Ein Freistellungsauftrag bei Scalable Capital nimmt Kapitalerträge bis 1.000 Euro jährlich vom automatischen Steuerabzug aus, bei zusammen veranlagten Ehepaaren bis 2.000 Euro. Den Menüpunkt dafür gibt es in der App im Profil (Freistellungsauftrag) und im Web unter Profil, Steuern; Voraussetzung ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Änderungen für das laufende Jahr nimmt Scalable Capital bis zum 31. Dezember an. Stand: Oktober 2026.
Fehlt der Auftrag, gehen von jedem steuerpflichtigen Ertrag 25 Prozent Kapitalertragsteuer an das Finanzamt, dazu 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, bemessen an dieser Steuer, und falls fällig Kirchensteuer; Scalable Capital behält das automatisch ein. Betroffen sind Tagesgeldzinsen, Dividenden, Ausschüttungen von ETFs und Fonds sowie Gewinne aus Aktienverkäufen im Depot, bei Personen mit Steuerpflicht in Deutschland. Wie sich das mit einem Auftrag vermeiden lässt, beschreibt dieser Ratgeber auf Basis des Einkommensteuergesetzes und der Hilfeseiten von Scalable, Abruf am 5. Oktober 2026; eine Steuerberatung ersetzt er nicht.
Freistellungsauftrag bei Scalable: die Eckdaten im Überblick
- Höhe: Sparer-Pauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG: 1.000 Euro, bei Zusammenveranlagung 2.000 Euro, gültig über alle Banken hinweg.
- Ort: App: Profil, Freistellungsauftrag. Web: Profil, Steuern. Zwei-Faktor-Authentifizierung ist Pflicht.
- Geltung: für alle Geschäftsbeziehungen mit Scalable, also das Depot mit Aktien und ETFs, die Vermögensverwaltung Wealth, Tagesgeld und Festgeld zusammen.
- Frist: Änderungen in der App bis 31. Dezember, Aufträge per Post nur bis 15. Dezember.
- Nachträglich: Im laufenden Jahr schon abgeführte Steuern erstattet der Broker wenige Bankarbeitstage nach dem Einrichten.
Was der Freistellungsauftrag bei Scalable bewirkt

Quelle: Einkommensteuergesetz § 20 Abs. 9, Scalable-Hilfe (Abruf 5. Okt. 2026)
Ein Freistellungsauftrag ist die Anweisung an Bank oder Broker, Kapitalerträge bis zu einer festgelegten Höhe nicht zu besteuern. Er setzt den Sparer-Pauschbetrag schon beim Steuerabzug um: Laut § 20 Abs. 9 EStG werden bei Einkünften aus Kapitalvermögen 1.000 Euro als Werbungskosten abgezogen, bei zusammen veranlagten Ehegatten 2.000 Euro. Ohne Auftrag kommt das Geld erst über die Steuererklärung zurück.
Bei Scalable greift der Auftrag nicht sofort beim ersten Euro Gewinn. Zuerst verrechnet Scalable Capital Verluste: Realisierte Verluste aus Aktiengeschäften landen im Verlustverrechnungstopf Aktien, alle übrigen im allgemeinen Topf. Erst wenn danach noch Erträge übrig sind, wird der Freibetrag verbraucht.
Freistellungsauftrag bei Scalable Capital einrichten: Schritt für Schritt
Der Aufwand ist gering: Die Einrichtung dauert wenige Minuten und funktioniert in der App ebenso wie im Browser. Im ersten Schritt geht es um die Sicherheit:
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren: Ohne 2FA lässt sich kein Auftrag hinterlegen.
- Menü öffnen: In der App über Profil zum Punkt Freistellungsauftrag, im Web über Profil zum Bereich Steuern.
- Betrag festlegen: Den Anteil am Sparer-Pauschbetrag eingeben, der auf Scalable entfallen soll, höchstens 1.000 beziehungsweise 2.000 Euro.
- Gültigkeit wählen: Mit der Option “Gültig bis Sie einen anderen Auftrag von mir erhalten” gilt der Auftrag auch in den Folgejahren; alternativ lässt er sich auf das laufende Jahr befristen.
