurs an solchen Tagen häufig springt.
Gutschrift auf dem Verrechnungskonto
Erhaltene Erträge aus dem Depot, ob Dividenden oder Zinsen, schreibt Scalable Capital automatisch dem Verrechnungskonto gut. Dort stehen sie als Guthaben für neue Käufe zur Verfügung oder lassen sich auszahlen. Kommt das Geld in Fremdwährung, etwa bei US-Aktien, erfolgt die Gutschrift erst, wenn der Euro-Betrag eingegangen ist; die Umrechnung über einen externen Partner kann laut Hilfe-Center bis zu drei Geschäftstage dauern.
Eine Übersicht aller Zahlungen bietet die App, im Hilfe-Center Dividenden-Übersicht genannt: Ein Klick auf das Guthaben oberhalb des Portfolios öffnet eine Seite mit dem Punkt “Ausschüttungen”.
Zahlung ausgeblieben: mögliche Gründe
Bleibt eine erwartete Zahlung aus, kommen nach den Angaben im Hilfe-Center mehrere Ursachen infrage:
- Das Papier wurde erst am Ex-Tag oder danach gekauft.
- Der Zahltag des Unternehmens liegt später als die Hauptversammlung.
- Die Umrechnung einer Fremdwährung läuft noch.
- Bei US-REITs wurde die Buchung storniert und neu gebucht; solche Reklassifizierungen führt Scalable Mitte April durch.
Für Bruchstücke stellt der Vertrag Kunden bei Erträgen wirtschaftlich so, als wären sie Eigentümer des Bruchteils. Stimmrechte und Bezugsrechte entstehen dagegen erst ab einem ganzen Anteil.
Automatische Wiederanlage: Erträge reinvestieren
Standardmäßig bleiben Ausschüttungen als Guthaben stehen. Seit Scalable Capital die automatische Wiederanlage anbietet, lässt sich das ändern: In der Übersicht unter “Ausschüttungen” die Option “automatisches Reinvestieren” wählen. Die Einstellung gilt für das gesamte Portfolio, nicht für einzelne Wertpapiere, und lässt sich jederzeit wieder deaktivieren. Im englischen Sprachraum heißt dieses Feature DRIP, kurz für Dividend Reinvestment Plan.
Das Feature ist gratis: Laut Entgeltverzeichnis kostet jede automatische Wiederanlage 0,00 Euro, zu denselben Konditionen wie bei ETF-Sparplänen und jedem anderen Sparplan. Geeignet sind alle sparplanfähigen Wertpapiere, also alle ETFs und viele Einzeltitel; andere Instrumente bleiben außen vor.
Diese Funktion lässt sich damit wie ein Sparplan aus Erträgen verstehen. Ausgeführt wird über die European Investor Exchange in Bruchstücken, sodass auch kleine Beträge vollständig angelegt werden. Die Kauforder startet kurz nach der Buchung, einige Tage nach dem offiziellen Zahltag.
Wer den DRIP nicht nutzen möchte, hat zwei andere Wege. Thesaurierende ETFs mit dem Kürzel Acc legen die Erträge direkt im Fonds an, eine Ausschüttung gibt es dort nicht. In der Vermögensverwaltung Wealth werden Ausschüttungen ohnehin automatisch nach der Anlagestrategie reinvestiert, der Zinseszinseffekt ist dort also eingebaut.
Steuerabzug: Was Scalable von Ausschüttungen einbehält
Fehlt ein Freistellungsauftrag, führt Scalable Capital auf Dividenden wie auf Zinsen 25 Prozent Kapitalertragsteuer (KESt), 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf und gegebenenfalls Kirchensteuer direkt an das Finanzamt ab. Das Kirchensteuermerkmal fragt der Broker einmal jährlich im September beim Bundeszentralamt für Steuern ab. Bei Erträgen aus dem Ausland kommt die Quellensteuer des Herkunftslandes hinzu:
| Herkunft | Abzug an der Quelle | Hinweis laut Scalable Capital |
|---|---|---|
| Deutschland | keine Quellensteuer | Kapitalertragsteuer, Soli, ggf. Kirchensteuer |
| USA | 15 statt 30 Prozent | automatisch für Deutsche mit Wohnsitz in Deutschland, sonst Formular W-8BEN |
| Schweiz | 35 Prozent Verrechnungssteuer | bis 15 Punkte anrechenbar, 20 Punkte bei der ESTV zurückfordern; Tax Voucher 60 Tage nach dem Ex-Tag |
Einen Service zur Erstattung ausländischer Quellensteuer bietet Scalable Capital nicht an. Bei Aktien-ETFs bleiben durch die Teilfreistellung 30 Prozent der Ausschüttung steuerfrei. Der Freistellungsauftrag beträgt 2026 bis zu 1.000 Euro für Alleinstehende und 2.000 Euro für Ehepaare; wird er nachträglich im selben Jahr eingerichtet, erstattet der Broker bereits abgeführte Beträge. Wie das in der App geht, erklärt der Ratgeber zum Freistellungsauftrag bei Scalable Capital.
