Riksbank will Gesetz für eine digitale Krone vorbereiten lassen
Die schwedische Notenbank empfiehlt dem Reichstag, die Gesetze für eine digitale Krone schon jetzt vorzubereiten. Entschieden hat sie über die Ausgabe nicht; Grund sind der digitale Euro und Dollar-Stablecoins.
Die schwedische Notenbank bringt die E-Krona zurück auf die Tagesordnung. In einem Brief an den Finanzausschuss des Reichstags empfiehlt die Riksbank, schon jetzt eine Untersuchung für die nötigen Gesetze einzusetzen, weil der digitale Euro und Dollar-Stablecoins näher rücken. Ob sie eine digitale Krone ausgibt, hat sie ausdrücklich nicht entschieden.
Der Brief ist auf den 7. Oktober datiert und seit dem 15. Oktober auf der Seite der Riksbank abrufbar; größere Aufmerksamkeit bekam er erst, als Vizegouverneur Per Jansson das Anliegen diese Woche in einem Gespräch mit Reuters bekräftigte, wie CoinDesk berichtet. Er kehrt eine Einschätzung um, die Schweden vor drei Jahren getroffen hatte.
Damals kam die staatliche Zahlungsverkehrsuntersuchung zu dem Ergebnis, es gebe keinen hinreichend starken gesellschaftlichen Bedarf für eine digitale Krone. Seitdem habe es “significant developments” gegeben, schreibt die Riksbank, weshalb eine neue Bewertung “in the not-too-distant future” nötig sein könne.
Die Riksbank rechnet mit mindestens fünf Jahren Vorlauf
Der wichtigste Grund ist der Zeitplan in der Eurozone. Die Riksbank erwartet, dass die Verhandlungen über die Verordnung zum digitalen Euro noch 2026 abgeschlossen werden; die EZB plant ein Pilotprojekt in der zweiten Jahreshälfte 2027 und die Ausgabe an die Öffentlichkeit 2029. Künftige Zahlungslösungen und Gesetze in der EU würden auf dem digitalen Euro aufbauen, und ohne vergleichbares Angebot in Kronen könne Schweden ins Hintertreffen geraten.
Für eine eigene digitale Krone rechnet die Notenbank mit mindestens fünf Jahren Umsetzung, die Gesetzgebung noch nicht eingerechnet. Deshalb soll eine Untersuchung die Gesetze schon jetzt vorbereiten, “even if Sweden ultimately decides not to launch a digital krona”, also auch für den Fall, dass Schweden am Ende darauf verzichtet.
Technisch will die Riksbank nicht bei null anfangen.
Sie schlägt vor, die Infrastruktur zu nutzen, die die EZB für den digitalen Euro baut, und verweist auf Offline-Zahlungen bei Strom- und Netzausfällen. Überwachen lassen soll sich eine digitale Krone nach ihrem Willen so wenig wie der digitale Euro, für den die EZB Zahlende im Online-Verkehr nicht identifizieren können soll.
Stablecoins in Dollar gelten der Notenbank als Langfrist-Risiko
Die meisten Stablecoins sind an den US-Dollar gebunden. Würden sie als Zahlungsmittel attraktiv, könne die Krone selbst innerhalb Schwedens unter Druck geraten, warnt die Riksbank. Kurzfristig sieht sie darin kein großes Risiko: “In the long run, however, it cannot be ignored.”
Im Anhang des Briefs steht auch die Antwort der eigenen Banken. SEB gehörte schon bei der Ankündigung im September 2025 zum Konsortium Qivalis, im Mai 2026 kamen Handelsbanken, Nordea und Swedbank hinzu; der Verbund hat inzwischen die Lizenz für seinen Euro-Stablecoin erhalten. Ähnlich wie die Riksbank hatte zuvor schon die Schweizerische Nationalbank gewarnt, dass große Stablecoins die Geldpolitik erschweren können.
Für Anleger in Deutschland und Österreich bleibt der Zeitplan des digitalen Euro der Maßstab, an dem sich auch Stockholm ausrichtet; die EZB sucht bereits Online-Händler für den Pilotbetrieb ab 2027. Den Brief der Riksbank muss nun der Finanzausschuss aufgreifen; die Notenbank bietet an, mit einem ausgearbeiteten Untersuchungsauftrag zurückzukommen, am liebsten, sobald die Verordnung zum digitalen Euro steht.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