- Bestätigen: Über “Weiter” und “Jetzt einrichten” abschließen. Die Verarbeitung dauert in der Regel wenige Minuten, bis dahin zeigt der Kundenbereich noch den alten Stand.
Die Daten zum bereits verbrauchten Freibetrag zeigt der Kundenbereich unter Profil, Steuern und “Angaben zum Freistellungsauftrag”.
Wie viel vom Freibetrag auf Scalable entfallen sollte
Der Pauschbetrag gilt bankübergreifend: Zusammengerechnet dürfen alle Aufträge die Grenze von 1.000 beziehungsweise 2.000 Euro nicht überschreiten. Darauf muss der Anleger nach dem Hilfe-Center selbst achten. Für Anleger mit mehreren Depots ist eine Aufteilung nach den erwarteten Erträgen je Anbieter im Jahr sinnvoll; den Rest des Freibetrags bekommen die übrigen Institute.
Wichtig ist dabei: Ein Auftrag bei Scalable gilt für alle Finanzprodukte des Kunden gemeinsam. Die folgenden Erträge zählen dort gegen den Freibetrag, Zinsen auf dem Verrechnungskonto gibt es derzeit nicht:
| Ertragsquelle bei Scalable | wann der Freibetrag verbraucht wird |
|---|---|
| Tagesgeld (2,60 % p.a., Stand Oktober 2026) | monatlich mit der Zinsgutschrift |
| Festgeld | bei der Abrechnung am Ende der Laufzeit |
| Dividenden und Ausschüttungen eines Fonds oder ETF | bei der Gutschrift |
| Gewinne aus Aktien, ETFs und Fonds | beim Verkauf, nach Verrechnung mit Verlusten |
| Wealth (Vermögensverwaltung) | zusätzlich durch die Steueroptimierung im Dezember |
Die letzte Zeile hat eine Tücke.
Weist ein Depot im Scalable Capital Robo-Advisor vor Jahresende Gewinne auf, realisiert Scalable als Vermögensverwalter diese bis zur Höhe des Freistellungsauftrags, sofern der Kunde zustimmt. Vorher informiert der Vermögensverwalter, wenn die Optimierung für das Portfolio relevant ist; da es aus ETFs besteht, werden Gewinne aus dem jeweiligen ETF realisiert. Das schöpft den Freibetrag aus, und Dividenden oder Verkäufe im Broker können danach steuerpflichtig werden.
Zwischen Ende November und Mitte Dezember lässt sich die Optimierung über den Kundenservice abwählen. Wer Zinsen und Dividenden im Blick behalten will, findet die Details bei den Scalable Capital Zinsen und zur Scalable Capital Dividende.
Ehepaare, Kinder und NV-Bescheinigung
Ehepaare und eingetragene Lebenspartner können einen gemeinsamen Auftrag über 2.000 Euro erteilen. Er wird für ein Konto erteilt und gilt dann auch für das Konto des Partners. Ein Wechsel vom gemeinsamen zum einzelnen Auftrag ist unterjährig nicht möglich; der gemeinsame lässt sich aber zum 31. Dezember befristen, sodass im neuen Jahr zwei Einzelaufträge möglich sind.
Kinder haben einen eigenen Freibetrag, weil ihnen das Kinderkonto gehört. Den Auftrag stellen die Eltern in der App im Profil beim Punkt Freistellungsauftrag ein, nach Auswahl des Kontos ihres Kindes.
Zusätzlich kann eine Nichtveranlagungsbescheinigung des Finanzamts Erträge bis zum Grundfreibetrag freistellen, der 2026 laut Scalable 12.348 Euro beträgt. Finanzämter stellen sie für bis zu drei Jahre aus; einreichen muss man sie spätestens am 15. Dezember.
Fristen, Steuerbescheinigung und Steuererklärung
Zwei Daten am Jahresende zählen. Bis zum 31. Dezember nimmt Scalable Änderungen am Freistellungsauftrag in der App an, Aufträge per Post nach dem 15. Dezember nicht mehr. Ebenfalls bis 15. Dezember muss ein Antrag auf eine Verlustbescheinigung für das laufende Jahr eingehen; mit dem Antrag verfällt allerdings der Verlusttopf bei Scalable.