Ausschüttende ETFs und Einzeltitel im Scalable Broker
Auf seiner Seite zu Dividenden-ETFs nennt Scalable Capital als Angebot unter anderem den Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield (TER 0,29 Prozent p.a.), den iShares UK Dividend (0,40 Prozent), den Xtrackers STOXX Global Select Dividend 100 Swap (0,50 Prozent) und den thesaurierenden Amundi MSCI EMU High Dividend (0,30 Prozent) mit Titeln aus der Eurozone in Europa. Das sind Beispiele des Anbieters, keine Empfehlung dieser Redaktion.
Am günstigsten kauft man solche Werte per Sparplan: ETF-Sparpläne und Aktiensparpläne kosten je Ausführung 0,00 Euro, schon ab 1 Euro Sparrate, und eine Depotgebühr gibt es nicht. Mehr Auswahl bietet das Angebot an Einzelaktien, die sich ebenfalls besparen lassen. Für einen einzelnen Kauf an der EIX berechnet Scalable 0,99 Euro, wer PRIME+ gebucht hat, zahlt bei Käufen ab 250 Euro nichts. Mehr zu Intervallen und Kosten steht in den Ratgebern zum Scalable Capital Sparplan und zu ETF-Sparplänen von Scalable Capital.
Wer mit ausschüttenden Werten starten will, kann dafür ein Konto bei Scalable Capital eröffnen. Eine Ausschüttung ist nicht garantiert, Unternehmen können sie kürzen oder streichen, und Kursverluste können den Ertrag übersteigen; eine Anlageberatung ersetzt dieser Text nicht.
Was Anleger mit ausschüttenden Werten bei Scalable Capital erwartet
Der Broker erledigt die Routine: Gutschrift, Abzug der Abgeltungsteuer und auf Wunsch die kostenfreie Wiederanlage, auch in Bruchstücken. Einschränkungen gibt es bei der Quellensteuer, deren Rückforderung Anleger selbst übernehmen müssen, und bei der Wiederanlage, die nur für das ganze Depot gilt. Wer das bei der Auswahl bedenkt, hat ein schlankes Werkzeug für regelmäßige Erträge, ohne Depotgebühr und mit Investments ab 1 Euro. Unsere ausführliche Einschätzung liefert der Testbericht zu Scalable Capital.
Häufige Fragen zu Ausschüttungen bei Scalable Capital
Wann schreibt Scalable Capital Ausschüttungen gut?
Zum Zahltag des jeweiligen Unternehmens oder Fonds, bei Fremdwährung nach der Umrechnung bis zu drei Geschäftstage später. Das Geld landet automatisch auf dem Verrechnungskonto.
Wie lassen sich Erträge bei Scalable automatisch reinvestieren?
Über das Guthaben oberhalb des Portfolios, dann “Ausschüttungen” und “automatisches Reinvestieren”. Die Einstellung gilt für das ganze Portfolio und kostet nichts.
Warum ist eine erwartete Dividende nicht angekommen?
Mögliche Gründe: Das Papier wurde erst ab dem Ex-Tag gekauft, oder der Zahltag liegt später als die Hauptversammlung. Im Fall ausländischer Werte kann die Währungsumrechnung noch laufen.
Was zieht Scalable Capital von Ausschüttungen ab?
25 Prozent Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, soweit kein Freistellungsauftrag greift. Ausländische Quellensteuer kommt je nach Land hinzu.
Gibt es für Bruchstücke Erträge?
Laut Vertrag werden Kunden bei Erträgen aus Bruchstücken wirtschaftlich wie Eigentümer gestellt. Stimm- und Bezugsrechte gibt es erst ab einem ganzen Anteil.



























