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Hongkong wickelt tokenisierte Bankgeschäfte rund um die Uhr ab

Banken in Hongkong können tokenisierte Einlagen und Anlagen jetzt rund um die Uhr abrechnen, meldet die HKMA. Regulierte Stablecoins sollen in den Tests folgen, einen Termin nennt die Behörde nicht.

Auf einem langen hellen Marmortisch vor einem nächtlichen Fenster mit verschwommenen Stadtlichtern steht eine kleine Flagge Hongkongs, davor ziehen leuchtende rote und weiße Würfel in einer Reihe über den Tisch.

Banken in Hongkong können tokenisierte Einlagen und Anlagen jetzt an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr gegeneinander abrechnen. Das teilte die Hong Kong Monetary Authority am Montag zum Auftakt der Hong Kong FinTech Week mit. Als Nächstes will die Behörde regulierte Stablecoins in ihre Tests aufnehmen, einen Termin nennt sie nicht.

Die Neuerung betrifft EnsembleTX, die Pilotphase des Projekts Ensemble. Darin bieten Banken ihren Kunden tokenisierte Einlagen an, also Bankguthaben in Form von Token auf einer Blockchain, und verrechnen die Geschäfte untereinander. Bisher lief diese Verrechnung über das klassische Echtzeit-Bruttosystem für Hongkong-Dollar, das nur zu festen Zeiten arbeitet. Nach Angaben der HKMA sollen Banken und ihre Kunden damit Mittel weltweit flexibler verteilen und tokenisierte Anlagen auch nachts und am Wochenende verwalten können.

Ein Jahr hat der Schritt gedauert.

EnsembleTX startete am 13. November 2025 mit echten Geldern, damals mit der Ankündigung, die Abwicklung schrittweise auf tokenisiertes Zentralbankgeld rund um die Uhr umzustellen. HKMA-Chef Eddie Yue sprach bei der Eröffnung von “a pivotal moment in our journey, upgrading from proof-of-concept to a real-value setting”. Zum Einsatz kamen zunächst tokenisierte Geldmarktfonds und das Liquiditätsmanagement von Banken; die Pilotphase läuft noch bis Ende 2026.

Den nächsten Baustein hat die Behörde bereits getestet. Händler mit Zulassung der HKMA haben tokenisierte Exchange Fund Bills, kurzfristige Schuldtitel der Währungsbehörde, probeweise im Sekundärmarkt gehandelt. Als Nächstes sollen regulierte Stablecoins dazukommen.

Hongkong vergibt seit August 2025 eigene Lizenzen für Stablecoin-Emittenten, die ersten gingen im April an HSBC und Anchorpoint Financial. HSBC hat seinen Hongkong-Dollar-Stablecoin RedCoin am 23. Oktober in der Bezahl-App PayMe gestartet. Konzernchef Georges Elhedery bezifferte die Nutzerzahl nach rund zehn Tagen auf 50.000, wie Cointelegraph berichtet. Aktivieren könnten die Wallet über 3,3 Millionen PayMe-Kunden.

Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich unmittelbar nichts, denn EnsembleTX richtet sich an Banken in Hongkong und deren Kunden. Hongkong führt damit in einer einzigen Testumgebung zwei Bausteine zusammen: Stablecoins von Banken mit Lizenz und Zentralbankgeld als Abrechnungsebene darunter.

Ob die regulierten Stablecoins noch in der laufenden Pilotphase dazukommen, hat die HKMA offengelassen.

Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

Hongkong HSBC Stablecoin Tokenisierung

Sven Meisinger

Über Sven Meisinger

Redakteur bei Krypto-Boersen.com mit Schwerpunkt auf fundierte Marktanalysen und aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Assets. Durch tiefgreifende Recherche und datenbasierte Analysen liefert er präzise Einschätzungen zu Markttrends, regulatorischen Veränderungen und technologischen Innovationen in der Blockchain-Industrie. Seine Expertise umfasst sowohl technische Chartanalysen als auch fundamentale Bewertungen von Kryptowährungen und DeFi-Protokollen.

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