Wer den Auftrag erst im Laufe des Jahres einrichtet, verliert nichts: Bereits abgeführte Kapitalertragsteuer und Zuschläge erstattet Scalable rückwirkend, solange der Auftrag noch im selben Kalenderjahr eingerichtet wird. Für jedes Jahr stellt Scalable Capital eine Jahressteuerbescheinigung für Depot und Verrechnungskonto aus und nach eigener Angabe bis Ende April elektronisch in der Mailbox zur Verfügung. Sie zeigt Erträge, genutzten Freibetrag und abgeführte Steuern und hilft, falls doch eine Steuererklärung nötig ist.
Die Steuer-ID müssen ausschließlich in Deutschland steuerpflichtige Kunden nicht angeben, Scalable fragt sie beim Bundeszentralamt für Steuern ab. Das Kirchensteuermerkmal ruft der Broker einmal im Jahr im September für das Folgejahr ab. Unser Urteil über den Broker insgesamt steht im Scalable Capital Test; den gesetzlichen Wortlaut zum Pauschbetrag enthält § 20 EStG.
Ohne Depot geht es nicht: Die Eröffnung läuft bei Scalable Capital, der Auftrag folgt direkt im Anschluss. Erträge aus Wertpapieren und Krypto-ETPs sind nicht garantiert, Kursverluste bis hin zum Totalverlust kommen vor; Steuer- oder Anlageberatung ersetzt der Ratgeber nicht.
Fazit: Für wen sich ein Auftrag bei Scalable lohnt
Jeder Anleger, der bei Scalable im Depot oder auf dem Tagesgeld Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne erzielt, profitiert von einem Freistellungsauftrag, schon wegen der Tagesgeldzinsen, die monatlich anfallen. Entscheidend ist die Verteilung: Wer mehrere Banken oder Krypto-Broker nutzt, gibt jedem Institut nur den Teil, den es voraussichtlich braucht. Der Vorteil: Kein Geld bleibt unnötig beim Finanzamt liegen. Wealth-Kunden sollten wissen, dass die Steueroptimierung im Dezember den Freibetrag auch für den Broker aufbrauchen kann. Zinsen aus dem Festgeld rechnet Scalable erst am Laufzeitende ab, mehr dazu im Ratgeber zum Scalable Capital Festgeld.
Häufige Fragen zu Freistellungsauftrag und Freibetrag bei Scalable
Wie richte ich einen Freistellungsauftrag bei Scalable ein?
Zuerst die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, dann im Profil der App beim Punkt Freistellungsauftrag oder im Web unter Profil, Steuern den Betrag eingeben und bestätigen. Die Verarbeitung dauert meist wenige Minuten.
Wie hoch ist der Freibetrag bei Scalable Capital?
Alleinstehende können höchstens 1.000 Euro freistellen, gemeinsam veranlagte Ehepaare 2.000 Euro. Der Höchstbetrag gilt für alle Banken zusammen, bei Scalable kann also auch ein Teilbetrag hinterlegt werden.
Was passiert, wenn kein Freistellungsauftrag vorliegt?
Dann behält Scalable auf alle Erträge die Abgeltungsteuer von 25 Prozent ein, zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Nach Jahresende lässt sich zu viel gezahlte Steuer nur noch über die Steuererklärung zurückholen.
Wird bei Scalable Capital automatisch versteuert?
Ja, für in Deutschland steuerpflichtige Kunden behält Scalable Capital die Abgeltungssteuer auf Zinsen, Dividenden und Veräußerungsgewinne automatisch ein, soweit kein Freistellungsauftrag oder keine NV-Bescheinigung vorliegt.
Bekomme ich Steuern zurück, wenn ich den Auftrag nachträglich einrichte?
Ja, sofern das im selben Kalenderjahr geschieht. Scalable erstattet die bereits abgeführten Steuern wenige Bankarbeitstage nach der Hinterlegung.



























